USV-Konzepte in KMU – Tipps zu Planung, Umsetzung und Wartung (Teil 2)

Offline-, Line-Interactive- oder Online-USV? Spannungsprobleme maßgeblich!

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Online-Systeme: Rund-um-die-Uhr-Schutz für unternehmenskritische Anwendungen

Für geschäftskritische und hochsensible Anwendungen ist ein absolut unterbrechungsfreier Betrieb rund um die Uhr entscheidend, permanente Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit sind unabdingbar. Hochsensible Verbraucher sind darüber hinaus auf eine saubere Spannung angewiesen – die kleinste Abweichung kann zu Störungen oder Ausfällen führen.

Sichergestellt wird dies mit sogenannten Online-Doppelwandler-USVs (Double Conversion). Sie kommen vor allem zum Einsatz, um kritische IT- und TK-Systeme, Netzwerkrechner, Web Server, zentrale Server und Computerräume, LANGateways, Bridges, Router und andere sensible Anwendungen im Unternehmen zu schützen.

Online-Systeme sichern Verbraucher vor allen wichtigen Spannungsproblemen, das heißt, sie schützen zusätzlich vor

  • Schaltspitzen,
  • Störspannungen,
  • Frequenzabweichungen und
  • harmonischen Oberwellen.

Online-Doppelwandler-Systeme wandeln die Spannung – wie der Name sagt – doppelt. Zunächst wandeln sie die Eingangswechselspannung mit dem Gleichrichter kontinuierlich in Gleichspannung um. Dazu lädt bei Bedarf ein „Ladegerät“ die Batterie, die zwischen Gleichrichter bzw. Lader und Wechselrichter geschaltet ist. Anschließend wird die Gleichspannung über den Wechselrichter wieder in eine konstante sinusförmige Wechselspannung umgewandelt.

Vorteile: Da die Spannung permanent gewandelt wird, gibt es keine Umschaltzeiten. Des Weiteren hat die USV durch die Doppelwandlung einen reinen Sinuswellenstrom am Ausgang. Alle wichtigen Spannungsprobleme werden eliminiert, und die Last wird mit reiner Sinusspannung versorgt. Allerdings benötigen Online-Doppelwandler-Systeme etwas mehr Energie und erzeugen somit auch mehr Wärme als Line-Interaktive Systeme.

Speziell fürs Rack: Rackmount- und Blade-USVs

Neben den gewöhnlichen Standgeräten sind Line-Interaktive und Online-Doppelwandler-USVs auch als Rackmount-Systeme (RM-USVs) im 19-Zoll-Format erhältlich. Unternehmen, die ihre IT- und Netzwerkkomponenten im Rack konfiguriert haben, können so auch die USV zusammen mit den zu schützenden Verbrauchern platzsparend unterbringen. Entscheidend bei RM-USVs sind kompaktes Design und hohe Leistungsdichte.

Eine Besonderheit stellen sogenannten Blade-USVs dar. Sie sind speziell zum Schutz besonders anspruchsvoller IT-Umgebungen wie „High Power“-Blade-Server und Rechnerumgebungen mit sehr hoher Leistungsdichte konzipiert.

Blade-Server bewirken eine kapazitive Verschiebung des Power-Faktors. Herkömmliche USV-Anlagen würden hier schnell an ihre Leistungsgrenzen stoßen. Blade-USVs dagegen wurden speziell für Lasten dieser Art entwickelt und verfügen über einen entsprechend korrigierten Leistungsfaktor. Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist die hochskalierbare und modulare Architektur, sodass sich die USV-Leistung durch das parallele Installieren mehrerer Module problemlos erweitern lässt.

Nachdem wir nun die Herausforderungen und die verschiedenen USV-Technologien kennen, fehlen nur noch ein paar Aspekte bis zur endgültigen Entscheidung. Wichtige Kriterien für Unternehmen sind natürlich die Kosten- und die Energieeffizienz. Gleichzeitig spielen aber auch Faktoren wie Managing und Monitoring eine Rolle. Mit diesen Themen befasst sich der dritte und letzte Beitrag dieser Serie.

Sämtliche Illustrationen zur Darstellung der Spannungsprobleme (Powerballs) stammen von Eaton Power Quality.

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