Definition Digitale Identität

Was ist eine digitale Identität?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Peter Schmitz

Eine digitale Identität ist die Abbildung einer realen Person oder eines physikalischen Objekts in einer eindeutig identifizierbaren Datenform.
Eine digitale Identität ist die Abbildung einer realen Person oder eines physikalischen Objekts in einer eindeutig identifizierbaren Datenform. (Bild: Pixabay / CC0)

Mit einer digitalen Identität lassen sich Personen oder Objekte durch Computer eindeutig identifizieren. Reale Personen werden durch die digitale Identität in der virtuellen Welt repräsentiert. Für die digitale Identität lassen sich verschiedene Merkmale nutzen.

Während für eine Identität in der realen Welt Attribute zur Charakterisierung von Personen wie körperliche Merkmale oder persönliche Daten herangezogen werden, kommen für digitale Identitäten elektronisch prozessierbare Merkmale zum Einsatz.

Typische Merkmale einer realen Identität sind beispielsweise ein Fingerabdruck, ein Bild des Gesichts, die Irismerkmale des Auges, die Körpergröße, der Name, die Adresse oder der Geburtstag. Attribute einer digitalen Identität können ein Benutzername und ein Passwort, Chipkarten und Token oder biometrische Daten sein. Oft werden sowohl in der digitalen als auch in der realen Welt mehrere Merkmale miteinander kombiniert, um die eindeutige Identifizierung besser abzusichern.

Es können eine Chipkarte, ein Benutzernamen und ein Passwort gleichzeitig notwendig sein, um sich an einem System anzumelden oder Transaktionen durchzuführen. Ein Abgrenzungsmerkmal zwischen realen und digitalen Identitäten ist, dass bei digitalen Identitäten wesentlich größere externe Einfluss- und Manipulationsmöglichkeiten bestehen. Zudem können sich Personen oft problemlos mehrere digitale Identitäten gleichzeitig zulegen.

Verwendung der digitalen Identität

Die digitale Identität wird für viele Anwendungen genutzt. So können sich User im Internet mit ihrer digitalen Identität zum Beispiel in ihr soziales Profil einloggen, bei einem Onlineshop bestellen oder ihre E-Mails abrufen. Abhängig davon, wie schützenswert und vertraulich die jeweiligen Daten sind, auf die die digitale Identität Zugriff hat, kommen unterschiedlich sichere Methoden zur Authentifizierung zum Einsatz.

Biometrie und digitale Identität

Mittlerweile haben sich in vielen Bereichen biometrische Daten für die sichere Erkennung von digitalen Identitäten etabliert. Mit Hilfe von Sensoren lassen sich biometrische Merkmale wie Fingerabdrücke, Gesichter oder die Augeniris realer Personen in Rechner einlesen, digitalisieren und mit zuvor erfassten und abgespeicherten Daten vergleichen. So ist die Identität eines Users gegenüber dem Smartphone beispielsweise mit Hilfe des integrierten Sensors und dem Fingerabdruck nachweisbar und mit seiner digitalen Identität verknüpfbar.

Der Personalausweis - Verknüpfung zwischen realer und digitaler Identität

Moderne Personalausweise ermöglichen es den Besitzern, sowohl ihre reale als auch ihre digitale Identität eindeutig nachzuweisen. Hierfür lassen sich Funktionen freischalten, mit denen die auf dem neuen Personalausweis (nPA) gespeicherten Daten sicher und verschlüsselt an eine Anwendung übertragen werden. Der Besitzer erhält dadurch eine von seiner realen Identität abgeleitete digitale Identität.

Verwaltung von digitalen Identitäten und die Gefahr des Missbrauchs

Zur Verwendung digitaler Identitäten durch IT-Systeme sind einzelne Merkmale und Attribute zu speichern. Um den Missbrauch der digitalen Identität zu verhindern, ist bei der Speicherung und Verarbeitung der Daten hoher Wert auf Sicherheit und Datenschutz zu legen. Mögliche Missbrauchsszenarien sind der Identitätsdiebstahl, die unbefugte Veränderung der Identität und der unerlaubte Zugriff auf persönliche Daten. Ein weiteres Missbrauchspotenzial entsteht durch das Anlegen von mehrfachen digitalen Identitäten oder das unerlaubte Zuordnen einer digitalen Identität zu eigentlich anonymen Nutzerdaten. So existieren verschiedene Verfahren, mit deren Hilfe sich aus dem Surfverhalten eines Users und den vom Browser übermittelten Daten des Rechners Rückschlüsse auf die digitale Identität ziehen lassen.

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