Gartner-Umfrage 41 Prozent der CISOs melden Deepfake-Vorfälle bei Audioanrufen

Quelle: Pressemitteilung 1 min Lesedauer

KI macht Social Engineering glaubwürdiger. Laut einer Gartner-Umfrage verzeichneten 41 Prozent der CISOs binnen eines Jahres mindestens einen Deepfake-Vorfall bei einem Audioanruf, 36 Prozent bei einem Videoanruf.

Mit KI-generierten Deepfakes wird Vishing glaubwürdiger, und Beschäftigte können sich laut Gartner immer weniger auf die Merkmale verlassen, an denen sie Betrugsversuche bisher erkannt haben.(Bild:  lassedesignen - stock.adobe.com)
Mit KI-generierten Deepfakes wird Vishing glaubwürdiger, und Beschäftigte können sich laut Gartner immer weniger auf die Merkmale verlassen, an denen sie Betrugsversuche bisher erkannt haben.
(Bild: lassedesignen - stock.adobe.com)

Deepfakes sind in Unternehmen längst kein Randphänomen mehr. Das zeigt eine Umfrage des Analystenhauses Gartner. 41 Prozent der befragten Chief Information Security Officers hätten angegeben, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Social-Engineering-Vorfall gemeldet zu haben, bei dem ein Deepfake in einem Audioanruf mit einem Beschäftigten eingesetzt worden sei. Weitere 36 Prozent hätten von einem solchen Vorfall bei einem Videoanruf berichtet.

Gartner hat für die Umfrage zwischen März und Mai 2026 eigenen Angaben nach insgesamt 297 Führungskräfte aus der Cybersicherheit befragt, darunter CISOs und Personen in vergleichbaren Positionen.

Phishing bleibt verbreitet

Noch mehr CISOs hätten allerdings von klassischen Angriffsformen berichtet: 79 Prozent der Befragten hätten laut Gartner in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Vorfall mit E-Mail-Phishing, Spear-Phishing oder Business E-Mail Compromise (BEC) erlebt. Bei BEC geben sich Angreifer per E-Mail etwa als Geschäftsführung oder Geschäftspartner aus, um Zahlungen oder Daten zu erschleichen. 58 Prozent hätten mindestens einen Vorfall mit Vishing oder Smishing, also Phishing per Telefonanruf oder SMS, gemeldet.

Nach Einschätzung von Gartner erhöhe KI das Volumen, die Personalisierung und die Glaubwürdigkeit von Social-Engineering-Angriffen. Gleichzeitig würden vertraute Erkennungsmerkmale an Zuverlässigkeit verlieren.

Bekannte Methoden, neue Kombinationen

„Angreifer können Phishing, Business Email Compromise, synthetische Medien und aggregierte persönliche Kontextinformationen über mehrere Kanäle hinweg kombinieren“, erklärt Craig Porter, Director Analyst bei Gartner. Die meisten Angriffe würden sich aber weiterhin auf Nutzer, gestohlene Zugangsdaten, schwache Wiederherstellungsprozesse und bekannte technische Methoden stützen. „CISOs müssen bei der Bekämpfung KI-gestützter Social-Engineering-Bedrohungen dieselbe Disziplin anwenden, die sie auch bei der Bewertung von Identitäts- und Zugriffsrisiken einsetzen.“

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