AV-Comparatives Endpoint Prevention & Response Test EPR-Test zeigt klare Unterschiede bei Preis und Leistung

Von Melanie Staudacher 3 min Lesedauer

Wie zuverlässig erkennen und blockieren EPR-Lösungen Angriffe und was kosten sie? AV-Comparatives hat zehn Security-Produkte im realen Angriffs­test geprüft und zeigt die Unterschiede bei Reaktionsgeschwindigkeit und Preis.

In welcher Phase eines Angriffs können Endpoint-Protection-Lösungen eine Bedrohung stoppen? Das hat AV-Comparatives getestet.(Bild:  ArtemisDiana - stock.adobe.com)
In welcher Phase eines Angriffs können Endpoint-Protection-Lösungen eine Bedrohung stoppen? Das hat AV-Comparatives getestet.
(Bild: ArtemisDiana - stock.adobe.com)

Von Juni bis September 2025 führte AV-Comparatives den „Endpoint Prevention & Response Test“ durch. Dieser bewertet die Wirksamkeit von Endpoint-Protection-, Endpoint-Detection-and-Response- und Extended-Detection-and-Response-Lösungen. Folgende Hersteller wurden in diesem Jahr getestet:

  • Bitdefender GravityZone Business Security Enterprise in Version 7.9
  • Check Point Harmony Endpoint Advanced in Version 88.70
  • Crowdstrike Falcon Enterprise in Version 7.25
  • Elastic Security in Version 9.0
  • Eset Protect Enterprise Cloud in Version 6.3
  • Fortinet FortiEDR in Version 6.2
  • G Data Endpoint Protection Business in Version 15.8
  • Kaspersky EDR Expert (on-premises) in Version 7.0
  • Palo Alto Networks Cortex XDR Prevent in Version 8.8
  • Vipre Endpoint Detection & Response in Version 13.2

AV-Comparatives hat die Angriffe auf diese Lösungen, die unter realen Bedingungen durchgeführt wurden, in drei Phasen unterteilt:

  • 1. Phase: Kompromittierung und Etablierung am Endpunkt beinhaltet Erstzugriff, Ausführung und Persistenz
  • 2. Phase: Interne Ausbreitung beinhaltet Rechteausweitung, Umgehung der Vertei­di­gungs­mechanismen, Zugriff auf Anmeldeinformationen, Erkundung des Netzwerks und laterale Bewegung
  • 3. Phase: Daten-/Asset-Verletzung beinhaltet das Sammeln von Daten, Etablierung eines Command-and-Control-Zugriffs, Exfiltration von Daten und beispielsweise die Vernichtung oder Verschlüsselung der Daten oder Unterbrechung von Diensten

Die Ergbnisse des Endpoint Prevention & Response Tests

Diese Aufschlüsselung der Angriffsphasen ist wichtig, weil sie zeigt, wie früh oder spät eine Sicherheitslösung einen Cyberangriff erkennt oder blockiert. Je früher dies geschieht, desto geringer ist das Risiko eines erfolgreichen Angriffs und somit auch sein Schaden. In der ersten Tabelle haben die Experten von AV-Comparatives die aktive Reaktion der Endpoint-Prevention-and-Response-Lösungen dokumentiert, aufgeschlüsselt in die drei Angriffsphasen. Mit aktiver Reaktion meint AV-Comparatives das automatische Stoppen oder Blockieren einer Bedrohung.

Produkt Nur Phase 1 Phasen 1 & 2 Insgesamt (Phasen 1, 2 & 3)
Bitdefender100%100%100%
Check Point88%100%100%
Crowdstrike92%100%100%
Elastic98%100%100%
Eset90%100%100%
Fortinet96%100%100%
G Data86%100%100%
Kaspersky86%100%100%
Palo Alto Networks98%100%100%
Vipre98%100%100%

In dieser Tabelle wurde die passive Reaktion der EPR-Produkte im Test widergespiegelt, eben­falls auf­geschlüsselt nach den Angriffsphasen. Passive Response bedeutet laut AV-Compa­ra­tives, dass das Produkt die schädliche Aktivität nicht aktiv blockiert, sie aber erkannt und ge­mel­det hat. Dies ist wichtig, da die Analysten die verdächtigen Aktivitäten dennoch sehen und in der Forensik nachvollziehen können, wann und wie sich das Szenario abgespielt hat. Zudem können die Security-Teams dann selbst eingreifen.

Produkt Nur Phase 1 Phasen 1 & 2 Insgesamt (Phasen 1, 2 & 3)
Bitdefender98%100%100%
Check Point86%100%100%
Crowdstrike94%100%100%
Elastic98%100%100%
Eset98%100%100%
Fortinet96%100%100%
G Data86%100%100%
Kaspersky90%100%100%
Palo Alto Networks96%100%100%
Vipre100%100%100%

Pro Produkt wurden 50 Angriffsszenarien durchgespielt. Dabei haben die Experten von AV-Comparatives gemessen, ob die Produkte die Cyberangriffe aktiv verhindern oder ob sie diese zumindest passiv erkannt, also gemeldet haben. Zudem wurde festgehalten, ob es Szenarien gab, die weder verhindert noch erkannt wurden.

Produkt Szenarien Gesamt aktive Prävention Gesamt passive Reaktion Keine Prävention/Reaktion
Bitdefender5050500
Check Point5050500
Crowdstrike5050500
Elastic5050500
Eset5050500
Fortinet5050500
G Data5050500
Kaspersky5050500
Palo Alto Networks5050500
Vipre5050500

Alle getesteten Produkte haben 50 von 50 Angriffsszenarien entweder aktiv verhindert oder zumindest passiv erkannt und gemeldet. Das bedeutet, dass keiner der Test-Angriffe, die AV-Comparatives durchgeführt hat, unentdeckt blieb. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wären alle Lösungen gleich gut. Zu unterscheiden ist allerdings, in welcher Phase die Bedrohung er­kannt wurde. So meldete laut Tabelle zwei Hersteller Vipre die Bedrohung bereits vollständig in Phase eins, während Kaspersky zum Beispiel die Bedrohung in der ersten Phase nur zu 90 Pro­zent erkannte. Je schneller eine ERP-Lösung eine Bedrohung erkennt, desto mehr Zeit haben die Sicherheitsteams, darauf zu reagieren. Solch kleinen Unterschiede können also ent­schei­dend sein.

Was kosten diese Endpoint-Lösungen?

Gerade für kleinere Unternehmen ist die Anschaffung einer EDR/EPR-Lösung auch eine Preis-Leistung-Frage. Deshalb hat AV-Comparatives die Listenpreise der getesteten Produkte zum Testzeitpunkt bereitgestellt. Allerdings können die Preise von Faktoren wie Mengenrabatten, individuellen Verhandlungen, Standort oder Vertriebskanal abhängen. Die hier genannten Kosten beinhalten die Produktkosten für 5.000 Clients auf Basis eines Vertrags über fünf Jahre:

Produkt EPR-Kosten
5.000 / 5 Jahre
Bitdefender500.777 Dollar
Check Point950.000 Dollar
Crowdstrike2.374.400 Dollar
Elastic835.200 Dollar
Eset760.833 Dollar
Fortinet1.035.000 Dollar
G Data397.750 Dollar
Kaspersky1.032.000 Dollar
Palo Alto Networks1.000.000 Dollar
Vipre600.000 Dollar

(ID:50573548)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung