Scams und cybersicheres Spielzeug Security-Insider wünscht frohe Feiertage und wachsames Shoppen

Von Melanie Staudacher 3 min Lesedauer

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Zur Weihnachtszeit boomen Fakeshops und KI-gefälschte Angebote. Ver­brauch­er sollten vor dem Kauf prüfen, ob der Online-Shop seriös ist und ob die Ware ein Prüfsiegel hat. Damit Weihnachten besinnlich bleibt und Ge­schenke nicht zum Sicherheitsrisiko werden.

Security‑Insider wünscht frohe Weihnachten und schöne Geschenke. Doch bleiben Sie wachsam: Fakeshops und KI‑Fälschungen boomen und auch nicht jedes elektronische Gerät ist sicher vor Angriffen.(Bild: ©  sonyachny - stock.adobe.com)
Security‑Insider wünscht frohe Weihnachten und schöne Geschenke. Doch bleiben Sie wachsam: Fakeshops und KI‑Fälschungen boomen und auch nicht jedes elektronische Gerät ist sicher vor Angriffen.
(Bild: © sonyachny - stock.adobe.com)

Mit Familie und Freunden den Weihnachtsbaum schmücken, Punsch trinken, Plätzchen essen und Geschenke austauschen. So soll die Weihnachtszeit im Idealfall aussehen. Doch gerade was den letzten Punkt angeht, sollten Verbraucher künftig besonders wachsam sein. Denn gerade in der Weihnachtszeit haben Markenpiraterie und Online-Betrug über Social Media und E-Com­merce ihr Hoch. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz, um Abbildungen von Produkte und Marken zu erstellen, gefälschten Influencer-Testimonials und Werbevideos wird es für Cyberkriminelle immer leichter, unwissende Verbraucher auszutricksen. Diese bezahlen dann Geld für Waren, die es gar nicht gibt und die sie niemals erhalten werden.

Betrugs-Hoch in der Weihnachtszeit

Wie die Verbraucherzentrale informiert, konnte ihr Fakeshop-Finder bereits 86.000 gefälschte Online-Shops identifizieren. Monatlich würden rund 1.200 neue Shops dazu kommen. Eine Umfrage des Bitkom unter 1.002 Deutschen zeigt, dass dieses kriminelle Geschäft für Betrüger lukrativ sein kann: 73 Prozent bestellen in diesem Jahr Weihnachts­ge­schenke online. 17 Prozent kaufen sie sogar ausschließlich über das Internet.

Trend Micro warnt vor folgenden Betrugs-Trends zur Weihnachtszeit:

  • Fälschungen von Online-Shops oder Werbevideos sind kaum noch von echten Kampagnen zu unterscheiden.
  • Synthetische „Influencer“ bewerben „Limited Editions“ mit 50 bis 70 Prozent Rabatt. Dazu kommen KI-generierte 5-Sterne-Reviews und Social Ads, die Vertrauen missbrauchen und die Conversion erhöhen sollen.
  • Automatisierte „Scam-Assembly-Lines“ erstellen hunderte Varianten von Fake-Angeboten parallel.
  • Perfekte Produktbilder, stimmige Texte, realistische Stimmen und Deepfake-Videos entstehen mit KI in Minuten und ohne Coding-Know-how.

Um sich abzusichern, können Verbraucher mit dem Fakeshop-Finder überprüfen, ob ein Online-Shop seriös ist. Dahinter steckt ein KI-System, dass das Internet nach Shops durchsucht, die Betrugsmerkmale aufweisen. Typische Merkmale dafür, auf die Verbraucher bei jeder Be­stellung auch selbst achten sollten, sind beispielsweise:

  • Ein fehlendes Impressum
  • Eine gefälschte Umsatzsteuer-ID
  • Prominente/Firmalogs als Testimonial ohne Quelle
  • Fehlende AGBs
  • Widersprüchliche Widerrufs- oder Rückgabebedingungen
  • Unrealistische Preise, die „zu gut sind, um wahr zu sein“
  • Auffällig viele Rechtschreib- oder Übersetzungsfehler
  • Social-Icons ohne funktionierende Profile oder Weiterleitung
  • Bestellung nur per Vorkasse oder mit Kryptowährung

Sicherheit von Spielzeug

Doch selbst, wenn die bestellte Ware heil ankommt und man keinem Betrug zum Opfer gefallen ist, bedeutet dies nicht gleich, dass die Produkte ohne jegliche Sicherheitsbedenken zu ver­wen­den sind. Denn mittlerweile landen immer häufige digitale Geschenke unter dem Weihnachts­baum: Smarte Uhren, Lautsprecher, Wecker, Puppen, Staubsauger und vieles mehr. Und diese müssen auf ihre Cybersicherheit getestet und vor Angriffen von außen geschützt werden. Diese Aufgabe übernehmen Spielzeugtester.

Doch nicht nur die Vernetzung digitaler Produkte kann zum Risiko werden. Patrick Niklaus, Spielzeugtester beim TÜV Rheinland, warnt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA): „Der Boom mit Künstlicher Intelligenz bei Spielzeugen wird kommen und neue Risiken brin­gen.“ So müsse etwa sichergestellt sein, dass Lernspielzeug, das Dialoge mit dem Kind führen könne, bei einem trotzigen oder zornigen Verhalten des Kindes keine unerwartete Reaktion zeige. Je nach Produkt gibt es verschiedene Prüfzeichen, die bestätigen, dass ein Produkt richtig verarbeitet wurde oder ihm Cybersicherheit bescheinigt wurde. Als Beispiel nennt Sebastian Rösch, Abteilungsleiter für die Spielzeugtestung, das CE-Zeichen, weist allerdings darauf hin, dass „es nur eine Selbsterklärung des Herstellers ist, dass das Produkt die Sicherheits­an­for­der­ungen der EU erfüllt.“ Höhere Ansprüche erfülle das GS-Siegel. Das dürften nur unabhängige Prüfdienstleister vergeben. Rösch bestätige, dass deutsche Gesetze zur Produktsicherheit eingehalten werden.

Frohe Weihnachten!

In diesem Sinne wünscht Ihnen die Redaktion von Security-Insider sicheres Shoppen und fröhliche Feiertage. Wir freuen uns auf viele weitere, spannende Themen mit Ihnen im neuen Jahr!

Und damit zwischen den Jahren keine Langeweile aufkommt, haben wir hier ein paar Lese- und Hör-Empfehlungen:

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