Risiken durch M2M

Sicherheitsprobleme im Mittelstand durch Machine-to-Machine-Hype

| Redakteur: Peter Schmitz

M2M-Projekte bergen erhebliche Sicherheitsprobleme, aber viele Mittelständler seien bei Industrie 4.0 aufgrund von Sicherheits- und Spionagebedenken zu zurückhaltend, meint Dr. Lapp vom NIFIS.
M2M-Projekte bergen erhebliche Sicherheitsprobleme, aber viele Mittelständler seien bei Industrie 4.0 aufgrund von Sicherheits- und Spionagebedenken zu zurückhaltend, meint Dr. Lapp vom NIFIS. ( © Frdric Massard - Fotolia)

Der M2M-Hype (Machine-to-Machine) hat längst auch den Mittelstand erfasst. Immer mehr Betriebe arbeiten daran, eigene Projekte erfolgreich umzusetzen. Nach Angaben der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) stehen Sicherheitsaspekte dabei oft erst an zweiter Stelle und kommen in vielen Fällen zu kurz.

Ein Bewusstsein für die nicht zu unterschätzenden Gefahren bei M2M-Projekten zu wecken, ist laut NIFIS-Vorsitzendem Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp gerade beim Mittelstand dringend notwendig. „Solange Sicherheitsprobleme weiterhin meist als Ärgernis und nicht als geschäftsschädigend wahrgenommen werden, haben Cyberkriminelle und Wirtschaftsspione leichtes Spiel.“, so Dr. Lapp.

Hand in Hand mit einer stärkeren Sensibilisierung müssen jedoch auch die eingesetzten Sicherheitslösungen auf dem aktuellen Stand der Technik sein. Diese gilt es – gerade auch für M2M-Kommunikation – weiterzuentwickeln.

Wie Lapp betont, gibt es bei vielen M2M-Projekten erhebliche Sicherheitsprobleme. „Größere Firmen haben hier jedoch den Vorteil, dass meist eine Sicherheitsabteilung vorhanden ist, die dafür sorgt, dass diese Systeme nicht so einfach über das Internet erreichbar und angreifbar sind. Dies fehlt im Mittelstand oftmals“, erläutert Lapp.

Der NIFIS-Vorsitzende geht noch einen Schritt weiter: „Vielen Mittelständlern muss die Angst vor M2M genommen werden. Viele Betriebe sind bei der Industrie 4.0 aufgrund von Sicherheits- und Spionagebedenken bewusst zurückhaltend und verpassen dadurch ihre Chancen im internationalen Wettbewerb.“ Bundesregierung und Wirtschaftsverbände müssen die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft und speziell M2M-Kommunikation daher als nationale Aufgabe verstehen. Im Rahmen einer intensiveren Zusammenarbeit müsse eine Aufklärungskampagne gleichermaßen über die Chancen und Risiken von M2M informieren.

Neue Standards bei der IT-Sicherheitstechnologie

Dies würde vielen Unternehmen bereits mehr Sicherheit im Umgang mit der Industrie 4.0 geben und gleichzeitig das Vertrauen in die neue Technologie massiv stärken. Wenn Unternehmen die Gefahren besser kennen, werden sich viele ihrer Befürchtungen zudem als unbegründet erweisen.

Zeitgleich zur Aufklärungskampagne sollten zudem auch die Sicherheitsstandards erhöht werden. Laut Lapp muss nicht nur der technologische Fortschritt im Bereich M2M vorangebracht werden: „Es geht hier auch um ein umfassendes Förderungsprogramm für Innovationen im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz. Damit Deutschland im Bereich IT und Internet die Nase mit vorne haben kann, müssen wir erst einmal im internationalen Vergleich in puncto Technologie und Sicherheitsstandards aufholen und dann neue Maßstäbe – gerade auch bei M2M – setzen.“

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