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Enterprise 2.0 Wie man das Unternehmen vor Social-Media- und Web-2.0-Gefahren schützt

Autor / Redakteur: Sven Janssen / Stephan Augsten

Das Web 2.0 ist dem Versuchsstadium längst entwachsen; und was dem privaten Anwender Vorteile verschafft, kann ja auch fürs Unternehmen nicht schlecht sein? Soziale Netzwerke, Blogs, Online- und Video-Zusammenarbeit halten Einzug und machen das Unternehmen zum „Enterprise 2.0“ – nicht immer zur Freude der IT-Administratoren und Sicherheitsspezialisten.

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Um von Sozialen Netzwerken zu profitieren, müssen Unternehmen die Web-2.0-Dienste genauer unter die Lupe nehmen.
Um von Sozialen Netzwerken zu profitieren, müssen Unternehmen die Web-2.0-Dienste genauer unter die Lupe nehmen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Als Web-2.0-Anwendungen erstmals Einzug ins Unternehmen hielten, war die Skepsis der IT-Administratoren groß: Social Media ist gefährlich, bringt hohe Downloadraten mit sich und ist ein Produktivitätskiller. Mitarbeiter verschwenden Arbeitszeit.

Vorbehalte gibt es aber auch, wenn Mitarbeiter das Web 2.0 rein geschäftlich nutzen. In einer Online-Umfrage von YouGov gaben 42 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren an, dass sie in Blogs und Sozialen Netzwerken geschäftsrelevante Themen diskutieren. Dies wiederum schürt die Angst, dass geschäftskritische Informationen der Unternehmen nach außen dringen.

Diesen Befürchtungen stehen natürlich auch viele Vorteile gegenüber. Ein Beispiel für die Macht von Social Media war die virale Marketing-Aktion der „Mentos-Fontäne“. Das Video auf YouTube zeigt, wie man mithilfe der Kaudragees einen riesigen Cola-Geysir erzeugen kann. Millionen Mal geklickt, im Fernsehen gesendet, in aller Munde – und der Mentos-Umsatz stieg zu dieser Zeit um 20 Prozent.

Auch in der Kundenbetreuung findet Web 2.0 seinen Einsatz: Marktforscher nutzen Web 2.0 zu Umfragezwecken, Steuerkanzleien beraten in Foren und Communities, gemeinnützige Organisationen starten Social-Media-Projekte, um die Öffentlichkeit besser in ihre Arbeit einzubeziehen und mehr Unterstützung und Spenden zu erhalten. Wikis und gemeinsame interne wie externe Online-Arbeitsbereiche werden in Unternehmen immer beliebter. Auch der Micro-Blogging-Dienst Twitter, dessen Nachrichten 140 Zeichen umfassen dürfen, wird inzwischen als Marketing-Instrument in Unternehmen genutzt.

Neue Kommunikationsformen haben sich etabliert

Die Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 sorgte unter anderem dafür, dass Social Networking und Social Media sich in den vergangenen beiden Jahren durchsetzen konnten. Aufgrund begrenzter Marketing-Budgets müssen Unternehmen neue Wege gehen und sich zukunftsweisende und gleichzeitig kostengünstige Kommunikationskanäle suchen.

Das „2.0 Adoption Council“, eine Vereinigung großer Unternehmen, die diese Technologien bereits nutzen, hat die wichtigsten Ziele der Web-2.0-Nutzung unter seinen Mitgliedern eruiert: Kollegen über Teams und geografische Grenzen hinaus miteinander verbinden (92 Prozent), Zugang zu Spezialisten schaffen (88 Prozent), die Produktivität steigern (81 Prozent), Wissen sammeln und bewahren (78 Prozent) und Innovationen fördern (78 Prozent).

Bei der Echtzeit-Kommunikation spielt Social Networking sein volles Potential aus. Gartner prognostiziert, dass im Jahr 2014 bereits 20 Prozent der Unternehmen die Social-Networking-Dienste anstelle von E-Mails für den Informationsaustausch nutzen werden.

Seite 2: Enterprise 2.0 – Herausforderung für die IT

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