Gegen den Ausfall vorsorgen und Daten absichern

Schutz gegen Internetstörungen und -ausfälle

Seite: 2/4

2. Die Gründe hinter den Ausfällen

Wie bereits erwähnt, sind die Ursachen für die Ausfälle oftmals mit unabsichtlichen Beschädigungen verbunden; tatsächlich ist das Bild jedoch wesentlich vielschichtiger. Als Basis hierfür dient der jährlich erscheinende ENISA-Report der European Union Agency for Cybersecurity in seiner aktuellsten Veröffentlichung für das Jahr 2018.

Auch bei Providern kann Technik ausfallen – nicht immer funktioniert dort die Redundanz so, wie man es sich wünschen würde.
Auch bei Providern kann Technik ausfallen – nicht immer funktioniert dort die Redundanz so, wie man es sich wünschen würde.
(Bild: © miklyxa - stock.adobe.com)

Systemausfälle (67 Prozent)

Systemausfälle bilden dabei die bei weitem am häufigsten vorkommende Fehlerkategorie, auch im langjährigen Überblick. Das liegt nicht zuletzt daran, dass unter diesem Begriff viele Fehlerquellen zwischen dem Ausfall eines Servers bis zu Bugs in Software zusammengefasst werden.

Interessant dabei ist auch, dass dies zwar die überwältigende Mehrzahl darstellt, Systemausfälle tatsächlich jedoch nur an zweiter Stelle der aufsummierten Ausfallstunden liegen. Das hängt auch damit zusammen, dass diese Ausfälle meist direkt an der Anbieter- oder Abnehmerseite vorkommen und deshalb relativ rasch erkannt und behoben werden.

Menschliches Versagen (18 Prozent)

Eine Putzfrau, die versehentlich mit dem Staubsauger ein Kabel aus der Dose zieht, ein Baggerführer, der ein Kabel durchtrennt: Zwar mit großem Abstand, aber auf Platz zwei der Ausfallgründe liegt das klassische menschliche Versagen.

Unabhängig vom Einzelfall ist dabei, dass es sich immer um „Unfälle“ handelt, also keine böswillige Absicht dahintersteckt. Auf Platz zwei der Ausfallgründe allgemein, doch mit gerade einmal zehn Prozent Anteil an den Gesamtausfallstunden ist dieser Faktor dabei schließlich an vorletzter Stelle angesiedelt.

Von allen Naturphänomenen sind Stürme die häufigsten Auslöser für Netzausfälle – es wäre enorm teuer, sämtliche Leitungen unterirdisch zu verlegen.
Von allen Naturphänomenen sind Stürme die häufigsten Auslöser für Netzausfälle – es wäre enorm teuer, sämtliche Leitungen unterirdisch zu verlegen.
(Bild: © Sebastian Seemann - stock.adobe.com)

Natürliche Phänomene (10 Prozent)

Die Natur lässt sich nur in Grenzen kontrollieren. Und obwohl viel dafür getan wird, Netze gegen Umwelteinflüsse abzusichern, lässt sich eine gewisse Häufung der Ereignisse nicht übersehen – hier zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels, der mit seinen Phänomenen zwischen Starkwinden, schweren Schneefällen sowie ferner durch hohe Temperaturen ausgelösten Folgeschäden in der Summe für 50 Prozent aller Ausfallstunden verantwortlich ist – übrigens löste er damit 2018 erstmalig die Systemausfälle an ihrem Spitzenplatz ab.

Kriminelle Handlungen (5 Prozent)

Bislang am seltensten sind kriminelle Handlungen verantwortlich für Netzausfälle – auch was den Anteil an den Ausfallzeiten anbelangt. Hierunter fallen nicht pauschal Hackerangriffe, tatsächlich gibt es auch hier multiple Beweggründe:

  • mutwillige Zerstörung ohne besonderen Anlass, etwa Brandstiftung an einem Kabelverzweiger, Sabotage von Anbietersystemen,
  • politisch/Ideologisch motivierte Zerstörungen, beispielsweise im Rahmen einer ausufernden Demonstration,
  • Zerstörungen mit wirtschaftskriminellem Hintergrund, um etwa einen unternehmerischen Konkurrenten gezielt durch die Abtrennung vom Internet lahmzulegen,
  • (Staats-)Terroristische Akte mit dem Ziel, einer Nation tiefgreifend zu schaden.

Nicht zuletzt kann der Ausfall des Internets immer auch nur ein Kollateralschaden sein, wenn beispielsweise Kriminelle eine Stromversorgung kappen, um damit ihr eigentliches Ziel – etwa das Ausschalten einer Alarmanlage – zu erreichen.

(ID:46288948)