Lernplattform kompromittiert Cyberangreifer erbeutet Millionen Schülerdaten

Von Marvin Djondo-Pacham 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Canvas-Anbieter Instructure hat einen Cybersecurity-Vorfall bestätigt. Ein Angreifer konnte sich unbefugten Zugriff auf interne Systeme ver­schaf­fen und hat dabei möglicherweise Daten von Schülern, Studierenden und Lehrkräften entwendet.

Instructure untersucht einen Cybersecurity-Vorfall, bei dem ein Angreifer Zugriff auf Daten von Nutzern der Lernplattform Canvas erlangt hat.(Bild:  Envato Elements)
Instructure untersucht einen Cybersecurity-Vorfall, bei dem ein Angreifer Zugriff auf Daten von Nutzern der Lernplattform Canvas erlangt hat.
(Bild: Envato Elements)

Instructure, Anbieter des Learning-Management-Systems Canvas, ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. Das Unternehmen bestätigte den Sicherheitsvorfall über seine Statusseite, bei dem sich ein Angreifer unbefugt Zugriff auf interne Systeme verschaffen konnte.

Namen, E-Mail-Adressen und Nachrichten betroffen

Canvas wird von Schulen, Hochschulen und Unternehmen genutzt, um Lerninhalte digital zu organisieren, bereitzustellen und die Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden zu ermöglichen. Entsprechend sensibel ist der Vorfall: Betroffen sind Daten von Schülern, Stu­dier­enden und Lehrkräften.

Status-Update von Infrastructure zum Cyberangriff(Bild:  Vogel IT-Medien GmbH)
Status-Update von Infrastructure zum Cyberangriff
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Nach Aussagen von Steve Proud, Chief Information Security Officer von Infra­structure, konnten die Angreifer mehrere personenbezogene Informationen einsehen: „Während wir setzen unsere Untersuchungen aktiv fortsetzen, deutet bisher alles darauf hin, dass es sich bei den betroffenen Daten um bestimmte personenbezogene Angaben von Nutzern der betroffenen Einrichtungen handelt, wie beispielsweise Namen, E-Mail-Adressen und Studierenden-IDs sowie um Nachrichten zwischen den Nutzern. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns keine Hinweise darauf vor, dass Passwörter, Geburtsdaten, be­hördliche Identifikationsnummern oder Finanzdaten betroffen sind. Sollte sich dies ändern, werden wir alle betroffenen Einrichtungen benachrichtigen.“

Informationen zu einer Erpressung gibt es bisher nicht, auch scheinen die Daten bisher nicht im Darkweb veröffentlicht worden zu sein.

Zugangsdaten entzogen und Tokens widerrufen

Instructure hat nach eigenen Angaben externe Forensik-Experten eingeschaltet, um den Vorfall zu untersuchen. Parallel dazu habe das Unternehmen mehrere Sicherheitsmaßnahmen ein­ge­leitet. Unter anderem seien privilegierte Zugangsdaten entzogen, Access Tokens widerrufen und Sicherheitspatches eingespielt worden. Zusätzlich habe Instructure das Monitoring in sei­nen Cloud- und Serverumgebungen verstärkt, um mögliche weitere verdächtige Aktivitäten schneller erkennen zu können.

Die ergriffenen Maßnahmen hätten auch Auswirkungen auf einzelne Nutzer und angebundene Dienste gehabt. Einige integrierte Tools und Drittanbieter-Anwendungen müssen demnach in Canvas neu autorisiert werden. Instructure begründet dies mit dem Widerruf bestimmter To­kens und Zugangsdaten. Dadurch sollen potenziell kompromittierte Zugriffsrechte ungültig gemacht und die Sicherheit der Plattform wiederhergestellt werden.

(ID:50839680)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung