Mithilfe von KI finden Hacker Schwachstellen binnen Stunden und nutzen sie aus. Claude Mythos beweist, wie gefährlich das sein kann. Ein Briefing von 250 CISOs liefert einen Zeitplan für die Etablierung von AI Security und Risikominderung.
Experten aus aller Welt erwarten viele, rasch aufeinander folgende Wellen von mit KI-entdeckten Sicherheitslücken, die Cyberkriminelle ausnutzen werden.
Generative Künstliche Intelligenz hat die Welt in kürzester Zeit erobert. Gerade das neue Sprachmodell „Claude Mythos“ von Anthropic beherrscht die Schalgzeilen. Die KI-gestützte Schwachstellenerkennung hat unsere bisherigen Sicherheitsannahmen verändert. Die Zeitspanne zwischen Entdeckung und Ausnutzung hat sich enorm verkürzt. Aus diesem Grund haben die Cloud Security Alliance (CSA) und das Sans Institute ein Strategie-Briefing für CISOs entwickelt, welches strategische Überlegungen mit praktischen Handlungsemfehlungen verbindet. Es erklärt, die Herausforderungen der aktuellen Situation und welche Maßnahmen Führungskräfte diese Woche, in den nächsten 45 Tagen und in den nächsten zwölf Monaten einleiten sollten. 250 CISOs haben an dem Briefing mitgearbeitet und Korrekturen vorgenommen.
Vor diesen Herausforderungen stehen Sicherheitsteams
Obwohl die Hauptautoren Gadi Evron, CEO bei Knostic und CISO-in-Residence for AI bei der Cloud Security Alliance, Rich Mogull, Chief Analyst der Cloud Security Alliance, sowie Rob T. Lee, Chief AI Officer und Chief of Research des Sans Institutes, betonen, dass es bei dem Briefing nicht um ein einzelnes Modell oder einen einzelnen Anbieter geht, ist dennoch klar, dass die Bedenken rund um Claude Mythos Preview zu seiner Veröffentlichung geführt haben. Das verrät allein der Titel des Briefings „The AI Vulnerability Storm: Aufbau eines zukunftsfähigen Sicherheitsprogramms“.
Die Studienautoren erwarten eine Flut aus Sicherheitslücken und Exploit, die Sicherheitsorganisationen überlasten wird. Sie werden nicht hinterherkommen, Patches einzuspielen und auf KI-entdeckte Schwachstellen, Exploits und autonome Angriffe zu reagieren. Deshalb müssen Risikoberechnungen angepasst und die Ressourcen des Sicherheitsprogramms neu ausgerichtet werden, um dem steigenden Patch-Volumen, der kürzeren Patch-Zeit und den hartnäckigeren und komplexeren Angriffen zu begegnen. Für die Verteidiger gilt, sich auf die Grundlagen der Cybersicherheit zu konzentrieren und Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Dazu gehören Segmentierung, ausgehende Filterung und Multifaktor-Authentifizierung.
Mit Project Glasswing hat Anthropic ein Kooperationsprogramm gestartet, das ausgewählten Partnern einen frühzeitigen Zugriff auf Claude Mythos Preview gewährt, um Schwachstellen ausfindig machen zu können und zu patchen. Damit soll der erste Sturm an durch KI offengelegte Schwachstellen bewältigt werden können. Doch die Experten von Sans und der Cloud Security Alliance gehen davon aus, dass es bei dieser ersten Welle nicht bleiben wird. Sie sei die erste von vielen großen Wellen KI‑entdeckter Schwachstellen, die in rascher Folge auftreten könnten. Die in Mythos beobachteten Fähigkeiten würden sich schnell breiter verfügbar machen und die Zahl sowie die Häufigkeit komplexer, neuartiger Angriffe, mit denen Organisationen konfrontiert sein werden, würde sich drastisch erhöhen.
Wie können sich Unternehmen für die nächste Welle rüsten?
Für die Experten ist klar, dass die Cyberkriminellen nur mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden können. Deshalb empfehlen sie Unternehmen, ebenfalls auf KI-basierte Tools zu setzen, um sich für die nächste Welle von Sicherheitslücken, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz aufgedeckt wurden, zu wappnen:
Priorisieren Sie ein robustes Abhängigkeitsmanagement, um Schwachstellen in Drittanbieter- und Open-Source-Komponenten zu reduzieren.
Führen Sie in Ihren Entwicklungsprozessen regelmäßig automatisierte Sicherheitsbewertungen durch, einschließlich des Einsatzes von LLM-gestützten Agenten, um Schwachstellen zu finden, bevor Angreifer sie entdecken.
Führen Sie KI-Agenten flächendeckend in Ihre Cybersicherheitsabteilung ein, damit Verteidiger mit der Geschwindigkeit der Angreifer mithalten und die Lücke schließen können.
Überprüfen Sie Ihre Risikotoleranz für Betriebsausfallzeiten aufgrund der Behebung von Schwachstellen, um den kürzeren Reaktionszeiten der Angreifer Rechnung zu tragen.
Aktualisieren Sie Ihre Governance für ein effizienteres Onboarding von Anbietern und erhöhen Sie die Mitarbeiterzahl, um die schnellere Bereitstellung neuer KI-basierter Verteidigungssysteme zu ermöglichen.
Außerdem appellieren die Beteiligten, dass die Branche ihre Koalitionen, ihre Zusammenarbeit und ihre Koordination stärken müsse, um sich vor diesen Bedrohungen zu schützen. Das vollständige Briefing können Sie hier einsehen. Darin findet sich auch ein Entwurf eines Zeitplans, an dem sich Unternehmen für die nächsten Wochen und Monate orientieren können:
Hinweis: Unter „Critical“ ist eine unmittelbare Gefährdung bei Nichtbeachtung gemeint. „High“ versteht eine erhebliche Gefährdung innerhalb von 45 Tagen.
Stand: 08.12.2025
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