Definition MTD | Maximum Tolerable Downtime Was ist Maximum Tolerable Downtime (MTD)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Die Maximum Tolerable Downtime ist eine wichtige Kennzahl des Business-Continuity-Managements. Sie benennt die maximal tolerierbare Zeit, die ein wichtiges System, eine Geschäftsfunktion oder ein Geschäftsprozess am Stück ausfallen oder unterbrochen werden darf. Wird diese Zeit überschritten, kann es ernstzunehmende Folgen für ein Unternehmen haben. Gebildet wird die MTD aus der Summe von RTO (Recovery Time Objective) und WRT (Work Recovery Time).

Die Maximum Tolerable Downtime (MTD) ist eine wichtige Kennzahl des Business-Continuity-Managements und beschreibt die maximal tolerierbare Ausfallzeit.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Die Maximum Tolerable Downtime (MTD) ist eine wichtige Kennzahl des Business-Continuity-Managements und beschreibt die maximal tolerierbare Ausfallzeit.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

MTD ist das Akronym für Maximum Tolerable Downtime. Die deutsche Übersetzung lautet "maximal tolerierbare Ausfallzeit". Es handelt sich um eine wichtige Kennzahl des betrieblichen Kontinuitätsmanagements und der Disaster-Recovery-Planung. Sie wird im Rahmen einer Business-Impact-Analyse ermittelt und als eine Vorgabe festgelegt. Die Maximum Tolerable Downtime ist die maximal am Stück zulässige Ausfallzeit eines Geschäftsprozesses, einer Geschäftsfunktion oder eines wichtigen Systems, die für das Unternehmen gerade noch tolerierbar ist. Wird die MTD überschritten, hat das ernsthafte Folgen für das Unternehmen. Es kann zu wirtschaftlichen Einbußen, zur Beeinträchtigung der Unternehmensreputation oder zu anderen Schäden für das Unternehmen führen. Im schlimmsten Fall kann sogar der Fortbestand des Unternehmens gefährdet sein. Je kritischer oder wichtiger eine bestimmte Geschäftsfunktion, ein Geschäftsprozess oder ein System für ein Unternehmen ist, desto kürzer ist ihre Maximum Tolerable Downtime.

Formel zur Bildung der Maximum Tolerable Downtime

Die Maximum Tolerable Downtime setzt sich aus den beiden Kennzahlen RTO (Recovery Time Objective) und WRT (Work Recovery Time) zusammen. Sie ist die Summe aus RTO und WRT. Die Formel lautet:

Maximum Tolerable Downtime = Recovery Time Objective + Work Recovery Time

Abhängig von der Wichtigkeit oder Kritikalität einer Funktion, eines Prozesses oder eines Systems kann die Maximum Tolerable Downtime im Bereich von wenigen Sekunden, Minuten oder Stunden, aber auch von mehreren Tagen oder Wochen liegen.

Bedeutung und Zusammenspiel der Kennzahlen RTO, WRT, MTD und RPO

Wie im vorigen Kapitel erläutert, setzt sich die Maximum Tolerable Downtime aus den beiden Kennzahlen RTO (Recovery Time Objective) und WRT (Work Recovery Time) zusammen. Die deutsche Übersetzung für Recovery Time Objective ist Wiederherstellungszeitziel. Es ist die Zeit, die verstreichen darf, um eine wichtige Unternehmensfunktion, einen Unternehmensprozess, ein System oder einen Workload wieder in Betrieb zu nehmen. Sobald der Betrieb wieder aufgenommen ist beziehungsweise das System, die Daten oder der Workload wiederhergestellt sind, schließt sich häufig noch eine Work Recovery Time an. Die WRT ist die Zeit, die benötigt wird, bis die normalen Betriebsbedingungen und die erneute Arbeitsfähigkeit des Unternehmens nach dem Wiederherstellungsprozess wieder vollständig erreicht sind.

Neben den drei Kennzahlen Recovery Time Objective, Work Recovery Time und Maximum Tolerable Downtime wird im Rahmen der Business-Impact-Analyse und der Disaster-Recovery-Planung in der Regel auch die Kennzahl Recovery Point Objective (RPO) ermittelt und als Vorgabe festgelegt. Bei der RPO handelt es sich um die maximale Menge an Daten oder Transaktionen, die ein Unternehmen es sich leisten kann, im Fall einer Störung zu verlieren. Bei Transaktionen wird sie manchmal auch als Acceptable Transaction Loss bezeichnet. Aus der RPO leitet sich ab, wie häufig Daten oder Transaktionsstände gesichert werden müssen. Die RPO ist als Zeitangabe definiert und beträgt je nach Wichtigkeit der Daten oder Transaktionen Sekunden, Minuten, Stunden, Tage oder mehr. Aus der maximal tolerierbaren Zeit zwischen der letzten Sicherung und dem Auftreten der Störung ergeben sich die einzuhaltenden Sicherungsintervalle.

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