Sicherheitslücken bei nahezu allen VPN-Diensten 20 Jahre alte Lücke ermöglicht Angreifern das Auslesen von Daten

Von Thomas Joos 1 min Lesedauer

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Sicherheitsforscher haben eine 20 Jahre alte Sicherheitslücke entdeckt, die in nahezu allen VPN-Diensten bestehen. Durch diese Lücke können Angreifer Daten der Nutzer auslesen. Das sollten Anwender und Unternehmen jetzt wissen.

Bei VPN-Verbindungen gibt es seit Jahren eine Sicherheitslücke, die bisher noch nicht geschlossen wurde.(Bild:  .shock - stock.adobe.com)
Bei VPN-Verbindungen gibt es seit Jahren eine Sicherheitslücke, die bisher noch nicht geschlossen wurde.
(Bild: .shock - stock.adobe.com)

Sicherheitsforscher der Leviathan Security Group haben eine Sicherheitslücke gefunden, die im Grunde genommen jede VPN-Verbindung aushebeln kann. Durch die Lücke haben Hacker Zugriff auf die verschlüsselten Daten im VPN-Tunnel. Die Lücke CVE-2024-3661 ist vermutlich seit über 20 Jahren aktiv.

Das steckt hinter der VPN-Lücke

Die Technik des Angriffs erlaubt es einem Angreifer, den Datenverkehr eines Zielnutzers aus seinem VPN-Tunnel zu leiten, indem er integrierte Funktionen des DHCP ausnutzt. Das Resultat ist, dass der Nutzer Pakete sendet, die nicht durch das VPN verschlüsselt werden, was einem Angreifer das Mitlesen des Datenverkehrs ermöglicht. Dieser Effekt wird als "Decloaking" bezeichnet. Wichtig ist, dass der VPN-Kontrollkanal dabei erhalten bleibt, sodass Funktionen wie "Kill Switches" nicht ausgelöst werden und Nutzer weiterhin als mit dem VPN verbunden angezeigt werden. Diese Technik könnte möglicherweise bereits seit 2002 existieren und in freier Wildbahn entdeckt und genutzt worden sein. Einfach die Unterstützung für DHCP zu entfernen, um das Problem zu beheben, ist nicht machbar, da dies in einigen legitimen Fällen die Internetverbindung beeinträchtigen könnte.

Eine Empfehlung ist, dass VPN-Anbieter Netzwerk-Namespaces auf unterstützten Betriebssystemen implementieren, ähnlich der Methode, die in der WireGuard-Dokumentation beschrieben ist. Netzwerk-Namespaces sind eine Linux-Funktion, die Schnittstellen und Routing-Tabellen vom lokalen Netzwerk trennen kann.

Nach der Veröffentlichung erhielten die Forscher Informationen zu früheren Forschungen, die das Verhalten der Routing-Tabelle mit der Option 121 kombinierten. Die Forscher zeigten, dass einige Personen seit mindestens 2015 über die Auswirkungen der DHCP-Option 121 auf VPNs Bescheid wussten. Trotz dieses Wissens führten die Forschungen nicht zur weitverbreiteten Einführung von Abhilfemaßnahmen noch zur allgemeinen Bekanntheit des Decloaking-Verhaltens.

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