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Münchner Sicherheitskonferenz öffnet sich zögerlich dem Thema IT

Ratlos, machtlos und tatenlos im Cyberspace

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Nur wenig Kampferfahrung im Cyber-Krieg

Weder Staaten noch Fürsten regieren das Netz, sondern Firmen, Geheimdienste, das organisierte Verbrechen und nicht zuletzt hochbegabte Einzelpersonen. Der Versuch Estlands, Russland mit den Angriffen in Beziehung zu bringen, scheiterte an völkerrechtlich verwertbaren Beweisen.

Bislang gibt es für den Cyberwar nicht einmal so etwas wie eine Haager Landkriegsordnung. Noch kann die internationale Politik mit diesem Zustand leben, weil der Computerkrieg historisch dort steht, wo die Atomtechnologie vor Hiroschima und Nagasaki stand.

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Längst liegen in den Schubladen der allerdings Völkerrechtler Entwürfe für eine Erweiterung des Völkerrechtes um Paragraphen, die auch den Cyberwar regeln. Diskutiert werden sie in München (noch) nicht. Dabei bleibt es auch bei der Diskussionsrunde über die nuklearen Fähigkeiten des Iran.

Wie es dem Iran 2011 gelingen konnte, eine US-Drohne unversehrt zur Landung zu bringen und sie der Weltöffentlichkeit zu präsentieren, hat bislang niemand wirklich begriffen. Dazu kein Wort, stattdessen eine längliche Diskussion um Anreicherungsgrade und die Überwachung durch die Wiener Atomenergie-Agentur.

Eine entsprechende Organisation für das Internet und die Datentransportwege per Satellit und Tiefseekabel fehlt bislang. Sie hätte sich in den letzten Jahren mit einer Vielzahl von unverstandenen Vorfällen im Reich der elektronischen Kommunikation auseinandersetzen müssen.

Noch sind die Schäden durch Sabotage und Spionage wohl nicht hoch genug, um sie zur Chefsache zu machen. Aber im kommenden Jahr ist ja wieder eine Tagung. Dann steht das Thema Drohnen auf dem Programm, das dieses Mal wegen der Krisen in Syrien und Kiew ausfallen musste.

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