Die Cloud ermöglicht Flexibilität, schnelle Skalierbarkeit und eröffnet Innovationspotenziale. Doch wo Geschwindigkeit und Agilität im Vordergrund stehen, bleibt die Sicherheit oft auf der Strecke. Security by Design setzt genau hier an: Statt Sicherheitslücken später mühsam zu schließen, wird die Sicherheit von Anfang an als fester Bestandteil jeder Cloud-Strategie mitgedacht.
Unternehmen, die Security by Design von Anfang an als strategischen Faktor begreifen, schaffen eine Cloud-Architektur, die nicht nur sicher, sondern auch zukunftsfähig ist.
Aber was tun, wenn die Cloud-Umgebung bereits besteht und die Sicherheitsstrategie bislang zu kurz gekommen ist? Auch dann gibt es wirksame Wege, die Systeme umfassend abzusichern. In diesem Artikel zeigen wir, wie Unternehmen durch vorausschauende Planung und gezielte Nachbesserungen eine belastbare und sichere Cloud-Architektur schaffen können.
Erste Schritte für mehr Sicherheit: So gelingt Security by Design
Eine stabile Sicherheitsarchitektur entsteht nicht zufällig, sondern ist das Ergebnis bewusster und vorausschauender Planung. Security by Design stellt sicher, dass Sicherheit als integraler Bestandteil jedes Projektschritts mitgedacht wird – von der ersten Konzeptidee bis hin zum laufenden Betrieb.
Den Grundstein legt eine systematische Bedrohungsanalyse. Methoden wie Threat Modeling helfen, potenzielle Risiken bereits in der Konzeptionsphase zu identifizieren und durch gezielte Maßnahmen zu minimieren. Das Zero-Trust-Modell ergänzt diesen Ansatz, indem es mit dem traditionellen Vertrauen in interne Systeme bricht: Stattdessen gilt: „Vertraue niemandem, prüfe alles.“ Jeder Zugriff muss authentifiziert und autorisiert werden – unabhängig davon, ob er von innen oder außen kommt. Besonders in hybriden Cloud-Umgebungen verhindert Zero Trust, dass Angreifer sich unbemerkt seitwärts im Netzwerk bewegen und so ungehindert auf weitere Systeme zugreifen können.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Prinzip "Secure by Default". Systeme und Dienste sollten standardmäßig mit den sichersten Einstellungen konfiguriert werden. Idealerweise wird dies automatisiert überprüft – so lassen sich unbeabsichtigte Fehlkonfigurationen vermeiden und das Sicherheitsniveau der gesamten IT-Umgebung nachhaltig steigern. Entscheidend ist dabei, dass dieser Zustand nicht als abgeschlossene Maßnahme verstanden wird: Sicherheitskonfigurationen müssen regelmäßig überprüft und an neue Gegebenheiten angepasst werden – etwa bei Veränderungen der Systemlandschaft, neuen regulatorischen Anforderungen oder technischen Weiterentwicklungen.
Damit Sicherheit nicht erst im Betrieb, sondern schon in der Entwicklung berücksichtigt wird, setzen moderne Unternehmen auf die Shift Left Security. Sicherheitsprüfungen finden so früh wie möglich statt – idealerweise bereits beim Schreiben des Codes. Automatisierte Tests und kontinuierliche Analysen helfen, Sicherheitslücken proaktiv zu identifizieren und noch vor dem Produktiveinsatz zu beheben.
Sicherheitsarchitektur: Präventive Maßnahmen, die greifen
Ein wesentlicher Bestandteil von Security by Design ist die technische Umsetzung der Sicherheitsstrategie in der gesamten Cloud-Architektur. Hierbei greifen mehrere präventive Maßnahmen ineinander, die von Anfang an mitgedacht werden müssen.
Eine zentrale Rolle spielt das Identity and Access Management (IAM). Es ermöglicht, Zugriffsrechte granular zu steuern und sicherzustellen, dass Benutzer nur die Berechtigungen erhalten, die sie tatsächlich benötigen. Das Least-Privilege-Prinzip stellt sicher, dass kein Mitarbeiter oder System mehr Rechte hat, als zur Erfüllung der Aufgaben notwendig ist.
Sensible Daten sollten konsequent verschlüsselt werden – sowohl im Ruhezustand als auch während der Übertragung. Moderne Verschlüsselungsstandards und automatisierte Schlüsselmanagement-Lösungen bieten zusätzlichen Schutz. Besonders effektiv ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die sicherstellt, dass Daten nur von den vorgesehenen Empfängern entschlüsselt werden können.
Ein weiterer essenzieller Baustein ist die Netzwerksegmentierung. Sie unterteilt die IT-Infrastruktur in isolierte Segmente, sodass ein Sicherheitsvorfall nicht sofort das gesamte Netzwerk gefährdet. Die Microsegmentation geht noch weiter: Sie ermöglicht es, den Datenfluss innerhalb einzelner Anwendungen präzise zu steuern und potenzielle Risiken bereits im Keim zu ersticken.
