Mutmaßlicher Entwickler festgenommen BKA legt PhaaS-Infrastruktur lahm

Von Marvin Djondo-Pacham 1 min Lesedauer

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Deutsche und US‑Ermittler haben die Infrastruktur des Phishing‑Dienstes „Kratos“ abgeschaltet. Er ermöglichte es Kriminellen, täuschend echte Log­in‑Seiten zu erstellen und massenhaft Zugangsdaten zu stehlen. Laut BKA könnten Hunderttausende Menschen in über 30 Ländern betroffen sein.

Das BKA und US‑Ermittler haben nach eigenen Angaben die Infrastruktur des Phishing‑as‑a‑Service‑Dienstes „Kratos“ abgeschaltet und mehr als 200 Server stillgelegt. (Bild:  KI-generiert)
Das BKA und US‑Ermittler haben nach eigenen Angaben die Infrastruktur des Phishing‑as‑a‑Service‑Dienstes „Kratos“ abgeschaltet und mehr als 200 Server stillgelegt.
(Bild: KI-generiert)

Nach Angaben des BKA ermöglichte Kratos seinen Nutzern, gefälschte Webseiten zu erstellen, die insbesondere Microsoft‑Authentifizierungsseiten täuschend ähnlich sahen. Opfer, die ihre Zugangsdaten auf diesen Seiten eingaben, übermittelten ihre Benutzernamen und Passwörter direkt an die Täter. Besonders problematisch war, dass Kratos zusätzlich Sitzungscookies kopieren konnte. Dadurch war es möglich, eine bereits abgeschlossene Zwei‑Faktor‑Authentifizierung zu umgehen und Sitzungen der Opfer zu übernehmen.

Mehr als 200 Server abgeschaltet

Die Betreiber vermarkteten Kratos nach dem Prinzip „Phishing as a Service“. Gegen Bezahlung konnten andere Kriminelle den Baukasten für eigene Kampagnen nutzen. Laut den Ermittlern wurde der Dienst an mehr als 1.800 Täter vermietet, die damit monatlich rund 15.000 Phishingkampagnen durchgeführt haben sollen. Die gestohlenen Zugangsdaten konnten anschließend für weitere Angriffe genutzt werden. Dazu zählten laut BKA zusätzliche Phishing‑Kampagnen, der Verkauf von Kundendaten oder der Zugriff auf Unternehmen über weit verbreitete Microsoft‑Lösungen.

Im Rahmen der internationalen Ermittlungsaktion wurden mehr als 200 Server unschädlich gemacht. Die Behörden gehen davon aus, dass die Kratos‑Infrastruktur dadurch vollständig außer Betrieb gesetzt wurde. Bereits laufende Kampagnen sollen nicht fortgesetzt werden können. Der mutmaßliche Entwickler des Dienstes wurde in Indonesien festgenommen. Die Ermittlungen zu weiteren Beteiligten und möglichen Hintermännern dauern an.

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