Mitarbeiter-Datenschutz

Wissensmanagement und Persönlichkeitsanalysen

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Die fünf Persönlichkeitsfaktoren

Nach Ansicht der Universität Bielefeld ist dieses Modell „wissenschaftlich gut abgesichert“. Zu den fünf Faktoren gehören:

1. Begeisterungsfähigkeit – sie gibt Aufschluss darüber, ob eine Person lieber „im stillen Kämmerlein“ vor sich hin brütet oder eher gesellig ist und mit anderen ins Gespräch kommt. Die psychologischen Parameter heißen Introversion und Extraversion.

2. Neurotizismus – er spiegelt den Umgang mit emotionalen Belastungen; ist der Neurotizismus schwach ausgeprägt, handelt es sich um eine selbstsichere, ruhige Person – umgekehrt geprägte Menschen verhalten sich „emotional“ und verletzlich.

3. Verträglichkeit – sie beschreibt, inwieweit eine Person ihren Mitmenschen Verständnis, Wohlwollen und Mitgefühl entgegenbringt. Personen mit niedrigen Verträglichkeitswerten beschreiben sich im Gegensatz dazu als widerstreitend, egozentrisch und misstrauisch.

4. Gewissenhaftigkeit – sie beschäftigt sich mit dem Grad an Selbstkontrolle, Genauigkeit und Zielstrebigkeit, über die eine Person verfügt. Personen mit hohen Gewissenhaftigkeitswerten handeln organisiert, sorgfältig und überlegt. Personen mit niedrigen Gewissenhaftigkeitswerten handeln spontan und sind unzuverlässig.

5. Offenheit (im Sinne von Aufgeschlossenheit) – sie erfasst das Interesse an neuen Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken. Personen mit hohen Offenheitswerten verfügen häufig über eine rege Fantasie, nehmen ihre positiven und negativen Gefühle deutlich wahr und sind vielseitig interessiert. Personen mit niedrigen Offenheitswerten neigen demgegenüber eher zu konventionellem Verhalten und vertrauen auf Bewährtes und Bekanntes anstatt zu experimentieren.

Möglichkeiten der Mitarbeiter-Analyse

Zahlreiche Software-Anbieter schreiben ihren Anwendungen die Fähigkeit zu, automatisiert „Talente“ identifizieren zu können. Sie wollen also die Frage beantworten können, wer ausreichend gewissenhaft und charakterfest ist, um beispielsweise die Position des Buchhalters zu bekleiden.

Viele dieser Anbieter stammen aus den USA – was womöglich auch mit den weniger strikten Datenschutzbestimmungen zusammenhängt. Für „The Intelligent Crowd Forum“ scheint das Überwachen der Mitarbeiter geboten, da „die meisten Mitarbeiter Internetseiten besuchen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben“.

In die gleiche Kerbe schlägt der Journalist Gery L. Deer: Wer vom Arbeitgeber mit Bürogeräten ausgestattet werde, solle diese bitte für betriebliche Belange nutzen. Der Arbeitgeber habe das Recht, die tatsächliche Verwendung zu überwachen. Daraus folgt für Deer: „Erwarte keine Privatsphäre am Arbeitsplatz!“ So werden etwa Tastaturrekorder angeboten: Für knapp 40 US-Dollar lassen sich Datenzugriffe, Internetbesuche und Tastaturanschläge beim Mailen und Chatten der Mitarbeiter verfolgen.

Mit Tastaturrekordern kann nicht nur beobachtet werden, ob die Mitarbeiter tun, was sie sollen, es lassen sich viele weitere Schlüsse ziehen. Das Tippen eines Menschen auf einer Tastatur beispielsweise ist einmalig: Der eine tippt mit zwei, der andere mit zehn Fingern, die eine langsamer, die andere schneller. Ebenso variieren Tastendruck und die Verweildauer des Fingers auf der Tastatur.

Viele Tippfehler könnten auf einen Mangel an Genauigkeit hindeuten. Viele Mails lassen wiederum auf eine extrovertierte Persönlichkeit schließen – ob dies gut oder schlecht ist, kommt wiederum auf die Tätigkeit des Mitarbeiters und die Adressaten an. Häuft sich der Befehlston in den Mails, dann könnte das ein Hinweis auf eine herrschsüchtige Natur sein.

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