Umfrage von ISACA IT-Fachleute haben Bedenken gegenüber Quantencomputing

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Obwohl das Quantencomputing in der IT-Branche für Befürchtungen sorgt, haben Unternehmen noch keine Vorbereitungen getroffen. Außerdem ist das Know-how in diesem Feld noch sehr gering.

Die wohl größte Gefahr durch Quantencomputer besteht wohl darin, dass sie in der Lage sein werden, unsere heutigen Verschlüsselungstechnologien zu umgehen.(Bild:  Blue Planet Studio - stock.adobe.com)
Die wohl größte Gefahr durch Quantencomputer besteht wohl darin, dass sie in der Lage sein werden, unsere heutigen Verschlüsselungstechnologien zu umgehen.
(Bild: Blue Planet Studio - stock.adobe.com)

56 Prozent der von ISACA befragten Cyber- und IT-Experten sehen in der Quanteninformatik eine Chance für die Wirtschaft. Dennoch hat ein Großteil der 2.685 Befragten Bedenken hinsichtlich der Risiken, die mit dem Quantencomputing verbunden sind. So glauben 67 Prozent, dass Quantencomputing in den nächsten zehn Jahren die Risiken für die Cybersicherheit erhöhen oder verlagern könnte. Weitere 40 Prozent sind der Meinung, dass Quantencomputing bestehende Geschäftsmodelle stören könnte. Und ebenfalls 67 Prozent befürchten, dass durch die enorm hohe Rechenleistung die heutige Internet­verschlüsselung gebrochen werden könnte, bevor die Plattformen Post-Quantum-Kryptographie vollständig implementiert haben.

Empfehlung der Redaktion

Security-Insider Podcast

Die Welt der Physik und der Mathematik ist für viele von uns eine unbegreifliche. Doch genau dorthin müssen wir uns begeben, wenn wir verstehen wollen, wie Quantencomputer funktionieren. In Folge 99 des Security-Insider Podcast sprechen wir mit Professor Christoph Becher von der Universität des Saarlandes darüber, wie Quantencomputer funktionieren, welche sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten es für die Super-Computer gibt, aber auch welche Gefahren dadurch lauern. Außerdem erklärt Professor Becher, welche Lösungsansätze es schon heute gibt. Wir wünschen viel Spaß, beim Zuhören!

Kaum ein Unternehmen hat eine Quantencomputing-Strategie

Wie ISACA berichtet, haben die befragten Unternehmen trotz der erwarteten Auswirkungen keine konkreten Anstrengungen unternommen, um sich auf Quantencomputing vorzubereiten. Nur vier Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen über eine definierte Strategie für das Quantencomputing verfügt. Außerdem haben 52 Prozent der Unternehmen das Thema nicht in die formale Strategie oder Roadmap integriert und planen auch nicht, dies zu tun. Und weitere 40 Prozent der Cyber- und IT-Experten gaben an, dass ihr Unternehmen die Einführung von Post-Quantum-Kryptographie noch nicht in Betracht gezogen hat.

Quantenkompetenz ist gering

Darüber hinaus glaube nur zwei Prozent der Befragten, dass sie ein gutes Verständnis der Möglichkeiten von Quantencomputern haben. Weitere fünf Prozent gaben an, ein gutes Verständnis der neuen NIST-Standards für Post-Quantum-Kryptographie zu haben, obwohl das National Institute of Standards and Technology (NIST) seit mehr als zehn Jahren daran arbeitet, wie ISACA anmerkt. Diese Wissenslücke zeige, dass Unternehmen nicht ausreichend auf das Aufkommen der Quanteninformatik vorbereitet sind. Es mangle ihnen an den erforderlichen Fähigkeiten, um sich vor neuen Bedrohungen zu schützen und neue Vorschriften einzuhalten. Dabei hätten die ENISA und das Gemeinsame Unternehmen für europäisches Hochleistungs­rechnen EuroHPC bereits die Dringlichkeit betont, sich auf die Quanteninformatik vorzu­be­rei­ten. Und auch die Europäische Kommission habe mit Programmen wie „Quantum Flagship“ und „Digital Europe“ viel investiert. Es müsse jedoch noch mehr getan werden, um qualifizierte Arbeitskräfte für die Quanteninformatik auszubilden.

„Als Gesellschaft, die sich so stark auf digitale Systeme verlässt, müssen wir dieses Thema ernst nehmen“, sagt Chris Dimitriadis, Chief Global Strategy Officer bei ISACA. „Unternehmen müssen bereits jetzt planen, wie ihre Prozesse in einer Post-Quantum-Welt aussehen könnten, während sie eine umfassend für KI ausgebildete Belegschaft aufbauen. Sie können es sich nicht leisten, diese wichtigen Vorbereitungen aufzuschieben und damit die Stabilität der Weltwirtschaft zu gefährden. Wir müssen auch eine ganzheitlich ausgebildete Belegschaft für Quantum aufbauen (und dies auch für KI fortsetzen) und dann einen Plan für den Übergang in die Post-Quantum-Ära aufstellen, der die sichere Übernahme dieser neuen Technologien ermöglicht. Damit können wir die Vorteile der Innovation auf sichere Weise nutzen. Die Unternehmen müssen daher der Entwicklung, Umsetzung und Integration einer Quantenstrategie Priorität ein­räumen, die sie vor den Auswirkungen der Quantentechnologie schützt, welche ein hohes Risiko, aber auch eine große Chance darstellt. Nur wenn sie gut vorbereitet sind, können sie die Vorteile dieser Technologie nutzen, ohne die Sicherheit zu gefährden."

(ID:50414862)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung