Definition WRT | Work Recovery Time Was ist Work Recovery Time (WRT)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Work Recovery Time ist neben Recovery Point Objective und Recovery Time Objective eine wichtige Kenngröße eines Disaster-Recovery-Plans. Sie ist die maximal tolerierbare Arbeitswiederherstellungszeit und bildet zusammen mit der RTO die Maximum Tolerable Downtime.

Die Work Recovery Time (WRT) ist eine wichtige Kenngröße eines Disaster-Recovery-Plans und beschreibt die maximal tolerierbare Arbeitswiederherstellungszeit. (Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Die Work Recovery Time (WRT) ist eine wichtige Kenngröße eines Disaster-Recovery-Plans und beschreibt die maximal tolerierbare Arbeitswiederherstellungszeit.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

WRT ist das Akronym für Work Recovery Time. Die deutsche Übersetzung lautet "Arbeits­wiederherstellungs­zeit". Die Work Recovery Time ist eine wichtige Kenngröße eines Disaster-Recovery-Plans. Die Vorgabe für die maximal tolerierbare Arbeits­wiederherstellungs­zeit wird im Rahmen einer Business-Impact-Analyse erstellt. Bei der Work Recovery Time handelt es sich um die Zeit, die maximal benötigt werden darf, um nach der grundsätzlichen Wiederherstellung der geschäftskritischen Daten, Systeme, Anwendungen und Prozesse zum normalen Geschäftsbetrieb zurückzukehren.

Während der WRT überprüft das Disaster-Recovery-Team die Integrität, Erreichbarkeit und Betriebsbereitschaft der Systeme. Die Tätigkeiten werden in der Regel manuell ausgeführt, lassen sich aber zu einem gewissen Teil auch automatisieren. Die WRT endet erst, wenn der Zustand vor dem Auftreten der Störung wiederhergestellt und die volle Arbeitsbereitschaft erreicht ist.

Welche Tätigkeiten während der WRT genau ausgeführt werden und wie lange die maximal tolerierbare Arbeitswiederherstellungszeit ist beziehungsweise sein darf, hängt von der Komplexität und der Kritikalität der Systeme und Anwendungen ab. In einfachen Umgebungen ist die normale Betriebsbereitschaft unter Umständen bereits direkt nach der grundsätzlichen Wiederherstellung der Daten und Systeme erreicht. In diesem Fall ist die Zeitspanne der WRT null. Komplexe Systeme oder Umgebungen können aber auch umfangreiche Überprüfungsaufgaben mit langen WRT-Zeiten erfordern. Kann ein Unternehmen eine WRT-Vorgabe nicht einhalten, hat das unter Umständen gravierende Folgen wie finanzielle Verluste oder Imageschäden. In regulierten Branchen können Strafen oder Bußgelder anfallen.

Beispielhafte Tätigkeiten während der Work Recovery Time

Welche Tätigkeiten während einer Work Recovery Time anfallen und erledigt werden müssen, ist von der jeweiligen Systemumgebung und den wiederherzustellenden Geschäftsprozessen und Systemen abhängig. Typische Tätigkeiten während der WRT sind zum Beispiel:

  • Prüfen der Netzwerkverbindungen, des Onlinestatus und der Betriebsbereitschaft der Systeme
  • Prüfen der Datenbanken
  • Prüfen der Verfügbarkeit und Arbeitsbereitschaft von Services und Anwendungen
  • Überprüfen von Systemmeldungen und Log-Files
  • Überprüfen der Betriebsbereitschaft der Datensicherungsmechanismen
  • Überprüfen der Betriebsbereitschaft der Cybersicherheitsmechanismen
  • Überprüfen der Betriebsbereitschaft der Monitoringsysteme
  • Überprüfen der Triple-A-Systeme (Authentifizierung, Autorisierung und Accounting)

Zusammenspiel und Bedeutung der Kennzahlen WRT, RPO, RTO und MTD

Neben der Work Recovery Time gibt es in der Disaster-Recovery-Planung weitere wichtige Kenngrößen. Sie stehen untereinander in Beziehung und benennen wichtige Zeitvorgaben und Schwellwerte für die Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft nach einem Ausfall oder einer Störung. Diese Kenngrößen sind Recovery Point Objective (RPO), Recovery Time Objective (RTO) und die Maximum Tolerable Downtime (MTD).

Die RPO benennt den maximal für ein Unternehmen hinnehmbaren Datenverlust. Sie beantwortet die Fragestellung, welche Datenmenge verloren gehen kann, bis ein deutlich erkennbarer Schaden für das Unternehmen eintritt. Die RPO wird als Zeitraum definiert. Daraus ergibt sich die maximal erlaubte Zeitspanne zwischen Datensicherungsvorgängen. Je kürzer die RPO ist, desto weniger Datenverlust ist tolerierbar und je häufiger müssen Backups durchgeführt werden. Eine RPO von Null bedeutet, dass das Unternehmen keinen Datenverlust toleriert.

Bei der RTO handelt es sich um die Zeit, die nach dem Auftreten einer Störung oder eines Ausfalls maximal benötigt werden darf, um die grundsätzliche Betriebsbereitschaft der Systeme und die Daten wiederherzustellen. Während der RTO werden beispielsweise Datensicherungen eingespielt oder Server, Dienste, Anwendungen und Netzwerkverbindungen wiederhergestellt. Nach der RTO ist die grundsätzliche technische Betriebsbereitschaft wiederhergestellt. Es schließt sich eine mehr oder weniger lange Work Recovery Time an, um zum normalen Geschäftsbetrieb und zur normalen Arbeitsfähigkeit zurückzukehren. Durch Addition von Recovery Time Objective und Work Recovery Time erhält man die maximal tolerierbare beziehungsweise erlaubte Ausfallzeit (Maximum Tolerable Downtime - MTD).

Die Formel für die Maximum Tolerable Downtime lautet:

MTD (Maximum Tolerable Downtime) = RTO (Recovery Time Objective) + WRT (Work Recovery Time)

(ID:49945613)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung