Authentifizierung von Absendern beim Massenversand ist wichtiger denn je So lassen sich Marketing-E-Mails richtlinien­konform versenden

Ein Gastbeitrag von Gerasim Hovhannisyan 4 min Lesedauer

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Mit der Einführung erweiterter Richtlinien für E-Mail-Versender mit hohem E-Mail-Aufkommen, die seit 1. Februar 2024 gelten, nehmen Google und Yahoo einen entscheidenden Aspekt der E-Mail-Sicherheit ins Visier. Strengere Protokolle zur Absender­validierung sowie Schutzmaßnahmen gegen Listenmissbrauch und übermäßige Nutzerbeschwerden machen die Einhaltung der neuen Richtlinien für Versender mit hohem E-Mail-Aufkommen unabdingbar.

Auch wenn Unternehmen die E-Mail-Authentifizierung oft als komplexe und pflegeintensive Maßnahme ansehen, ist sie ein notwendiges und wirksames Mittel zur Bekämpfung komplexer Cyberangriffe.(Bild:  Skórzewiak - stock.adobe.com)
Auch wenn Unternehmen die E-Mail-Authentifizierung oft als komplexe und pflegeintensive Maßnahme ansehen, ist sie ein notwendiges und wirksames Mittel zur Bekämpfung komplexer Cyberangriffe.
(Bild: Skórzewiak - stock.adobe.com)

Mit Authentifizierungsmethoden wie SPF, DKIM und DMARC wird die Authentizität und Legitimität eines E-Mail-Absenders bestätigt. Damit lässt sich unter anderem verhindern, dass jemand im fremden Namen E-Mails versendet und Spoofing (Fälschung) praktiziert. Strengere Verfahren bei der An- und Abmeldung von Empfängern sowie die Überwachung der Spam-Rate tragen ebenfalls zur Transparenz und Qualität von E-Mail-Listen bei. Die neuen Schutzmaßnahmen zeigen, dass seriöse Nachrichten weiterhin Vorrang vor E-Mails haben und dass die Sicherheitsstandards gegenüber weniger gewissenhafter Kommunikation aus nicht validierten Quellen steigen. Wie Google selbst erklärt, zielen die neuen Anforderungen darauf ab, E-Mail-Empfängern „die Bestätigung zu geben, dass ein Absender derjenige ist, der er vorgibt zu sein“.

Massenversender müssen sich nun mehr denn je auf die Absendervalidierung – also den Nachweis, dass ihre Nachrichten von Systemen und Domänen stammen, die Ihnen tatsächlich gehören – konzentrieren. Ohne angemessene E-Mail-Authentifizierungsprotokolle drohen Massenversendern geschlossene Posteingänge und ein schwindender Ruf. Die Einhaltung der Vorschriften garantiert ihnen hingegen einen kontinuierlichen Zugang zu den Zielgruppen.

Neue Anforderungen beschleunigen Ausmaß und Geschwindigkeit des Umbruchs

Die großen E-Mail-Anbieter haben sich selten gescheut, ihre Plattformautorität zu nutzen, um legitime Korrespondenz besser von potenziell bösartigen Nachrichten zu unterscheiden. Microsofts erweiterte DMARC-Unterstützung und die Senkung der Spam-Schwellenwerte wurden bereits Monate zuvor eingeführt. In vielerlei Hinsicht stellen die im Februar von Google und Yahoo aufgestellten Anforderungen für Massenversender also eher eine Beschleunigung des bestehenden, sicherheitsorientierten Weges dar als eine unerwartete neue Richtung. Doch nur weil die erweiterten Authentifizierungsrichtlinien und die strengeren Verfahren zur Listenverwaltung einen bereits eingeschlagenen Weg bekräftigen, dürfen die kurzfristigen Auswirkungen auf Absender mit hohem E-Mail-Volumen nicht außer Acht gelassen werden. Durch die gezielte Ausrichtung der Regeln auf Absender von mehr als 5.000 Nachrichten pro Tag und einen beschleunigten Zeitplan für die Umsetzung haben Gmail und Yahoo Mail wahrscheinlich eine plötzliche Strategieüberprüfung bei E-Mail-Vermarktern weltweit ausgelöst. Gültige DMARC-Richtlinien markieren jetzt einen wichtigen Startpunkt, und die Regeln für die Einhaltung der Vorschriften wachsen weiter.

Einhaltung der Vorschriften: umsetzbare nächste Schritte

Da Massenversender in allen Branchen jetzt prüfen wollen, wo ihr aktuelles E-Mail-Programm in Bezug auf die verschärften Schutzbestimmungen seit 1. Februar steht, kann ein praktischer Blick auf die Checklistenpunkte die Planung der nächsten Phase erleichtern. Folgende Maßnahmen sollten Massenversender zur Einhaltung der Vorschriften jetzt vornehmen:

  • Bestehende E-Mail-Authentifizierungsprotokolle prüfen und Lücken in Bezug auf die Mindestanforderungen für die Durchsetzung der DMARC-Richtlinie none „p=none“ beseitigen. Die richtige Konfiguration von SPF und DKIM stärkt die Integrität zusätzlich.
  • Die An- und Abmeldungen in E-Mail-Präferenzzentren, die für die Verwaltung von Abonnement-Einstellungen vorgesehen sind, überprüfen. Alle Reibungspunkte, die die Abmeldung verlangsamen, müssen gestrafft werden, um Abmeldeanträge innerhalb von zwei Tagen zu erleichtern.
  • Die historischen Spam-Beschwerdequoten der letzten sechs Monate analysieren und dabei eine Quote von maximal 0,3 Prozent anstreben (der Idealwert liegt unter 0,1 Prozent). Bei Überschreitung dieses Wertes ist eine dringende Analyse der wichtigsten Beschwerdegründe erforderlich, zusammen mit einer Filterung zur Unterdrückung problematischer Inhalte. Eine kontinuierliche Überwachung sollte jeden plötzlichen Anstieg der Spam-Rate anzeigen.
  • Die Formatierung von E-Mails, den Stil des Inhalts und die Versandpraktiken der Infrastruktur standardisieren, um sie an die herkömmlichen Absenderrichtlinien anzupassen. Je mehr die Nachrichten mit den Erwartungen der Nutzer übereinstimmen, desto geringer ist das Risiko von Beschwerden.

Für Absender, die nicht in der Lage sind, die Einhaltung der Vorschriften selbst in Angriff zu nehmen, bieten spezialisierte Beratungsunternehmen Audits bestehender E-Mail-Programme an, die mit den kommenden Anforderungen verglichen werden. Sie bieten auch maßgeschneiderte Beratung zur Verbesserung der Authentifizierung, zur Optimierung der Abonnentenkoordination und zur Aufrechterhaltung einer seriösen Zustellbarkeit angesichts der Posteingangslandschaft.

Einhaltung der Vorschriften oder Abschied von den Postfächern?

Auch wenn Unternehmen die E-Mail-Authentifizierung manchmal als komplexe Maßnahme ansehen, die sowohl implementiert als auch aufrechterhalten werden muss, ist sie ein notwendiges und wirksames Mittel zur Bekämpfung der immer häufigeren und komplexeren Cyberangriffe. Der wachsende Einfluss der generativen KI verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Phishing-E-Mails im Posteingang von Mitarbeitenden in Unternehmen entdeckt werden. Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen zur Unterbindung von Sicherheitsverletzungen besteht darin zu verhindern, dass bösartige E-Mails überhaupt erst in den Posteingang gelangen.

Unabhängig von den komplexen Maßnahmen und den erforderlichen Investitionen in die Einhaltung der Vorschriften ist eine Umkehr, hin zu lockeren Schutzmaßnahmen in der gesamten Branche unwahrscheinlich. Das Vertrauen der Endnutzer hängt zu sehr davon ab, Spoofing-Möglichkeiten einzuschränken und böswilliges Eindringen zu verhindern. Das bedeutet, dass Massenversender die Authentifizierungsmechanismen verbessern, die Listenverwaltung optimieren und die Spam-Beschwerden im Auge behalten müssen. Zudem müssen sie sich verpflichten, in großem Umfang seriös zu versenden – selbst zu höheren Kosten. Denn die Kosten der Untätigkeit bedeuten, dass Posteingänge geschlossen werden und die Zustellbarkeit gänzlich verschwindet. Die E-Mail-Anbieter haben sich geäußert. Unternehmen haben nun die Wahl: Entweder sie halten sich an die Vorschriften oder die Abonnenten-Reichweite wird stark dezimiert.

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Über den Autor: Gerasim Hovhannisyan ist CEO und Mitbegründer von EasyDMARC.

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