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Software-Qualität 10 Software-Bugs und ihre spektakulären Folgen im Jahr 2011

Redakteur: Stephan Augsten

Strafzahlungen, Rückrufaktionen, Festnahmen – Software-Fehler können verschiedenste unerwünschte Folgen nach sich ziehen. SQS Software Quality Systems hat sich aus Medienberichten zehn spektakuläre Software-Fehler des Jahres 2011 herausgepickt.

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Mangelndes Software-Testing hat weltweit wieder für Aufsehen gesorgt.
Mangelndes Software-Testing hat weltweit wieder für Aufsehen gesorgt.

Neben der sicheren Anwendungsentwicklung selbst sind Software-Tests das wohl wichtigste Mittel, um Schwachstellen und unerwünschte Vorfälle zu vermeiden. Doch leider hapert es in vielen Unternehmen oft bei der Umsetzung. Meist werden die Folgen mangelnder Software-Qualität erst sichtbar, wenn es bereits zu spät ist, unterstreicht Rudolf van Megen, Chief Executive Officer der SQS Software Quality Systems AG.

Auf Basis von Medienberichten und Einschätzungen von Softwarequalitäts-Experten hat SQS eine Liste der zehn schwerwiegendsten und folgenreichsten Software-Fehler 2011 erstellt. Diese führten bei Unternehmen sowohl zu Imageverlusten als auch zu gravierenden finanziellen Schäden.

„Von Strafzahlungen in Millionenhöhe über weltweite Massenrückrufe von Autos bis hin zu Menschen, die unschuldig ins Gefängnis mussten – jeder einzelne dieser Software-Fehler hätte durch effektives Test- und Qualitätsmanagement im Vorfeld vermieden werden können“, kommentiert van Megen.

Die Top-10 der schlimmsten Software-Fehler 2011

1. Finanzkonzern muss teuer bezahlen: 25 Millionen Dollar Strafe verhängte die US Finanzaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) einem internationalen Finanzdienstleister. Dieser hatte zuvor einen Fehler in einer Software-Anwendung eines Investment-Fonds vertuscht. Gleichzeitig musste das Unternehmen den geprellten Anlegern den entstandenen Schaden zurückerstatten: 217 Millionen Dollar (über 160 Millionen Euro).

2. Hunderttausende Gehaltszahlungen verzögert: Landesweit fielen in Japan durch einen Software-Fehler bei einer der größten Banken rund 5.600 Geldautomaten für 24 Stunden aus. Um die Systemwiederherstellung zu beschleunigen, mussten alle 38.000 Geldautomaten vom Netz genommen werden. Über mehrere Tage war kein Online-Banking möglich. Erst nach einer zehntägigen Verzögerung konnte die Bank alle Lohnüberweisungen mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar (über eine Milliarde Euro) bearbeiten.

3. Bankautomaten verschenken Geld an Kunden: In den australischen Metropolen Sydney, Melbourne und Brisbane konnten Kunden über fünfeinhalb Stunden uneingeschränkt Geld an 40 defekten Geldautomaten abheben. Möglich machte den überraschenden Geldsegen eine Störung in der Datenbanksoftware, die die Automaten in den Stand-by-Modus versetzte: Die Geräte erkannten weder die Grenze des Tageslimits, noch wussten sie, ob das Konto genügend gedeckt war.

4. Datenrückstau bei Smartphone-Hersteller: Kein Internet-Surfen, kein Zugang zum E-Mail-Account und keine Instant Messaging-Dienste – ein Netzwerkausfall bei einem weltweit führenden Smartphone-Hersteller verursachte auf den Endgeräten von Millionen Kunden einen Datenrückstau. Betroffen waren die Regionen Europa, Afrika als auch der Mittlere Osten und Lateinamerika. Nachträglich musste das Unternehmen mehrere Milliarden E-Mails abarbeiten. Der Netzwerkausfall war auf ein Rechenzentrum in Großbritannien zurückzuführen, wo zudem auch das Reservesystem versagte.

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