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Anti-Piraterie-Gesetze oft ohne Wirkung
Auch rechtliche Maßnahmen wie Anti-Piraterie-Gesetze greifen oftmals im harten Alltag einer globalisierten Wirtschaft kaum. Um die Aufklärung und den Austausch von Best Practices auf eine breitere Grundlage zu stellen, hat sich zu Jahresbeginn deshalb eine neue Initiative gebildet. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf drei Jahre hinaus geförderte Vorhaben „ProProtect“ soll die Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft und Industrie jetzt an einem runden Tisch versammeln.
Die Teilnehmer haben sich zum Ziel gesetzt, die im Desktop-Computing existierenden Lösungen zum Software-Schutz auf den Bereich der Produktion zu übertragen, um insbesondere den Anforderungen des Anlagen- und Maschinenbaus nach einem durchgängigen Schutz vor den Gefahren der Produktpiraterie entsprechen zu können. Denn auch durch das Kopieren von selbst entwickelten Applikationen entsteht ein ähnlich beträchtlicher Schaden wie durch das missbräuchliche Klonen von Standardsoftware.
Die Bandbreite der Lösungen, denen das Vorhaben ProProtect den Weg bereiten soll, betrifft sowohl das Erschweren des Nachbaus von Maschinen und Komponenten, die mit komplexen Software-Funktionen ausgestattet sind, als auch die Abwehr von Methoden oder Verfahren, die auf das nicht autorisierte Kopieren und Nutzen von aufwändigen Maschinensteuerungsprogrammen zur Herstellung von geklonten Produkten abzielen.
Die zunehmende Bedeutung eingebetteter Software und damit verbundene Trends führten zu einem neuen Bedarf an Software- und Daten-Schutzmechanismen, der mit heute verfügbaren Methoden nicht mehr gegeben sei, erläutert Wolfgang Neifer, beim Sicherheitsspezialisten Wibu Systems AG in Karlsruhe für das Business Development zuständig: „Schließlich gibt es zahlreiche Dokumentationen, Kundendaten, Vorträge, Reparaturanleitungen bis hin zu Handbüchern umfassend gegen Missbrauch zu schützen.“
Insbesondere mittelständische Unternehmen verfügen trotz globaler Märkte jedoch oftmals kaum über personelle und finanzielle Ressourcen, um ein ausreichendes Schutzniveau zu garantieren. Das Vorhaben ProProtect dient deshalb als breit angelegtes und offenes Forum, das auch Branchenverband BITKOM aktiv begleitet. Vertreten sind zudem namhafte Partner aus der Forschung und Industrie, wie das FZI Forschungszentrum für Informatik, oder die Unternehmen ZSK Stickmaschinen GmbH und Homag Holzbearbeitungssysteme AG.
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