Regulatorische Anforderungen als strategische Chance nutzen
Auch die Regulatorik sollte bewusst von Anfang an in die Sicherheitsstrategie integriert werden. Regulatorische Vorgaben wie der Cloud Resilience Act und die NIS-2-Richtlinie sind mehr als bürokratische Hürden. Sie bieten Unternehmen eine wertvolle Gelegenheit, die eigene Sicherheitsstrategie gezielt zu optimieren. Statt die Anforderungen als Last zu begreifen, sollten Unternehmen sie als Kompass nutzen, der hilft, IT-Infrastrukturen resilienter zu gestalten.
Der strukturierte Rahmen dieser Regularien schafft Klarheit und unterstützt Unternehmen dabei, Sicherheitslücken systematisch zu schließen. Moderne Tools zur Automatisierung von Compliance-Prüfungen integrieren Sicherheitsrichtlinien direkt in die Cloud-Infrastruktur und sorgen für eine kontinuierliche Überwachung. Dies spart nicht nur Ressourcen, sondern schafft auch langfristig stabile Sicherheitsprozesse.
Stand: 08.12.2025
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Ein proaktiver Umgang mit regulatorischen Anforderungen fördert die Cyber-Resilienz und ermöglicht es, aus rechtlichen Vorgaben echte Wettbewerbsvorteile zu machen. Unternehmen, die hier vorausschauend handeln, stärken nicht nur ihre Sicherheit, sondern auch das Vertrauen von Kunden und Partnern.
Sicherheit nachrüsten: Maßnahmen für bestehende Cloud-Umgebungen
Was aber, wenn die Cloud-Umgebung bereits steht und die Sicherheitsstrategie bislang zu kurz gekommen ist? Auch dann ist es möglich, bestehende Systeme umfassend abzusichern – vorausgesetzt, man geht strukturiert und zielgerichtet vor.
Der erste Schritt ist eine umfassende Bestandsaufnahme: Welche Systeme und Daten befinden sich in der Cloud? Wie sind sie aktuell geschützt? Gibt es bereits dokumentierte Sicherheitskonzepte, oder wird Sicherheit bislang eher ad hoc gehandhabt?
Eine gezielte Risikoanalyse hilft, die größten Sicherheitslücken zu identifizieren und Maßnahmen priorisiert umzusetzen. Dabei sollten auch automatisierte Analyse- und Überwachungstools zum Einsatz kommen, die kontinuierlich die Sicherheit der Infrastruktur prüfen und potenzielle Bedrohungen frühzeitig erkennen.
Infrastructure as Code (IaC) ist ein besonders effektiver Ansatz, um bestehende Systeme sicherer zu machen. Er ermöglicht es, Systeme nicht manuell, sondern per Code zu konfigurieren und automatisiert auszurollen. So entstehen nicht nur transparente und konsistente Strukturen, sondern auch die Möglichkeit, Sicherheitsprüfungen direkt im Entwicklungsprozess zu verankern. Policy as Code geht noch einen Schritt weiter: Sicherheitsrichtlinien werden direkt als Code umgesetzt, wodurch sich automatisierte Überprüfungen auf Konformität durchführen und bei Bedarf unmittelbar Anpassungen vornehmen lassen.
Zusätzlich sollten Unternehmen regelmäßige Sicherheitsaudits und Penetrationstests durchführen, um bestehende Systeme auf potenzielle Schwachstellen zu überprüfen. Die Einführung eines proaktiven Monitoring-Systems in Kombination mit Anomalieerkennung ermöglicht es, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Ein durchdachtes Incident- und in Teilen automatisiertes Response-Management sorgt dafür, dass im Fall eines Sicherheitsvorfalls schnell und zielgerichtet gehandelt werden kann.
Fazit: Security by Design als Investition in die Zukunft
Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess. Unternehmen, die Security by Design von Anfang an als strategischen Faktor begreifen, schaffen eine Cloud-Architektur, die nicht nur sicher, sondern auch zukunftsfähig ist. Das bedeutet insbesondere auch, Sicherheit so in der Strategie zu verankern, dass Ausgaben und Aufwände in angemessenem Maße dauerhaft planbar in das Tagesgeschäft integriert sind. Denn Sicheres bleibt nicht von selbst sicher.
Security by Design bildet den Ausgangspunkt – aber ebenso wichtig ist ein Rahmen, der es ermöglicht, Sicherheitsniveaus langfristig zu halten und flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren. Nur so entsteht eine Sicherheitsarchitektur, die mit der Organisation mitwächst und auch morgen noch tragfähig ist. Mit einem strukturierten Ansatz, modernen Sicherheitslösungen und einer vorausschauenden Umsetzung regulatorischer Vorgaben wird aus Sicherheit mehr als nur ein Pflichtprogramm – sie wird zu einem echten Wettbewerbsvorteil.
Letztlich ist Security by Design der Schlüssel, um Agilität und Innovation mit dem notwendigen Maß an Sicherheit zu verbinden. Wer die Cloud nicht nur nutzt, sondern gezielt absichert, gewinnt am Ende doppelt: durch Flexibilität im Geschäft und Schutz vor den vielfältigen Bedrohungen der digitalen Welt.
Über die Autoren
Philip Lorenzi ist Bereichsleiter Cybersecurity bei MaibornWolff.
Maximilian Schaugg ist Senior Lead Architekt für Cloud Business Development, ebenfalls bei MaibornWolff.