Supply-Chain-Angriff trifft DAEMON Tools Lite Manipulierte Installer verbreiten signierten Schadcode

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Ein Lieferketten-Angriff hat die offiziellen Installationspakete von DAEMON Tools Lite manipuliert. Über die Herstellerseite verteilten die An­grei­fer zwischen dem 8. April und 5. Mai 2026 trojanisierte, gültig signierte Da­tei­en. Die kritische Schwachstelle CVE-2026-8398 hat einen CVSS-Wert von 9.8.

Ein Supply-Chain-Angriff hat die offiziellen Installer von DAEMON Tools Lite trojanisiert. Die manipulierten Dateien waren gültig signiert und kamen von der echten Herstellerseite.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Ein Supply-Chain-Angriff hat die offiziellen Installer von DAEMON Tools Lite trojanisiert. Die manipulierten Dateien waren gültig signiert und kamen von der echten Herstellerseite.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die offiziellen Installationspakete von DAEMON Tools Lite waren über mehrere Wochen mit Schadcode versehen, wie der unter CVE-2026-8398 geführte Eintrag dokumentiert. Betroffen sind die Windows-Versionen 12.5.0.2421 bis 12.5.0.2434, verteilt über die legitime Website daemon-tools.cc zwischen dem 08.04.2026 und dem 05.05.2026. Der Eintrag bewertet den Vorfall nach CVSS 4.0 mit 9.3 und nach CVSS 3.1 mit 9.8, in beiden Fällen kritisch. Als Schwäche ist CWE-506 für eingebetteten Schadcode hinterlegt.

Angreifer kompromittieren die Build-Infrastruktur des Herstellers

Die Angreifer haben sich unbefugten Zugang zur Build- und Verteilungsumgebung des Herstellers AVB Disc Soft verschafft. Dort haben sie drei Programmdateien manipuliert, DTHelper.exe, DiscSoftBusServiceLite.exe und DTShellHlp.exe. Über die kompromittierte Infrastruktur gelangen die präparierten Dateien in die regulären Installationspakete und von dort auf die Rechner der Anwender. Die Ausführung eines manipulierten Installers bringt den Schadcode auf das Zielsystem und kompromittiert es vollständig.

Gültige Signatur täuscht Vertrauen vor

Die manipulierten Dateien sind mit dem echten Code-Signing-Zertifikat von AVB Disc Soft signiert. Die gültige Signatur lässt die Installer vertrauenswürdig erscheinen. Damit unterlaufen die manipulierten Dateien die signaturbasierte Erkennung. Schutzlösungen, die allein auf die Gültigkeit der Signatur setzen, erkennen den Schadcode nicht. Den Vorfall analysiert das Team von Kaspersky. Das Unternehmen hat den Eintrag als zuständige CVE Numbering Authority veröffentlicht.

Maßnahmen für betroffene Systeme

Anwender mit einer Installation aus dem genannten Zeitraum sollten das betroffene System als kompromittiert behandeln. Ein kompromittiertes System sollte neu aufgesetzt werden. Eine Neuinstallation von DAEMON Tools Lite aus einer geprüften Quelle ist danach möglich. Zusätzlich empfehlen sich das Zurücksetzen der Zugangsdaten und eine vollständige Prüfung mit aktueller Schutzsoftware. Der Hersteller AVB Disc Soft informiert in einer eigenen Sicherheitsmeldung über den Vorfall, ergänzende technische Details dokumentiert das Analyseteam von Kaspersky.

Fazit

Der Vorfall zeigt das Muster eines Lieferketten-Angriffs in reiner Form. Die Angreifer setzen an der Vertrauenskette zwischen Hersteller und Anwender an und umgehen so die Prüfung auf Softwareebene. Die Erkennung solcher Angriffe stützt sich auf das Verhalten des Programms auf dem System und auf die Integrität der Bezugsquelle.

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