USB-Dongle tarnt sich als Tastatur

Programmierbarer USB-Stick als Pentesting- und Hacking-Device

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USB-Angriff der anderen Art

Per USB angesteuerte Microcontroller liegen aktuell stark im Fokus der Hobbyhacker. Im Rahmen dieser Tätigkeiten greift man vermehrt auf Andruino-Boards wie zum Beispiel das Teensy 2.0 Board zurück.

Dieses Board ist so klein wie ein USB-Speichermedium und kann frei programmiert werden. Hierfür stehen sogar umfangreiche Dokumentationen bereit. Es bringt einen kleinen Prozessor sowie Speicher mit sich. Letztlich lässt sich das Board so programmieren, dass es beim Einstecken in ein potentielles Opfersystem als Tastatur erkannt wird und in einer sehr schnellen Abfolge Tastenkombinationen absetzt.

Das Interessante an dieser Vorgehensweise ist, dass Eingabegeräte wie Tastatur oder Maus in der Regel generell nicht geblockt werden; dementsprechend erweist sich der Schutz gegen einen solchen Angriff als schwierig. Mit dem Einsatz des USB-Dongles bekommt jedoch der Begriff der physikalischen Penetration eine neue Definition.

Wie komplex ist die Hardware-nahe Programmierung?

Es ist mittlerweile keine Kunst mehr, ein solches USB-Pentesting-Device zu erstellen. Im Internet kursieren diverse Anleitungsvideos und ein Framework, das eine Binärdatei (Binary File) zum Bespielen des Microcontrollers erstellt. Die Kosten für die Hardware liegen weit unter 20 US-Dollar.

Das Teensy 2.0 Board hat einen 16Mhz ATMEGA32U4 Prozessor, 32 KByte Flash Speicher und ein 1024 Bit EEPROM. Es gibt darüber hinaus eine Teensy++ Version mit einem AT90USB1286 Prozessor und 130 KByte Flashspeicher, welche zum Beispiel für die Speicherung von eigens ermittelten Daten dienen kann. Es ist zudem möglich, einen solchen USB-Dongle mit einem Mini-SD-Card-Reader auszustatten, um Dateien eines infiltrierten System auf eine Mini-SD auszulagern.

Die Programme für den USB-Dongle können mit jedem Andruino-kompatiblen Compiler erstellt werden. Zum Beschreiben des USB-Dongle-Boards mit der erstellten Binärdatei nutzt man anschließend den Teensy Loader, der unter anderem von Linux, Windows sowie Mac OS unterstützt wird.

Inhalt

  • Seite 1: USB-Risiken Autostart und Stuxnet
  • Seite 2: USB-Angriff der anderen Art
  • Seite 3: Welche Funktionen sind möglich?

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