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Das Open Supervised Device Protocol (OSDP)
OSDP hingegen basiert auf einer standardisierten RS-485-Schnittstelle und unterstützt eine bidirektionale Kommunikation, das heißt, es ist auch eine Überwachung der Lesegeräte oder die Durchführung automatischer Firmware-Updates möglich. Die Leser können in einer Entfernung von bis zu 1.200 Metern angeschlossen werden. Dabei gibt es auch keine Beschränkung auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, sondern es können auch Reihenschaltungen realisiert werden.
Die Vorteile, die OSDP mit sich bringt, sind weitreichend, da die OSDP-Spezifikation auf hohe Kompatibilität, Skalierbarkeit und Sicherheit ausgelegt ist. Eine hochsichere bidirektionale Kommunikation ist durch die AES-128-Verschlüsselung gewährleistet, die Hacker-Angriffe erheblich erschwert.
Abgesehen von der einfachen und schnellen Nutzung im Plug-and-Play-Verfahren ist vor allem die Standardisierung von erheblichem Nutzen für Integratoren und Anwender. Sie bietet einen hohen Investitionsschutz, führt zu geringeren Schulungskosten und ermöglicht eine deutlich gesteigerte Flexibilität bei der Lösungsauswahl.
Flexibilität heißt, dass die Anwender keine Herstellerabhängigkeit befürchten müssen. Zum Beispiel kann ein Unternehmen dann die für die eigenen Anforderungen am besten geeigneten Controller beziehungsweise Lesegeräte auch von unterschiedlichen Anbietern auswählen und einsetzen. Die zahlreichen OSDP-Vorteile haben auch dazu geführt, dass immer mehr Hersteller heute auf diesen Standard setzen.
Standardisierung auf allen Ebenen
Der Trend zur Offenheit und Standardisierung zeichnet sich aber nicht nur auf der Feldebene ab, sprich hinsichtlich Videokameras und Lesegeräten mit ONVIF beziehungsweise OSDP. Gleiches gilt auch für die Automatisierungsebene mit den Controllern und der Managementebene mit den entsprechenden Software-Managementlösungen. Auf beiden Ebenen finden sich verstärkt Lösungen, die auf einer offenen Plattform mit dokumentierten APIs basieren. Außerdem stellen die Anbieter für ihre Lösungen zunehmend auch SDKs zur Verfügung.
Setzen die unterschiedlichen Sicherheitssysteme auf offene Standards, ist auch die Basis für eine konvergente Lösung geschaffen, zum Beispiel mit einer engen Verzahnung von Zutrittskontrolle und Videoüberwachung oder auch im Hinblick auf eine Vernetzung von Zutrittskontroll- und Videoüberwachungssystemen mit Einbruchmeldeanlagen. Die Synergieeffekte, die die Verknüpfung unterschiedlicher Systeme mit sich bringen, reichen von einer vereinfachten Infrastruktur über eine deutliche Reduzierung des Administrationsaufwands bei der Implementierung oder bei Konfigurationsänderungen bis hin zu einer Kostenreduzierung.
Nicht zuletzt bedeutet Vernetzung aber auch eine erheblich höhere Sicherheit. Ein Beispiel zeigt dies deutlich: Bei einer engen Integration von Zutrittskontrolle und Videoüberwachung ist es bei einem Brandalarm nicht nur möglich, Videobilder zu nutzen, gleichzeitig kann durch den unmittelbaren Zugriff auf die Zutrittskontrolldaten schnell festgestellt werden, wie viele und welche Personen sich aktuell im entsprechenden Brandabschnitt aufhalten.
Generell wird der Trend zur Standardisierung auch im Bereich der Sicherheitstechnik nicht aufzuhalten sein. Auch Anbieter von proprietären Lösungen werden sich diesem Trend nur schwer widersetzen können. Denn eines ist klar: Der Markt wird die weitere Entwicklung maßgeblich bestimmen – und die Nachfrage nach proprietären Anwendungen, die zu einem Vendor-Lock-in führen, wird dabei dramatisch einbrechen, wie im IT-Markt bereits geschehen.
* Über den Autor
Markus Baba ist Area Sales Manager DACH bei HID Global in Walluf.
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