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Definition Cyberwar / Cyber-Krieg Was ist Cyberwar?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Peter Schmitz

Beim Cyberwar handelt es sich um eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Staaten im virtuellen Raum, die mit Mitteln der Informationstechnologie geführt wird. Ein Cyberkrieg hat zum Ziel, Ländern, Institutionen oder der Gesellschaft auf elektronischem Weg Schaden zuzufügen und wichtige Infrastrukturen zu stören.

Unter Cyberwar versteht man militärische Aktivitäten und kriegerische Auseinandersetzungen im virtuellen Raum mit Mitteln der Informationstechnologie.
Unter Cyberwar versteht man militärische Aktivitäten und kriegerische Auseinandersetzungen im virtuellen Raum mit Mitteln der Informationstechnologie.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Für den Begriff Cyberwar, oder im Deutschen Cyber-Krieg, existiert keine eindeutige Definition. Auch im völkerrechtlichen Sinn ist es schwierig, den Cyber-Krieg offiziell als kriegerische Handlung zu deklarieren. Im Allgemeinen versteht man unter einem Cyberwar eine Auseinandersetzung unter Zuhilfenahme moderner Informationstechnologie mit kriegerischen Merkmalen.

Die militärischen Aktivitäten sind strategisch auf den virtuellen Raum, den Cyberspace, ausgerichtet. Das Ziel eines Cyberwars ist es, informationstechnische Einrichtungen und Netzwerke so zu stören, dass wichtige Funktionen wie die Kommunikation, das Finanzsystem oder die Energie- und Wasserversorgung nicht mehr möglich oder beeinflusst sind. Dadurch kann einem Land oder einer Gesellschaft enormer Schaden entstehen. Cyberwar kann auch begleitend zu konventionellen kriegerischen Handlungen erfolgen, um deren Erfolgsaussichten zu steigern.

Als erstes Merkmal eines Cyberwars ist in der Regel das Ausspionieren der Wirtschaft, Wissenschaft oder des Militärs zu beobachten. In einem nächsten Schritt findet das Infiltrieren von informationstechnischen Einrichtungen mit Hilfe von Schadsoftware wie Viren, Würmern oder Trojaner statt. Die Systeme lassen sich dadurch manipulieren oder stören. Auch gezielte DoS-Attacken (Denial of Service) gehören zu Techniken des virtuellen Krieges.

Oft findet der Cyber-Krieg im Internet statt und richtet sich gegen wichtige Dienste oder offizielle Webseiten. Aber auch andere Kommunikationsnetze und Infrastrukturen können durch Cyber-Attacken angegriffen werden. Als Waffen des Cyber-Kriegs bezeichnet man die verschiedenen Werkzeuge aus dem Bereich der Informatik und Informationstechnik.

Auch die Destabilisierung der Gesellschaft durch das gezielte Verbreiten von Fehlinformationen kann ein Ziel des Cyberwars sein. Da in vielen Fällen die Urheber einer Cyberattacke nicht zu identifizieren sind und unter Umständen keine offiziellen militärischen oder staatlichen Institutionen dahinter stehen, kommt häufig der Begriff des Cyber-Terrorismus zur Anwendung. Abwehrmaßnahmen eine Cyber-Kriegs sollen Attacken verhindern und wichtige Kommunikations- und Kommandostrukturen sowie Versorgungssysteme aufrechterhalten.

Methoden des Cyberwars

Die Methoden eines Cyberwars lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Einige Institutionen zählen auch das physische Zerstören von Computern oder informationstechnischen Einrichtungen beispielsweise durch elektromagnetische Impulse oder durch physikalische Sabotage zu den Methoden des Cyberwars. In der Regel erfolgt der Cyberwar jedoch durch die Manipulation von Computern und Netzwerken. Dazu gehören:

  • Eindringen in fremde Computersysteme und das Ausspionieren von Informationen
  • Löschen oder Verändern von Inhalten zur Destabilisierung oder zu Propagandazwecken
  • Fernsteuerung von fremden Computersystemen
  • Einschleusen von kompromittierter Soft- oder Hardware, die fehlerhaft arbeitet
  • Stören von wichtigen Diensten und Kommandostrukturen durch gezielte Denial-of-Service-Attacken

Zur Ausführung dieser Methoden machen sich die Angreifer Schwachstellen von Computersystemen und Sicherheitseinrichtungen zunutze.

Beispiele für den Cyberwar

Bereits seit Ende des 20. Jahrhundert sind Aktivitäten zu beobachten, die sich als Cyber-Krieg einstufen lassen. Im Kosovokrieg störte und manipulierte die NATO 1999 gezielt serbische Flugabwehrsysteme, drang in Telefonnetze ein und behinderte das Finanzsystem. Im Jahr 2007 wurden Regierungs- und Verwaltungsstellen von Estland durch einen konzertierten Denial-of-Service-Angriff massiv gestört. Auch Krankenhäuser und Energieversorgungssysteme waren von dem Angriff betroffen. Trotz fehlender offizieller Beweise wurden russischen Urheber für die Angriffe vermutet.

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