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Sven Spitzley von ONLINE USV über die Folgen des Atomausstiegs „Stromausfälle sind programmiert!“

| Autor / Redakteur: Jürgen Paukner / Stephan Augsten

Der Energiebedarf durch Rechenzentren steigt, während der Atomausstieg seitens der Politik bereits eingeläutet ist. Sven Spitzley von ONLINE USV erläutert, wie sich das auf USV-Anlagen für Rechenzentren auswirkt.

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Sven Spitzley, Vorstand bei ONLINE USV-Systeme AG
Sven Spitzley, Vorstand bei ONLINE USV-Systeme AG

ITB: Provokativ gefragt: Was gibt es eigentlich an USV-Anlagen zu verbessern?

Spitzley: Insbesondere in den letzten Jahren gab es markante Entwicklungsergebnisse im Bereich der Halbleitertechnologien. Das wird am Beispiel der Effizienz von Photovoltaik-Anlagen am ehesten klar.

Wir haben diese neuen Technologien in den Umrichtern unserer USV-Anlagen umgesetzt und erzielen hierdurch jetzt Wirkungsgrade von bis zu 97 Prozent. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies eine Kosteneinsparung von rund 1.800 Euro pro Jahr allein durch reduzierte Abwärme. Die Kosten für Installation und Betrieb einer Klimaanlage sind hier noch gar nicht berücksichtigt.

ITB: Wird die Gefahr eines Datenverlustes durch Stromausfall ernst genommen?

Spitzley: Auf jeden Fall. Die zu verarbeitenden Datenmengen in den Unternehmen wachsen kontinuierlich und damit auch der Energiebedarf für Datacenter. Die aktuelle Atompolitik arbeitet hier jedoch sehr konträr:

Der Ausstieg aus der Atomkraft bedeutet, dass die Energie nicht mehr dezentral nahe der jeweiligen Verbraucher produziert wird. Zugekaufter oder alternativ produzierter Strom muss über lange Strecken transportiert werden. Und das ist genau der Knackpunkt: Es gibt weder genügend, noch ausreichend dimensionierte Kabelstrecken für diesen Wandel.

Stromausfälle sind somit programmiert! Aus diesem Grund erwarten wir einen markanten Anstieg an Häufigkeit und Dauer von Stromausfällen. Die Investition der Unternehmen in autarke Stromreserven mit USV-Anlagen ist unumgänglich.

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