Das Common Vulnerability Scoring System (CVSS) ermöglicht es, Schwachstellen standardisiert zu bewerten und zu priorisieren. Ein Fokus auf die kritischsten Schwachstellen reduziert das Gesamtrisiko des Unternehmens. Die neue Version CVSS v4.0 soll vieles besser machen – wir zeigen wieso!
CVSS v4.0 führt eine feinere Granularität, mehrere Exploit-Vektoren und Umgebungsmetriken ein.
(Bild: Ticha - stock.adobe.com)
Das anwendungs- und herstellerneutrale CVSS-Framework wurde zur Bewertung von Sicherheitslücken in Softwareprodukten wie beispielsweise Betriebssystemen und Datenbanken bis hin zu Webanwendungen entwickelt. Mithilfe eines standardisierten Bewertungsrahmens lassen sich nicht nur Sicherheitstests priorisieren, sondern auch bekannte Schwachstellen während der Software-Entwicklung beseitigen.
Funktionen des CVSS
Das CVSS-Bewertungssystem umfasst drei Metrik-Gruppen: Basis, Zeit und Umgebung. Diese Komponenten spielen eine wesentliche Rolle bei der Beurteilung des Schweregrads einer Schwachstelle und ihrer potenziellen Auswirkungen auf eine Organisation.
Basis-Metriken
Damit soll der Anwender die Art der Schwachstelle - unabhängig von zeitlichen Faktoren oder Umgebungsfaktoren - erkennen. Basismetriken bestehen aus zwei Untergruppen:
Exploit-Metriken konzentrieren sich auf die Leichtigkeit, mit der ein Hacker eine Schwachstelle kompromittieren kann. Dazu gehören die Kriterien Angriffsvektor (AV), Angriffskomplexität (AC), erforderliche Berechtigungen (PR) und Benutzerinteraktion (UI).
Impact-Metriken bewerten die möglichen Folgen eines erfolgreichen Exploits. Dazu gehören die Kriterien Vertraulichkeitsauswirkungen (C), Integritätsauswirkungen (I) und Verfügbarkeitsauswirkungen (A).
Zeit-Metriken
Hierzu werden Faktoren berücksichtigt, die sich im Laufe der Zeit ändern können, wie beispielsweise Patches. Dazu gehören die Kriterien Exploit Code Maturity (E), Remediation Level (RL) und Report Confidence (RC).
Umgebungsmetriken
Diese Metriken lassen sich auf die spezifische Umgebung einer Organisation und die potenziellen Auswirkungen auf deren Systeme anpassen. Dazu zählen modifizierte Basis-Metriken und das Kollateralschadenspotenzial (CDP).
Berechnung der CVSS-Scores
Um einen CVSS-Score zu berechnen, werden die Basis-, Zeit- und Umgebungsmetriken mithilfe einer bestimmten Formel kombiniert. Das Ergebnis ist ein numerischer Wert zwischen 0 und 10, wobei die höheren Werte auf schwerwiegendere Schwachstellen hinweisen. Die CVSS-Scores werden im Allgemeinen in vier Schweregrade eingeteilt:
Niedrig (0 – 3,9)
Mittel (4 - 6,9)
Hoch (7 – 8,9)
Kritisch (9 - 10)
Das CVSS-Bewertungssystem ist für CISOs und sein Team von entscheidender Bedeutung, da es eine konsistente Methode zur Priorisierung von Schwachstellen und zur Zuweisung von Ressourcen für die Lösung der dringendsten Probleme bietet.
Kritische Beurteilung des CVSS
Trotz seiner breiten Akzeptanz wurde die CVSS-Methode von IT-Security-Experten kritisiert, was die Notwendigkeit einer Überarbeitung deutlich machte. Zu den häufigsten Kritikpunkten von CVSS gehören:
Überbetonung von Schwachstellen
CVSS konzentriert sich auf die Kompromittierung von Schwachstellen. Dies kann zu einem Missverhältnis zwischen der theoretischen Problematik einer Schwachstelle und dem tatsächlichen Risiko, das sie darstellt, führen. Beispielsweise kann eine Schwachstelle aufgrund ihrer potenziellen Auswirkung zwar einen hohen CVSS-Score bestimmen, jedoch aufgrund bestimmter Bedingungen ist es dagegen unwahrscheinlich, dass sie auch tatsächlich ausgenutzt wird. Dieses Missverhältnis kann dazu führen, dass Ressourcen auf weniger kritische Schwachstellen umgeleitet werden.
Unzureichende Identifikation des realen Risikos
Den CVSS-Scores fehlt oft ein umfassender Überblick über den Kontext der Schwachstellen. Sie berücksichtigen keine entscheidenden Faktoren wie den gefährdeten Wert eines Assets oder die Motivationen und Fähigkeiten potenzieller Angreifer. Dies kann dazu führen, dass das reale Risiko unter- oder überschätzt wird, wodurch der wahrgenommene Schweregrad und die Priorität einer Schwachstelle im Hinblick auf die spezifische Bedrohungslandschaft des Unternehmens sich verzerrt darstellen.
Begrenzter Rahmen
Die bisherige Version des CVSS-Bewertungssystems konzentrierte sich hauptsächlich auf einzelne Schwachstellen. Beispielsweise berücksichtigt CVSS in der Regel nicht die bestehenden Sicherheitskontrollen, die eine Schwachstelle abschwächen könnten, oder das Potenzial für verkettete Exploits, bei denen mehrere Schwachstellen zum Eintritt in ein System genutzt werden. Dieser Mangel an Kontext kann zu einer ungenauen Einschätzung des tatsächlichen Schweregrads einer Schwachstelle führen.
Optimierungen durch CVSS V4.0
Die aktualisierte Version zielt darauf ab, eine realistischere Darstellung von Risiken zu bieten, frühere Einschränkungen zu reduzieren und Organisationen dabei zu helfen, Schwachstellen zu priorisieren und Ressourcen zur Problemlösung effektiver zuzuweisen. CVSS v4.0 ist nun auch besser für die Bewältigung der Komplexität von IoT/OT/ICS-Umgebungen gerüstet, die zunehmend Ziel von Hacker-Angriffen sind.
Genauere Bewertung von Schwachstellen
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Die Konzepte „Angriffskomplexität“ und „Angriffsanforderungen“ wurden verfeinert, um den Bewertungsprozess zu präzisieren.
Größere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Durch die Einführung detaillierterer Metriken und eines modularen Ansatzes ermöglicht es CVSS v4.0, das Bewertungssystem noch besser an die individuellen Bedürfnisse und Umgebungen anzupassen. Daraus resultiert eine genauere Risikodarstellung der Schwachstellen für eine bestimmte Organisation. Das neue Framework umfasst betriebliche Technologie- und Sicherheitsmetriken und unterscheidet zwischen aktiver und passiver Interaktion der Anwender.
Verbesserte Darstellung der tatsächlichen Risiken
Dies wird erreicht, indem zusätzliche Kriterien wie die Wahrscheinlichkeit einer Kompromittierung und die möglichen Folgen eines erfolgreichen Angriffs berücksichtigt werden.
Die neue Version CVSS v4.0 legt den Schwerpunkt auf die Einbeziehung von Informationen über die einzelnen Bedrohungen und Umgebungsmetriken in die Bewertung, um eine realistischere Risikobewertung zu ermöglichen.