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Klick mit unbekanntem Ziel
Dabei steht der Fall des kompromittierten Olympia-Videos stellvertrend für die vielen Betrugsversuche, die dieser Tage im Internet kursieren. Wie Google-Experten herausfanden liegt der Anteil gefälschter AV-Software bei Malware-Domains, die auf aktuelle Trendthemen und Suchbegriffe setzen, bereits bei über 60 Prozent.
Um möglichst viele Daten abgreifen zu können, betreiben die Malware-Autoren intensive Suchmaschinenoptimierung für ihre infektiösen Web-Seiten. Sie springen auf Themen auf, die gerade boomen, und versuchen, mit aller Gewalt eine hohe Platzierung in Trefferlisten zu erreichen.
Weil die internetbasierte Suche neuerdings um den Faktor der Echtzeit-Suche ergänzt wird, haben die Cyber-Kriminellen dabei immer leichteres Spiel. Deutschsprachige Google-Ergebnisse beinhalten demnach nun auch Twitter-Einträge sowie Meldungen aus sozialen Netzwerken wie Facebook – teilweise bereits wenige Sekunden nach ihrem Erscheinen.
Das wahrscheinlich größte Risiko bergen also manipulierte Links. So erfreuen sich zum Beispiel Linkverkürzer-Dienste (URL Shortening) durch das 140-Zeichen-Limit bei Twitter und anderen Microblogs aktuell größter Beliebtheit. Einige der Dienste sind mitunter direkt in Social-Networking-Tools eingebaut und machen aus einer Bandwurm-URL einen Link mit wenig Zeichen.
Verkürzte Links besitzen jedoch üblicherweise keinerlei Ähnlichkeit mit den originalen URLs. Erschwerend kommt hinzu, dass es einige URL-Shortener erlauben, einen alternativen Text zur Verkürzung zu wählen. Deshalb erkennt der Benutzer in der Regel nicht, worauf er eigentlich klickt und könnte schlussfolgern, dass er eine vertrauenswürdige Webseite ansteuert. In Wirklichkeit kann sich hinter dem Link aber eine gehackte Seite befinden, die mit Trojanern, Spyware, Rootkits oder anderer Malware infiziert ist.
Seite 3: Misstrauen zahlt sich manchmal aus
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