Neue Sicherheitslücken durch Funkchips

RFID-Abschirmung gegen den Identitätsdiebstahl

21.04.2011 | Autor / Redakteur: Ralf Siebler / Stephan Augsten

0,1 Millimeter dicke Spezialfolie: Eine physikalische Absicherung schützt sensible Daten zuverlässig.
0,1 Millimeter dicke Spezialfolie: Eine physikalische Absicherung schützt sensible Daten zuverlässig.

RFID-Chips sind heutzutage allgegenwärtig, denn sie bieten eine preiswerte und einfach zu handhabende Identifikation und Authentisierung. Die Absicherung ist allerdings oft unzureichend, allzu leicht lässt sich eine RFID-Kennung unbemerkt auslesen und kopieren. Wer sich vor Hackern und Datensammlern schützen will, muss RFID-Chips physikalisch abschirmen.

Das Problem von RFID ist nicht unbedingt neu, bereits im März 2006 wies der Bundesdatenschutz-Beauftragte Peter Schaar darauf hin: „Die RFID-Technologie wird nur akzeptiert werden, wenn der Datenschutz und die Datensicherheit gewährleistet sind. Hier ist allerdings noch viel zu tun.“

Akzeptiert ist die RFID-Technik zweifellos – und sie ist in den vergangenen Jahren immer preiswerter geworden. Dementsprechend stieg auch die Verbreitung. Heute passiert man einfach das Drehkreuz am Lift, ohne seinen Skipass jedes Mal herausfummeln zu müssen. Kontaktlos prüft das Lesegerät die Karte und gibt den Zugang frei.

Ausgeliehene Bücher werden mit RFID-Etiketten blitzschnell erfasst. RFID-Preisschilder helfen bei Inventur und Diebstahlschutz. Praktisch sind auch digitale Schließanlagen auf RFID-Basis oder der RFID-Chip, der seit November 2010 in jedem Reisepass oder Personalausweis eingebaut ist.

Wie kaum eine andere Technologie öffnet allerdings RFID auch dem Missbrauch Tür und Tor.

Passive Identifikation per Mikrochip

RFID steht für Radio Frequency Identification. Das System besteht im Wesentlichen aus einem Mikrochip, auf dem ein bestimmter Code gespeichert ist, und einer kleinen Spule, die als Antenne fungiert. RFID-Transponder können einen nur einmal beschreibbaren oder einen veränderlichen Speicher enthalten. Die meisten Transponder arbeiten passiv, das heißt, sie benötigen keine eigene Stromversorgung.

Ausgelesen werden die Chips mit einem Reader, der ein elektromagnetisches Wechselfeld aufbaut. Dieses dient dazu, den Chip zu aktivieren. Durch das pulsierende Magnetfeld wird in der Spule eine Spannung induziert, die als Stromversorgung für den Chip dient. Dieser gibt sich nämlich mit etwa 0,35 Mikroampere zufrieden.

Der Mikrochip im RFID-Etikett reagiert, indem er das vom Reader ausgesandte Feld verändert. Die in das Wechselfeld einmodulierte Antwort wird vom Lesegerät dann decodiert: Sie enthält eine unveränderliche Seriennummer und weitere spezifische Daten des gekennzeichneten Objekts.

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