Thales Data Threat Report 2025 KRITIS-Security verschiebt sich Richtung KI und Post-Quanten-Risiken

Quelle: Pressemitteilung Thales 2 min Lesedauer

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Laut Thales Data Threat Report sinkt der Anteil gemeldeter Vorfälle, zugleich rücken Risiken durch Künstliche Intelligenz (KI) und Post-Quanten-Kryptografie stärker in den Fokus. Betreiber investieren in Schutz­maß­nah­men, bleiben aber bei Cloud-Verschlüsselung zurückhaltend.

Betreiber kritischer Infrastrukturen melden laut Thales weniger Sicherheitsvorfälle, sehen aber wachsende Risiken durch KI-Systeme und künftige Entschlüsselungsszenarien im Post-Quanten-Kontext.(Bild: ©  SVasco - stock.adobe.com)
Betreiber kritischer Infrastrukturen melden laut Thales weniger Sicherheitsvorfälle, sehen aber wachsende Risiken durch KI-Systeme und künftige Entschlüsselungsszenarien im Post-Quanten-Kontext.
(Bild: © SVasco - stock.adobe.com)

Der „2025 Thales Data Threat Report“: Critical Infrastructure Edition von Thales sieht die KI als dominierenden Risikofaktor für Betreiber Kritischer Infratstrukturen (KRITIS). In der Thales-Umfrage unter 513 KRITIS-Fachleuten bezeichnen 73 Prozent das Tempo der KI-Entwicklung als größte Herausforderung bei der Absicherung von KI-Anwendungen.

Viele Organisationen bauen parallel ihre Schutzmaßnahmen aus: 74 Prozent geben an, in generative KI spezifische Security-Tools zu investieren. Als zentrale Risiken nennt der Bericht vor allem Fragen der Modellintegrität, also die Manipulations- und Verlässlichkeit von KI-Modellen, sowie die Vertrauenswürdigkeit von Datenquellen Dritter.

Post-Quanten-Risiken und „Harvest now, decrypt later“

Neben KI rücken Entschlüsselungsrisiken durch Post-Quanten-Computing in den Vordergrund. 63 Prozent der Befragten äußern Sorgen, dass heutige Verschlüsselungsverfahren künftig angreifbarer werden. Mehr als die Hälfte der KRITIS-Organisationen arbeitet laut Report bereits praktisch daran: 58 Prozent entwickeln Prototypen oder evaluieren Verfahren der Post-Quanten-Kryptografie, also Algorithmen, die auch gegen Angriffe mit Quantencomputern bestehen sollen.

Der Bericht verweist in diesem Zusammenhang auf „Harvest now, decrypt later“: Angreifer sammeln dabei bereits heute verschlüsselte Daten, um sie später mit leistungsfähigeren Entschlüsselungsmethoden auszuwerten. Daraus leitet Thales die Notwendigkeit ab, langlebige Datenbestände frühzeitig in Migrationspläne für Post-Quanten-Kryptografie einzubeziehen.

Weniger gemeldete Vorfälle, aber die Unsicherheit bleibt

Der Report hält zugleich fest, dass der Anteil der KRITIS-Organisationen, die im jeweiligen Jahr einen Si­cher­heits­vorfall melden, deutlich sinkt: von 37 Prozent im Jahr 2021 auf 15 Prozent im Jahr 2025. Thales führt diese Entwicklung unter anderem auf eine stärkere Verbreitung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zurück. Drei Viertel der Organisationen setzen MFA demnach für mehr als 40 Prozent der Mitarbeitenden ein, liegen aber weiterhin unter dem im Bericht genannten globalen Durchschnitt.

Trotz rückläufiger Vorfallzahlen bleiben die typischen Auslöser bestehen: Fehlkonfigurationen, ausgenutzte Schwachstellen und Identitätsdiebstahl nennt Thales als häufige Ursachen. Der Bericht deutet damit auf ein Muster hin, das technische Modernisierung und operative Basiskontrollen parallel erforderlich macht.

Datensouveränität und Cloud-Verschlüsselung als Schwachstelle

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft Datensouveränität und Verschlüsselungspraktiken in der Cloud. 52 Prozent der befragten KRITIS-Organisationen sehen regulatorische Anforderungen als Treiber für ihre Souveränitätsinitiativen. Gleichzeitig geben nur zwei Prozent an, 80 Prozent oder mehr ihrer sensiblen Cloud-Daten verschlüsselt zu haben.

Im Bericht wird außerdem beschrieben, dass viele Organisationen zwar einen Teil ihrer Daten klas­si­fi­zie­ren, doch der parallele Einsatz mehrerer Discovery-Tools kann zu inkonsistenten Richtlinien führen.

Der 2025 Thales Data Threat Report: Critical Infrastructure Edition basiert auf einer weltweiten Umfrage unter 513 Fachleuten aus kritischen Infrastrukturen in den Bereichen Energie, Versorgungsunternehmen, Telekommunikation und Transport. Die Studie setzt auf Erhebungen von S&P Global Market Intelligence’s 451 Research und ordnet Entwicklungen zwischen 2021 und 2025 ein.

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