Neue Sicherheitslücken durch Funkchips

RFID-Abschirmung gegen den Identitätsdiebstahl

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Hohe Funktionsredundanz schafft Probleme

Die Hersteller der RFID-Tags haben viel Zeit und Energie darauf verwandt, das Auslesen auch unter schwierigen Bedingungen problemlos zu ermöglichen. So wird zum Beispiel die Polarisationsrichtung der vom Lesegerät ausgesandten Felder verändert, da die Induktion nur bei senkrechtem Auftreffen des Wechselfeldes auf die Spule optimal funktioniert.

Durch diese so genannte zirkulare Polarisation ist es unerheblich, in welchem Winkel zum Lesegerät sich das RFID-Tag gerade befindet. Auch wenn viele Tags im Erfassungsbereich des Readers liegen, kann das die Funktion nicht beeinträchtigen. Die Chips senden nämlich nach einer zufällig ermittelten Verzögerung und verhindern so die digitale Sprachverwirrung.

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Gerade diese enorme Mitteilsamkeit der RFID-Tags macht Datenschützern Kopfzerbrechen. RFID wurde in erster Linie für Logistikzwecke erfunden, über die Sicherheit machte man sich damals weniger Gedanken. Die Lesegeräte sind im Handel frei erhältlich. Da es sich bei RFID um ein rein passives System handelt, ist ein Leseversuch nur mit einem speziellen Detektor festzustellen.

Unautorisiertes Erfassen oder Kopieren

Die Missbrauchsgefahr ist entsprechend hoch. Ein RFID-Hacker braucht keine Lesegeräte zu manipulieren oder falsche Tastaturen über die Original-Bedienfelder zu kleben: Es reichen ein Reader, ein Notebook und ein wenig kriminelle Energie, und schon ist ein Zugangsausweis, ein digitaler Autoschlüssel oder ein ganzer Reisepass kopiert.

Da hilft es wenig, dass das Auslesen privater Daten – natürlich – gesetzlich verboten ist: In Minuten sind digitale Nachschlüssel erstellt oder Persönlichkeitsprofile gespeichert. Der Eigentümer bekommt davon gar nichts mit, denn er muss seine Karte ja nicht durch ein Lesegerät ziehen, das ihm dann möglicherweise verdächtig vorkäme. Er wird sozusagen im Vorbeigehen ausspioniert.

RFID macht – zumindest theoretisch – auch das Scanning großer Menschenmengen möglich. Wer seinen Personalausweis auf eine Demo mitnimmt, geht folglich auch grundsätzlich das Risiko ein, von den Behörden in mannigfaltiger Weise erfasst zu werden. Der gläserne Bürger lässt grüßen. Alle RFID-Kennungen deshalb gleich unbrauchbar zu machen, hieße allerdings, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Denn RFID ist eben in vielen Bereichen praktisch, wenn nicht unverzichtbar, wie eben bei Schließanlagen.

Inhalt

  • Seite 1: Die Technik hinter RFID
  • Seite 2: Hohe Funktionsredundanz schafft Probleme
  • Seite 3: RFID-Abschirmung – schwieriger als angenommen

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