Gegen den Ausfall vorsorgen und Daten absichern

Schutz gegen Internetstörungen und -ausfälle

Seite: 3/4

3. Prominente Ausfälle

Man darf ohne Übertreibung davon ausgehen, dass es in jedem Augenblick auf dem Globus dutzende, wenn nicht gar hunderte Internetausfälle unterschiedlicher Ausdehnungen gibt. Besondere Prominenz erreichten jedoch unter anderem die folgenden drei Ausfälle.

Der Mirai-Angriff auf die Telekom

Die Mirai-Schad-Software ist nur eine unter vielen, die Linux-basierte Systeme infiziert und diese dann zu Botnetzen zusammenschließt. Insbesondere im Jahr 2016 wurde diese Malware mehrfach verwendet, um durch gezielte DDoS-Attacken einzelne Webseiten lahmzulegen.

DDoS-Attacken sind nach wie vor ein probates Mittel, um Ausfälle zu erzeugen. Leider auch deshalb, weil viele Systeme nicht hinreichend abgesichert sind.
DDoS-Attacken sind nach wie vor ein probates Mittel, um Ausfälle zu erzeugen. Leider auch deshalb, weil viele Systeme nicht hinreichend abgesichert sind.
(Bild: © daliu - stock.adobe.com)

Die in Sachen Ausbreitung jedoch umfangreichste Nutzung von Mirai geschah am 27. November 2016. Damals fand, nach Behauptung des Ausführenden im Auftrag eines Telekommunikationsanbieters in Liberia, ein Angriff auf Millionen von Geräten statt. Betroffen hierzulande waren ausschließlich Telekom-Speedport-Router; die Störungen reichten von massiven Geschwindigkeitseinbußen bis zu Komplettausfällen.

Die Dyn-Attacke

Einen Monat vor dem Mirai-Angriff wurde der DNS-Anbieter DynDNS ebenfalls durch einen DDoS-Angriff weitestgehend lahmgelegt. Vermutet wird, dass abermals Mirai-infizierte Botnetze dahintersteckten; eine konkrete Verantwortung konnte jedoch bis dato noch niemandem nachgewiesen werden – mehrere Gruppen, unter anderen Anonymus, beanspruchten den „Ruhm“ der Attacke für sich.

Hauptsächlich waren von der Dyn-Attacke die USA und Teile Europas (in wesentlich kleinerem Umfang) betroffen. Bemerkenswert war der Maßstab, in dem Firmen von Ausfällen berichteten: Von Airbnb und Amazon über Fox News und andere Nachrichtenanbieter bis zu Reddit, der schwedischen Regierung, Twitter und dem WCMS-Anbieter Wix.com reichte die Liste. Insgesamt umfasste sie knapp 70 einzelne Unternehmen/Dienste und ein Vielfaches ihrer Unterseiten.

Der Vodafone-Ausfall 2011

Was am 28. Februar 2011 in Großbritannien passierte, ist ein Paradebeispiel für die genannten Kollateralschäden von kriminellen Handlungen. Betroffen war der sogenannte M4-Corridor in Großbritannien, eine nach der gleichnamigen Autobahn benannte Region zwischen London und Wales, in der sich zahlreiche Unternehmen der Tech-Branche angesiedelt haben.

Was diesem Ausfall zugrunde lag, war keine bösartige Attacke, sondern vielmehr ein simpler Einbruch: Kriminelle waren in eine Verteilstation, die zu Vodafone gehörte, eingebrochen und hatten dort großflächig Hardware entwendet, um diese auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen – übrigens bei weitem nicht das erste oder einzige Phänomen dieser Art. Immer wieder kommt es beispielsweise zu lokalen und auch großflächigen Ausfällen, weil Kabeldiebe es auf Kupferleitungen abgesehen haben.

Jedes Gerät, das sich mit dem WLAN verbinden lässt, ist ein potentielles Einfallstor für Angriffe.
Jedes Gerät, das sich mit dem WLAN verbinden lässt, ist ein potentielles Einfallstor für Angriffe.
(Bild: © Viacheslav Iakobchuk - stock.adobe.com)

Werden großflächige Ausfälle häufiger?

Ja. Denn nach wie vor steigt die Bedeutung von Internetverbindungen weltweit. Hinzu kommt, dass immer mehr Dienste entstehen und andere, die bislang analog waren, auf digitale Übertragungswege umsatteln – so ist etwa das gesamte Telefonienetz der Telekom in Deutschland mittlerweile auf VoIP-Technik umgestellt worden, sodass ein Netzausfall hier praktisch automatisch auch Telefonate betrifft.

Experten sehen zudem in der starken Ausbreitung von IoT-Anwendungen eine eklatante Lücke – nicht zuletzt Mirai konnte nur deshalb so erfolgreich sein, weil es so viele ungesicherte Anwendungen gibt, die nur aus Komfortgründen mit dem Internet verbunden sind.

(ID:46288948)