Sicherheitsrisiken in privaten 5G-Netzen unterschätzt Private 5G-Netze unter Beschuss

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Private 5G-Netzwerke gewinnen in kritischen Infrastrukturen rasant an Bedeutung. Doch eine aktuelle Studie von Trend Micro und CTOne warnt: Sicherheitslücken und fehlende Fachkenntnisse setzen Unternehmen erheblichen Cyberrisiken aus. Besonders der Einsatz von KI-gestützter Sicherheitssoftware erfordert spezifische Schutzmaßnahmen – die bislang oft vernachlässigt werden. Die Folgen könnten gravierend sein.

Rachel Jin, Chief Enterprise Platform Officer bei Trend Micro: „KI-Sicherheit ist nicht gleich KI-Sicherheit, und einige Unternehmen setzen sich aufgrund mangelnden Know-hows einem Risiko aus“.(Bild:  Trend Micro)
Rachel Jin, Chief Enterprise Platform Officer bei Trend Micro: „KI-Sicherheit ist nicht gleich KI-Sicherheit, und einige Unternehmen setzen sich aufgrund mangelnden Know-hows einem Risiko aus“.
(Bild: Trend Micro)

Der Vormarsch privater 5G-Netze ist unaufhaltsam. Laut einer aktuellen Untersuchung* von Trend Micro und CTOne setzen bereits 86 Prozent der befragten Unternehmen auf private Mobilfunknetze, weitere 14 Prozent prüfen eine Implementierung. Der Vorteil liege auf der Hand: Hochperformante, latenzarme und lokal gesteuerte Netzwerke bieten in Branchen wie Energie, Gesundheitswesen oder Logistik eine bessere Kontrolle und geringere Abhängigkeit von externen Anbietern. Doch mit der steigenden Verbreitung wächst auch das Angriffspotenzial.

KI als Segen und Risiko zugleich

Die IT- und Cybersicherheitsbranche erkennt die Chancen von KI-gestütztem Schutz. Technologien wie Predictive Threat Intelligence (58 Prozent), adaptive Authentifizierung (52 Prozent) oder Zero Trust-Mechanismen (47 Prozent) sollen die Netzwerksicherheit erhöhen. Doch die Implementierung birgt Herausforderungen: Hohe Kosten (47 Prozent), fehleranfällige Erkennungsmechanismen (44 Prozent) und mangelndes internes Fachwissen (37 Prozent) erschweren eine effektive Absicherung.

Ein zentrales Problem ist die unzureichende Kompetenz im Bereich der Kommunikationstechnologie (CT). Gerade einmal 20 Prozent der Unternehmen haben ein dediziertes Team für die Absicherung privater 5G-Netze. Häufig wird die Verantwortung stattdessen auf den CTO (43 Prozent) oder CIO (32 Prozent) abgewälzt, was das Risiko fehlerhafter oder verzögerter Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

Unterschätzte Compliance-Fallen

Ein weiteres Defizit zeigt sich bei Datenschutz und Compliance. Obwohl private 5G-Netzwerke hochsensible Daten transportieren, setzen nur 54 Prozent der Unternehmen auf DSGVO-konforme Schutzmechanismen. Gerade einmal die Hälfte verschlüsselt Daten im Ruhezustand und bei der Übertragung, während nur 50 Prozent Zugangskontrollen für KI-Modelle implementieren. „Ein proaktives Management der Angriffsfläche ist für private 5G-Netzwerke von entscheidender Bedeutung, da jede Unachtsamkeit die Tür für Kompromisse öffnen kann“, warnt Rachel Jin, Chief Enterprise Platform Officer bei Trend Micro.

Auch die geringe Budgetierung verschärft das Problem: Lediglich 18 Prozent des Sicherheitsbudgets entfallen durchschnittlich auf private 5G-Netze. In Anbetracht der massiven Abhängigkeit kritischer Infrastrukturen von diesen Netzen ist das eine riskante Unterfinanzierung, denn „Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihr Security Operations Center darauf vorbereitet ist, diese neue Kommunikationstechnologie zu überwachen und zu schützen“, betont Jim Frey, Principal Analyst für ESG.

Private 5G-Netze sind eine strategische Investition, doch die Sicherheitsarchitektur hinkt hinterher. Ohne adäquate Schutzmechanismen und fundiertes Know-how könnten Unternehmen ungewollt Einfallstore für Cyberangriffe schaffen. Wer sich dem Sicherheitsrisiko bewusst ist und proaktive Schutzmaßnahmen ergreift, kann die Vorteile der Technologie jedoch gefahrlos nutzen.

*Trend Micro & CTOne beauftragten Sapio Research mit der Befragung von 800 Managern mit Entscheidungsbefugnis über IT und/oder Cybersicherheit in den USA, Großbritannien, Japan, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Alle Befragten arbeiten in Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern und nutzen entweder derzeit ein privates 5G-Netz oder prüfen die Einführung.

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