Physische Sicherheit

Zutrittskontrolle und Videoüberwachung benötigen Standards

| Autor / Redakteur: Markus Baba* / Stephan Augsten

Videoüberwachung und Zutrittskontrollen lassen sich bei besser vernetzen, wenn sie offenen Standards folgen.
Videoüberwachung und Zutrittskontrollen lassen sich bei besser vernetzen, wenn sie offenen Standards folgen. (Bild: viappy - Fotolia.com)

Vernetzung ist in der Sicherheitstechnik ein zentraler Trend, denn integrierte Sicherheitslösungen bieten eine hohe Kosteneffizienz und einen reduzierten Administrationsaufwand. Voraussetzung für deren Realisierung ist die Nutzung von offenen Plattformen und standardisierten Protokollen.

Standards wie die ONVIF-Spezifikation, OSDP (Open Supervised Device Protocol), BACnet (Building Automation and Control Networks) oder OPC (OLE for Process Control) ermöglichen in der Informations- und Kommunikationstechnik sowie Gebäudeautomation die Konzeption konvergenter Lösungen. Das betrifft gerade auch den Bereich der Sicherheitstechnik, beispielsweise mit einer möglichen standardisierten Verknüpfung von Zutrittskontroll- und Videoüberwachungssystemen und deren Vernetzung mit Einbruchmeldeanlagen.

Eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung vernetzter, integrierter Systeme ist zudem die stärkere Verbreitung IP-basierter Sicherheitsprodukte. Ein Indiz hierfür ist der deutlich steigende Marktanteil von IP-Kameras. Und auch bei Einbruchmeldeanlagen finden sich inzwischen Lösungen mit integriertem IP-Übertragungsgerät zur direkten Anbindung an Gebäudemanagementsysteme.

Status quo im Sicherheitsbereich ist allerdings auch, dass unterschiedliche Systeme vielfach noch autark betrieben werden. Das Resultat ist zunächst ein hoher Administrationsaufwand. Auch unter Kostengesichtspunkten sind derartige Lösungsansätze in der Regel nicht optimal. Abhilfe schaffen die genannten konvergenten Lösungen auf der Basis offener Standards.

Open Network Video Interface Forum (ONVIF)

Was sich in der IT bereits seit Längerem abzeichnet, also der Einsatz offener, standardisierter Systeme, wird zunehmend auch den klassischen Sicherheitsbereich erfassen. Bei Videosystemen ist diese Entwicklung bereits Realität: hier hat sich ONVIF als der Quasistandard etabliert, den die Mehrheit aller wichtigen Anbieter von IP-Videoprodukten mittlerweile unterstützt.

Die ONVIF-Schnittstelle stellt eine herstellerneutrale Lösungskompatibilität sicher, die zum Beispiel den Anschluss einer Videokamera an ein Überwachungssystem ermöglicht. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch im Bereich der Zutrittskontrollsysteme ab. Hier kristallisiert sich OSDP als neuer Standard heraus, der die Kommunikation zwischen Controller und Lesegerät regelt.

In der Vergangenheit dominierten Wiegand- und Clock/Data-Schnittstellen, die aber eine Reihe von Schwächen aufweisen. Sie bieten lediglich eine serielle unidirektionale Kommunikation, und alle Kartenleser müssen jeweils über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung mühsam einzeln angeschlossen werden. Die maximale Kabelanschlusslänge liegt bei jeweils nur 150 Metern. Im deutschsprachigen Markt werden darüber hinaus oft auch RS-485-Schnittstellen genutzt, die in der Regel proprietäre, herstellerabhängige Kommunikationsstrukturen aufweisen.

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