BMFTR stellt Eckpunkte vor So soll künftig Deutschlands Cy­ber­si­cher­heits­forschung aussehen

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Das BMFTR will Deutschlands Cybersicherheitsforschung neu ausrichten. Eckpunkte zu Schlüsseltechnologien wie KI und sicherer Kommunikation sollen gemeinsam mit Forschung und Wirtschaft bis 2027 umgesetzt werden.

Deutschland zählt zu den größten Playern in der Cybersicherheitsforschung. Doch die theoretischen Ergebnisse verlassen zu selten die Labore.(Bild:  Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Deutschland zählt zu den größten Playern in der Cybersicherheitsforschung. Doch die theoretischen Ergebnisse verlassen zu selten die Labore.
(Bild: Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat angekündigt, die Cybersicherheitsforschung in Deutschland neu auszurichten. Der Grund dafür sind neue geopolitische Herausforderungen, die eine Präzision der Forschung erfordern. Nur so würden Deutschland und die Demokratie sicher vor Cyberangriffen, Desinformationskampagnen und Spionage bleiben.

Übergang von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft beschleunigen

Deutschland zählt in der Cybersicherheitsforschung dem Bundesministerium zufolge zwar zur Weltspitze, doch der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis müsse beschleunigt wer­den. Denn trotz renommierter Forschungszentren würden die Ergebnisse zu selten den Weg in die Wirtschaft und gesellschaftsrelevante Anwendungen finden. Ein neuer Roadmapping-Prozess soll die Lösung sein und Akteure der Cybersicherheit von Wissenschaft bis Wirtschaft bei der Entwicklung des neuen Programms einbeziehen. Das BMFTR plant, sein neues Programm im ersten Quartal 2027 vorzustellen.

Dies sind die Eckpunkte für das neue Programm der Bundesregierung zur Cybersicherheitsforschung:

  • 1. Schlüsseltechnologien für technologische Souveränität konsequent nutzen: Hier will das BMFTR die Grundlagen- und die anwendungsorientierte Cybersicherheitsforschung stärken. In der Forschungsförderung sollen gezielte Akzente gesetzt werden, insbesondere bei weg­weisenden Zukunftsthemen und -technologien. Gleichzeitig sollen die Chancen der KI in der Cybersicherheit genutzt und die damit verbundenen Risiken konsequent adressiert werden.
  • 2. Kommunikation der Zukunft sicher gestalten: Die Forschung für ein sicheres Internet soll gezielt gefördert werden. Die Förderung zukunftsfähiger und innovativer Kryptografie, also der Forschung an der Verschlüsselung von Informationen mittels Algorithmen, soll aus­ge­baut werden. Geplant ist auch, Cybersicherheit und Resilienz als Grundprinzipien bei der Entwicklung von Kommunikationssystemen zu verankern. Zudem soll das Inno­va­tions­öko­sys­tem der Quantenkommunikation fokussiert unterstützt werden.
  • 3. Grundrechte schützen: Das BMFTR will Technologien fördern, die Datenschutz, Rechts­staat­lichkeit und Menschenwürde von Anfang an bei der Entwicklung integrieren. Die For­schung zu Datenschutz und Privatheit soll im Einklang mit europäischen Werten voran­ge­trie­ben werden.
  • 4. Cyberresilienz in der Wirtschaft stärken: Forschung und Entwicklung sollen für sichere und resiliente Wertschöpfungs- und Lieferketten gefördert werden. Zudem sollen kritische In­frastrukturen sowie die Mobilität der Zukunft gezielt abgesichert werden.
  • 5. Cyberresilienz in der Gesellschaft stärken: IT-Sicherheit soll einfacher und benutzbarer gestaltet werden. Zudem soll die Demokratie vor digitaler Manipulation und Einflussnahme geschützt werden, unter anderem durch weitere Forschung zur Bekämpfung von Des­in­formation.
  • 6. Cyberresilienz des Staates stärken: Das BMFTR plant, innovative Ansätze zur Abwehr quali­fizierter Cyberangriffe und zum nachhaltigen Schutz staatlicher Infrastrukturen zu fördern. Die Forschungssicherheit und Cyberresilienz der deutschen Forschungslandschaft soll gestärkt und der Dialog zu Dual-Use-Aspekten in der Cybersicherheitsforschung vor­an­ge­trieben werden.
  • 7. Technologietransfer aus der Forschung in die Praxis beschleunigen: Die Start-up-Kultur soll ausgebaut und der Transfer insgesamt beschleunigt werden. Sichere Open-Source-Tech­nologiebausteine sollen geschaffen werden. Zudem plant das BMFTR, Deutschland als Nukleus der Cybersicherheitsinnovation zu positionierent.
  • 8. Neue Fachkräfte ausbilden und internationale Talente gewinnen: Es sollen attraktive Rah­men­bedingungen zur Ausbildung von Fachkräften geschaffen werden und eine „hohe Strahlkraft“ erzeugt werden, um internationale Talente anzuziehen.
  • 9. Mit europäischen und internationalen Wertepartnern kooperieren: Strategische For­schungs­part­nerschaften mit Wertepartnern sollen gezielt ausgebaut werden. Dazu sollen sowohl die bilaterale als auch die europäische Ausrichtung der Förderung in der Cyber­si­cher­heit weiter gestärkt werden. Zudem sollen der europäische Gedanke und europäische Werte in der Cy­ber­sicherheitsforschung konsequent verankert werden.

„Ohne Cybersicherheit ist Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit, ganz im Sinne der Hightech Agenda Deutschland, nicht denkbar. Gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft und Zivil­ge­sell­schaft gestalten wir die Cybersicherheitsforschung von morgen und richten sie mit dem kom­men­den Forschungsrahmenprogramm neu aus. Wir machen Deutschland cyber­re­si­li­ent“, kommentiert Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Den vollständigen Eckpunkteplan des BMFTR finden Sie hier.

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