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Konzepte zum Softwareschutz erfassen auch eigene Applikationen Softwarepiraterie lähmt die Wirtschaftskraft

| Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Peter Schmitz

Welches Ausmaß die Softwarepiraterie mittlerweile einnimmt, hat jüngst erst wieder die komplette Zerschlagung eines weltweit agierenden Software-Fälscherrings in Taiwan gezeigt. Neben Standardapplikationen gilt es aber auch die eigenen Softwareentwicklungen zu schützen, die in der Industrie bereits den Eckpfeiler der Innovationskraft ausmachen. Letzterem Ziel widmet sich das kürzlich ins Leben gerufene Forschungsprojekt „ProProtect“.

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Rechtliche Maßnahmen zum Softwareschutz greifen in einer globalisierten Wirtschaft kaum. (Quelle: BSA)
Rechtliche Maßnahmen zum Softwareschutz greifen in einer globalisierten Wirtschaft kaum. (Quelle: BSA)
( Archiv: Vogel Business Media )

Das auf Microsoft-Plagiate spezialisierte Syndikat in Taiwan produzierte illegale Kopien von mindestens 21 Produkten im Wert von rund 900 Millionen US-Dollar. Der in Taipei ansässige Distributor Maximus Technology zeichnet nach Angaben von Microsoft für die Herstellung und Vertrieb von über 90 Prozent aller gefälschten Softwareprodukte im Konzern verantwortlich.

Doch die Mühlen der Justiz malen bekanntlich langsam, von den ersten Ermittlungsmaßnahmen bis zur Verurteilung der Drahtzieher dauerte es allein in diesem Fall über sechs Jahre, die Arme der Organisation reichten über Sublieferanten auch bis nach Deutschland. Die gefälschte Software gab es immerhin in sieben Sprachen zu kaufen. Aber auch die in diesem Fall ausgesprochenen drakonischen Strafen dürften die Aktivitäten kaum stoppen und die Täter von ihrem gewinnträchtigen Tun abhalten.

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Der verursachte Schaden hat auch laut den Marktforschern von IDC mittlerweile enorme Ausmaße erreicht. Die Auguren rechnen vor, wenn der Anteil raubkopierter Software in Deutschland von derzeit 28 Prozent auf 18 Prozent sinke, dann entstünden nicht nur 12.300 zusätzliche Arbeitsplätze, sondern die Unternehmen generierten auch einen um fünf Milliarden Euro höheren Umsatz.

„Jeder einzelne profitiert von Maßnahmen gegen die Softwarepiraterie“, sagt Georg Herrnleben, Director Zentral- und Osteuropa der Business Software Alliance (BSA), die sich insbesondere dem Kampf gegen Microsoft-Plagiate verschrieben hat. Die Reduzierung der Piraterie sei die Voraussetzung für einen größeren und qualifizierteren Arbeitsmarkt, und gebe der Wirtschaft wichtige Impulse, so der Experte.

Wenngleich solche Rechenexempel aus wissenschaftlicher Sicht umstritten sind, so sind die Unternehmen dennoch zum Handeln aufgefordert. „Die Zahlen liefern überzeugende Argumente dafür, dass gerade in Ländern mit hohem Raubkopieanteil eine Senkung der Piraterieraten besonders positive Effekte hat“, bekräftigt Herrnleben. Die eingeleiteten Gegenmaßnahmen jedoch ausschließlich an der Fußangel der Lizenzvergabe anzusetzen – sprich der Reduzierung von unlizensierter Software – greift in der Praxis meist zu kurz.

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