Analysten von Wiz haben eine Datenbank mit sensiblen Daten von DeepSeek entdeckt, die im Internet öffentlich zugänglich war. Sie enthielt mehr als eine Million Datensätze mit Benutzereingaben.
Die DeepSeek-Datenbank, die über eine Million Datensätze mit Benutzereingaben enthielt, ist mittlerweile gesperrt worden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Sicherheitsforscher aus den USA haben im Internet eine große Datenbank mit sensiblen Daten der chinesischen KI-Anwendung DeepSeek entdeckt. Forscher des Cloud-Sicherheitsunternehmens Wiz aus New York veröffentlichten einen entsprechenden Report. Daraus geht hervor, dass DeepSeek eine seiner wichtigen Datenbanken im Internet ungeschützt veröffentlicht hatte. Dadurch seien unter anderem Benutzereingaben – insgesamt mehr als eine Million Datensätze – für jeden offen einsehbar gewesen.
DeepSeek hatte vor einer Woche die Spitze der App-Charts erklommen und etablierte Anbieter wie OpenAI (ChatGPT) unter Druck gesetzt. Dem chinesischen Start-up war es nach eigenen Angaben gelungen, mit deutlich weniger Ressourcen-Einsatz ein KI-Modell zu entwickeln, das wettbewerbsfähig ist. Nach dem Überraschungs-Erfolg gerieten US-Techkonzerne wie der KI-Chip-Spezialist Nvidia an der Börse unter Druck.
Nach der Entdeckung der ungeschützten Datenbank von DeepSeek hatten die Forscher von Wiz Probleme, überhaupt Sicherheitsexperten bei dem chinesischen Start-up zu erreichen, da es keine offizielle Anlaufstelle bei DeepSeek für Sicherheitshinweise gegeben habe. Daraufhin habe man die Sicherheitslücke an beliebige DeepSeek-E-Mail-Adressen und LinkedIn-Profile geschickt, die man gefunden oder erraten habe. Die Wiz-Forscher haben nach eigenen Angaben bislang keine Antwort von DeepSeek erhalten.
Datenbank inzwischen wieder gesperrt
DeepSeek habe aber offenbar auf die Hinweise reagiert und die Datenbank innerhalb einer halben Stunde gesperrt. Sie sei dann für nicht autorisierte Benutzer nicht mehr zugänglich gewesen. Ob zuvor jemand auf die Daten zugegriffen oder sie heruntergeladen hat, bleibe unklar.
Experten warnen ganz generell davor, sensible Daten einer Künstlichen Intelligenz in der Cloud anzuvertrauen. Trotzdem nutzen etliche User die KI dazu, um etwa ihre finanzielle Situation analysieren oder komplizierte Arztbriefe in verständliche Sprache übertragen zu lassen.
Inkompatibel mit europäischem Datenschutz
Datenschützer sehen DeepSeek auch deswegen kritisch, weil der Hersteller seine Daten auf Servern in China speichert. Doch die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), erlaubt nur den Datenaustausch mit Staaten, deren Datenschutz sich auf dem Niveau in der Europäischen Union befindet. Für China fehlt es an einem Abkommen mit der EU, damit der Datenaustausch auf einer rechtlich sicheren Basis stattfinden kann.
Auf der anderen Seite sagte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gegenüber dpa, dass der Erfolg des chinesischen KI-Start-ups Europa zu mehr Innovation ermutigen sollte. „Es gibt zwar viele Förderprogramme in der EU“, sagte Paul Lukowicz, Wissenschaftlicher Direktor und Leiter des DFKI-Forschungsbereichs Eingebettete Intelligenz. „Aber dass jemand mal eine Milliarde Euro in die Hand nimmt und sagt: 'Jetzt bauen wir ein europäisches Modell.' Das scheint einfach nicht zu passieren. Und das finde ich sehr schade.“
Für Peter Liggesmeyer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern, hat die Entwicklung aus China das Potenzial, die Forschungslandschaft zu verändern. „Das Sprachmodell von DeepSeek scheint tatsächlich einige neue Wege einzuschlagen, um hohe Leistungsfähigkeit mit moderatem Einsatz von Ressourcen zu erreichen.“ Für ihn war das Erscheinen des Sprachmodells von DeepSeek durchaus überraschend. Lukowicz vom DFKI, das ebenfalls in Kaiserslautern angesiedelt ist, sagte, China habe sich wohl angesehen, welche Instrumente wie das US-amerikanische ChatGPT derzeit auf dem Markt seien. „Und da haben sie mit DeepSeek nicht nur aufgeholt, sondern auch leicht überholt.“ Eine „Hysterie“ um das neue KI-Modell wäre aber übertrieben. „Es ist ja nicht etwas von einem anderen Planeten. China hat schlicht aufgeholt und ist jetzt vorne dabei.“
DeepSeek mit Vorsicht genießen
Noch bevor die DeepSeek-Datenbank ungesichert von Wiz im Internet gefunden wurde, sagt Lukowicz der dpa, er erwarte eine breitere Debatte um die Sicherheit von Daten wie bei der Video-App TikTok, nicht. „Diskussion wird es geben, die gibt es zu dem Thema immer. Daten werden heute nahezu überall verarbeitet. Dem sollte man sich bei der Nutzung solcher Systeme bewusst sein.“ Er halte die Problematik aber nicht für primär wichtig. „Der Aspekt, den ich kritisch finde, ist halt die politische Beeinflussung. Wenn ich lese, dass DeepSeek kritische Fragen über China nicht vernünftig beantwortet, ist das viel eher ein Problem.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
„Es ist zu erwarten, dass gewisse Inhalte des Sprachmodells von DeepSeek mit Vorsicht verwendet werden sollten“, sagte Liggesmeyer. „Mir scheint der dem Modell zugrundeliegende andere Ansatz aber wesentlich interessanter zu sein als die Inhalte des Modells.“