Hacking Challenge 2026 Die Hacker sind die Zukunft der IT-Security

Von Melanie Staudacher 3 min Lesedauer

Am 11. Februar 2026 fand die Siegerehrung der Hacking Challenge der TH Augsburg statt. Mehr als 650 Teilnehmende haben sich registriert, ge­won­nen hat ein Schüler aus der elften Klasse.

Security-Insider war als Sponsor der Hacking Challenge 2026 bei der virtuellen Siegerehrung am 11. Februar dabei.(Bild:  Vogel IT-Medien GmbH)
Security-Insider war als Sponsor der Hacking Challenge 2026 bei der virtuellen Siegerehrung am 11. Februar dabei.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Mit spannenden Aufgaben und einer Story um eine böswillige KI verbindet die Hacking Chal­lenge der Technischen Hochschule Augsburg Spaß mit Security. Nach einer Woche intensiven Tüftelns, zeigte sich, wer durchhalten und die meisten Aufgaben lösen konnte und schließlich als Sieger hervorging. Die Hacking Challenge 2026 fand vom 3. bis 10. Februar statt. 650 Schüler und Studenten hatten sich zur Teilnahme registriert, wobei die Studierenden außer Konkurrenz die Capture-the-Flag-Aufgaben lösten, und nur die Schüler die Möglichkeit hatten, einen Preis zu bekommen.

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Das sind die Sieger der Hacking Challenge 2026

Aufgabe der jungen Hacker war es, die verschwundene Dr. Dorf zu finden und die bösartige Künst­liche Intelligenz Aurora aufzuhalten. Insgesamt mussten die Teilnehmenden 29 Aufgaben lösen, die zu Ende der Woche immer schwieriger wurden. Während die erste Aufgabe noch 389 Mal gelöst wurde, wurde die finale Aufgabe nur noch dreimal gelöst. Die einzelnen Capture-the-Flag-Aufgaben umfassten verschiedene Themenbereich, zum Beispiel:

  • Medienforensik/Stego (G-Code): Analyse eines 3D-Druck-G-Code, um versteckte Informationen in Kommentaren/Koordinaten/Bewegungsmustern zu extrahieren
  • OSINT/Forensik (Bild-/Meta-Analyse): Aus einem Artefakt sollen Hinweise rekonstruiert werden.
  • Binary Analysis / Pwn / RE/Remote Service: Interaktiver Dienst über „netcat“, mit dem die Teilnehmenden eine versteckte Funktion beziehungsweise Logik finden sollten und sie dann nutzen sollten, um an die gesuchten Daten zu gelangen.
  • Crypto & Encoding: Entschlüsseltes/verschlüsseltes Artefakt im Dev-Logbuch-Strang; Ziel ist die Rekonstruktion der Botschaft aus Daten
  • Netzwerkforensik (DNS Exfiltration): Die Teilnehmenden mussten eine PCAP analysieren. Die Daten mussten über DNS-Anfragen exfiltriert und per XOR verschlüsselt. Dann mussten sie die Nachricht extrahieren.

Die Augsburger Hoch­schu­le empfahl eine Teilnahme ab der achten Klasse, auch Grup­pen­teil­nah­men waren möglich. In diesem Jahr sind Schüler in der Regel zwischen 13 und 14 Jahre alt. Auch ein Achtklässler hat es unter die Top 10 der Teilnehmer geschafft:

  • 1. Schüler aus der 11. Klasse eines Gymnasiums
  • 2. Team „draq“ aus der 13. Klasse eines Gymnasiums
  • 3. Schüler aus der 13. Klasse eines Gymnasiums
  • 4. Schüler aus der 10. Klasse einer Berufsschule
  • 5. Schüler aus der 13. Klasse eines Gymnasiums
  • 6. Schüler aus der 10. Klasse einer Berufsschule
  • 7. Team „H4x0r5“ aus der 13. Klasse eines Gymnasiums
  • 8. Schüler aus der 8. Klasse einer Realschule
  • 9. Schüler aus der 10. Klasse einer Mittelschule
  • 10. Schüler aus der 11. Klasse eines Gymnasiums

Im Interview haben wir den 16-jährigen Gewinner der Hacking Challenge, der unter dem Namen „QWERTZ“ teilnahm und derzeit die elfte Klasse eines Gymnasiums besucht, gefragt, was ihm am Coden Spaß macht: „Es ist ein toller Ansporn, am Code herumzutüfteln und neu auszuprobieren, wenn der Code nicht klappt. Und wenn er dann funktioniert, ist das ein un­beschreibliches Gefühl. Ob ich später mal in der IT-Sicherheit arbeiten werde, weiß ich noch nicht. Ich werde jetzt erstmal mein Abi fertig machen und dann werde ich wahrscheinlich Informatik studieren.“

Die Bedeutung der Hacking Challenge

Zu Beginn der virtuellen Siegerehrung richtete Dr. Fabian Mehring, Bayerischer Digitalminister, wichtige Worte an die jungen Hacker und sprach ihnen seine Hochachtung für ihre Teilnahme an der Hacking Challenge aus. Denn damit haben sich die Teilnehmer für die Cybersecurity engagiert, ein Feld, das schon heute hinsichtlich geopolitischer Konflikte und hybrider Kriegs­führ­ung wichtig ist und in Zukunft noch wichtiger sein wird. „Für die Sicherheit in Deutschland und Europa brauchen wir Experten, die sich für das Gute einsetzen. Hacker werden schneller, besser, kreativer, das müssen die Guten auch werden. Jede Ära braucht ihre eigenen Helden. Das sind die, die den digitalen Fortschritt nicht über sich ergehen lassen, sondern ihn proaktiv gestalten. Zum Wohlergehen aller Menschen. Und deswegen spreche ich euch meine Hochachtung für die Teilnahme an der Hacking Challenge aus.“

Prof. Dr. Dominik Merli, Professor für IT-Sicherheit an der TH Augsburg, und Mitinitiator der Hacking Challenge, betont die Bedeutung der Hacking Challenge: „Behörden, Unternehmen und unser Leben werden immer digitaler. Damit bei diesem Wandel die Sicherheit nicht auf der Strecke bleibt, braucht es gut ausgebildete Expertinnen und Experten. Unsere Hacking Chal­lenge soll deshalb dazu beitragen, bereits junge Menschen für IT-Sicherheitsthemen zu sen­si­bi­li­sieren und zu begeistern. Denn wir brauchen motivierten Nachwuchs für eine digitale und sichere Zukunft.“ Zur Förderung fachlich interessierter Schülerinnen und Schüler bietet die Technische Hochschule Augsburg zum Beispiel Schnuppervorlesungen an, die sie bereits in ihrer Schulzeit besuchen können.

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