Schwachstellenmanagement Klarheit, KI und Kontext für eine sichere IT

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Cyberangriffe werden raffinierter, herkömmliche Scanner oft zum Risiko, wenn Sicherheitslücken verborgen bleiben, bis sie ausgenutzt werden. Effektives Schwachstellen- und Patch-Management erfordern smarte Prüfmethoden und realistische Risikoanalysen.

Um der Vielzahl an bekannten und unbekannten Sicherheitslücken Herr zu werden, sollten sich Unternehmen Klarheit über ihre System verschaffen, das Schwachstellenmanagement mit KI automatisieren und die Scans mit Kontexten anreichern.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Um der Vielzahl an bekannten und unbekannten Sicherheitslücken Herr zu werden, sollten sich Unternehmen Klarheit über ihre System verschaffen, das Schwachstellenmanagement mit KI automatisieren und die Scans mit Kontexten anreichern.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Viele herkömmliche Scans erkennen laut Greenbone lediglich bekannte Sicherheitslücken anhand von Versionsnummern. Dieser Ansatz hat Schwächen. Denn oft basieren Angriffe auf versteckten Schwachstellen, die durch einfache Patch-Mechanismen nicht offensichtlich erkennbar sind. Die Lösung liegt dem Security-Hersteller zufolge in einer Kombination aus authentifizierten Tests, aktiven Prüfmethoden und risikobasierter Priorisierung. Moderne Scanner setzen auf mehrstufige Verfahren, um Schwachstellen nicht nur zu identifizieren, sondern auch ihr tatsächliches Bedrohungspotenzial zu bewerten.

Aktive Prüfung und Penetration Testing

Schwachstellen-Scans identifizieren Risiken. Doch nicht alle Ergebnisse sind verwertbar. Untersuchungen zeigen Greenbone zufolge, dass bei rein versionsbasierten Scans bis zu 50 Prozent der erkannten Schwachstellen False Positives sind, also Sicherheitslücken, die real nicht ausnutzbar sind. Aktive Scans simulieren reale Angriffe und prüfen, ob Schwachstellen tatsächlich von Cyberkriminellen ausgenutzt werden können. Dieser aktive Ansatz reduziert Fehlalarme und liefert verlässlichere Ergebnisse als passive Scans, die sich auf Versionsnummern und Netzwerkreaktionen stützen. Entscheidend sei dabei die richtige Prüfmethode:

  • Nicht-authentifizierte Scans sind den Security-Experten zufolge schnell, aber fehleranfällig.
  • Authentifizierte Prüfungen analysieren Konfigurationen direkt und minimieren Fehlalarme.
  • Kontextbezogene Tests bewerten Schwachstellen anhand der tatsächlichen Infrastruktur – nicht nur über Versionsnummern.

Ein mehrstufiger Verifizierungsprozess stelle sicher, dass Testergebnisse präzise, verlässlich und frei von Fehlalarmen sind. Diese Erkenntnisse würden dann direkt in das Penetration Testing einfließen. Die Integration von Exploit-Tests und von nicht-authentifizierten Prüfungen bringe entscheidende Vorteile für das Penetration Testing. Denn diese Verfahren würden über die reine Identifikation von Schwachstellen hinaus gehen: Sie testen laut Greenbone aktiv, ob Sicherheitskonfigurationen in der Praxis halten, was sie versprechen. Besonders wichtig ist dabei die Einhaltung anerkannter Sicherheitsstandards, wie etwa

  • des BSI IT-Grundschutzes, der standardisierte Sicherheitsvorgaben für Unternehmen und Behörden liefert sowie
  • der Center for Internet Security (CIS) Benchmarks, die Best Practices zur sicheren Konfiguration von IT-Systemen bereitstellen.

Durch diese erweiterte Perspektive würden sich nicht nur Schwachstellen finden lassen, sondern auch potenzielle Angriffspfade nachvollziehen.

Moderne Technologien optimieren das Schwachstellenmanagement

Ein weiteres Werkzeug, um eine präzisere Bewertung von Risiken und die gezielte Priorisierung von Tests zu ermöglichen, ist die Automatisierung durch KI. So können Sicherheitsteams ihre Ressourcen effizienter nutzen. KI-gestützte Sicherheitslösungen sind in der Lage, die Zeit bis zur Erkennung und Behebung von Schwachstellen erheblich verkürzen. Dabei ermöglicht die Automatisierung Greenbone zufolge drei zentrale Verbesserungen:

  • Präzisere Risikobewertung
  • Effiziente Ressourcennutzung
  • Skalierbare Automatisierung

Doch die Integration von KI sei nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern eine strategische Notwendigkeit. Die Kombination aus maschinellem Lernen und menschlicher Expertise erhöhe die Geschwindigkeit und Präzision der Schwachstellenerkennung.

Intelligente Priorisierung und Testarchitektur

Nicht nur die schnelle Entdeckung einer Sicherheitslücke ist wichtig, sondern auch die Geschwindigkeit der Reaktion sei entscheidend. Die Empfehlung des Herstellers sind moderne Systeme, die mehrere Bewertungsebenen nutzen:

  • 1. Threat Intelligence liefert Echtzeitdaten zu aktuellen Angriffen.
  • 2. Risikomodelle wie CVSS und EPSS bewerten die Ausnutzbarkeit von Sicherheitslücken.
  • 3. Analysen aus Exploit-Versuchen und Schwachstellenberichten helfen, echte Risiken zu identifizieren.

Diese mehrstufige Herangehensweise ermögliche es, Schwachstellen nicht nur zu erkennen, sondern auch präzise nach ihrer tatsächlichen Kritikalität zu priorisieren.

Open Source im Schwachstellenmanagement

Die Bedeutung offener, nachvollziehbarer Testverfahren wird Greenbone zufolge besonders deutlich, wenn Security-Teams die Funktionsweise ihrer Prüfmechanismen im Detail verstehen müssen. Der Open-Source-Ansatz hat sich dabei als besonders wertvoll erwiesen: Security-Teams können jeden Schritt der Erkennungsmethoden nachvollziehen und bei Bedarf an ihre spezifischen Anforderungen anpassen.

Die Stärke dieses Ansatzes liegt in der aktiven Community-Beteiligung. Unternehmen und Sicherheitsexperten tragen kontinuierlich zur Optimierung der Tests bei, indem sie neue Bedrohungsszenarien identifizieren und entsprechende Prüfmethoden entwickeln. Diese kollaborative Weiterentwicklung ermöglicht eine deutlich schnellere Anpassung an neue Angriffsstrategien, als es in geschlossenen Systemen möglich wäre.

Flexibilität in der Testumgebung

Ein statisches Schwachstellenmanagement reicht in modernen IT-Umgebungen nicht mehr aus. Fortschrittliche Lösungen setzen auf dynamische Scan-Konfigurationen. Dazu gehören:

  • Spezifische Prüfprofile für verschiedene Maschinengruppen oder Anwendungen
  • Automatische Anpassung an neue Infrastrukturkomponenten
  • Gezielter Ressourceneinsatz zur effizienten Nutzung von Testkapazitäten

Mit maßgeschneiderten Testumgebungen würden sich Ressourcen gezielt dort einsetzen lassen, wo das Risiko am höchsten ist – und nicht nach dem „Gießkannenprinzip“.

Compliance und gesetzliche Vorgaben

Compliance ist längst mehr als eine formale Hürde. Unternehmen müssen nachweisen, dass sie Schwachstellen systematisch identifizieren und schließen, um regulatorische Vorgaben einzuhalten. Greenbone nennt drei zentrale Faktoren für ein regelkonformes Schwachstellenmanagement

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  • Breite Testabdeckung: Nur eine umfassende Prüfung ermöglicht den Nachweis, dass alle relevanten Sicherheitslücken adressiert wurden.
  • Branchenspezifische Anpassungen: Verschiedene Industrien haben unterschiedliche Anforderungen (z. B. NIS2, DSGVO, ISO 27001).
  • Automatisierte Compliance-Checks: Intelligente Prüfverfahren helfen, Audits effizient zu bestehen und Bußgelder zu vermeiden.

Sicherheit braucht Tiefe, Tempo und Transparenz

„Effektives Schwachstellenmanagement endet nicht mit einem Scan“, sagt Elmar Geese, Vorstand bei Greenbone. Entscheidend seien Testtiefe, intelligente Priorisierung und transparente Prüfmethoden. Unternehmen, die Sicherheitslücken früh erkennen, realistisch bewerten und konsequent schließen, würden ihr Angriffsrisiko erheblich reduzieren. Angesichts wachsender Bedrohungen reiche es nicht, auf neue Schwachstellen zu reagieren – proaktives Handeln sei gefragt. Smarte Automatisierung, Echtzeit-Bedrohungsanalysen und dynamische Tests würden den Unterschied machen. „Wer IT-Security als kontinuierlichen Prozess versteht, setzt den entscheidenden Schritt zur echten Resilienz.“

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