Definition Application Security | Anwendungssicherheit Was ist Anwendungs­sicherheit?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 4 min Lesedauer

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Die Anwendungssicherheit umfasst Maßnahmen und Verfahren zum Schutz von Anwendungscode und -daten vor Angriffen, Missbrauch und unbefugtem Zugriff. Sie berücksichtigt alle Lebenszyklusphasen einer Anwendungssoftware von der Entwicklung über die Installation bis zum Betrieb und zur Wartung.

Application Security (Anwendungssicherheit) dient dem Schutz von Anwendungen vor Angriffen, Missbrauch und unbefugtem Datenzugriff.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Application Security (Anwendungssicherheit) dient dem Schutz von Anwendungen vor Angriffen, Missbrauch und unbefugtem Datenzugriff.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der englische Begriff für Anwendungssicherheit lautet Application Security. Anwendungssicherheit beschreibt die Praxis und den Prozess, geeignete Sicherheitsmaßnahmen, -funktionen, -technologien und -verfahren für Anwendungssoftware zu entwickeln, zu implementieren und zu testen. Ziel ist es, die Anwendungen, den Programmcode und die Daten vor Angriffen, Missbrauch, Manipulation und unbefugtem Zugriff zu schützen. Interne oder externe Bedrohungen, die auf das Ausnutzen von vorhandenen Schwachstellen oder Sicherheitslücken abzielen, sollen abgewehrt werden.

Anwendungssicherheit ist ein wichtiger Aspekt in allen Phasen des Lebenszyklus einer Anwendungssoftware. Entsprechende Sicherheitskonzepte und -maßnahmen reichen von der Entwicklung über die Installation bis zum Betrieb und zur Wartung der Anwendungen. Durch die steigende Komplexität moderner Anwendungen sowie die Einbeziehung von Internettechnologien, Cloud-Konzepten und mobilen Endgeräten zur Bereitstellung der Anwendungsfunktionen hat die Anwendungssicherheit stark an Bedeutung gewonnen. Dazu trägt auch die zunehmende Bedrohung durch immer ausgefeiltere und raffiniertere Cyberangriffstechniken bei, zumal die Anwendungen häufig sensible oder personenbezogene und andere Arten von schützenswerten Daten verarbeiten.

Unterkategorien der Anwendungssicherheit

Die Anwendungssicherheit lässt sich abhängig vom Typ der Anwendung und der Art ihrer Implementierung und Bereitstellung in verschiedene Kategorien unterteilen. Unterkategorien der Anwendungssicherheit sind zum Beispiel:

  • die Sicherheit von mobilen Anwendungen (App-Sicherheit)
  • die Sicherheit von Webanwendungen
  • die Sicherheit von cloudbasierten Anwendungen

Je nach Kategorie sind für die Anwendungssicherheit besondere Maßnahmen zu ergreifen oder spezifische Sicherheitsfunktionen und -technologien zu implementieren. Mobile Apps erfordern Sicherheitsmaßnahmen, die beispielsweise die Kommunikation über öffentliche Netzwerke schützen und die beschränkte Kontrolle des mobilen Endgeräts für den Bereitsteller einer App oder eines Endgeräts berücksichtigen. So ist beispielsweise bei geschäftlichen Anwendungen dafür zu sorgen, dass durch die Verwendung der App und eines mobilen Endgeräts die Sicherheitsrichtlinien eines Unternehmens nicht verletzt werden. Bei der Sicherheit von Webanwendungen geht es unter anderem darum, auf Remote-Servern gehosteten Apps, Dienste und Daten vor Missbrauch und unbefugtem Zugriff aus dem Internet zu schützen. In Cloud-Umgebungen werden bestimmte Anwendungsressourcen gemeinsam von mehreren Cloud-Anwendern genutzt. Hierbei ist beispielsweise sicherzustellen, dass der Zugriff des jeweiligen Cloud-Anwenders auf die gewünschten Anwendungsressourcen und Daten entsprechend autorisiert ist.

Typische Ursachen für die Bedrohung der Anwendungssicherheit

Die Sicherheit von Anwendungen ist zahlreichen Risiken und Bedrohungen ausgesetzt. Typische Ursachen für diese Bedrohungen und Risiken sind zum Beispiel Fehler oder Schwachstellen im Programmcode, mangelnde Validierung von Eingaben, unverschlüsselte Datenkommunikation oder Datenablage, falsch konfigurierte Host- oder Netzwerkumgebungen, fehlende oder mangelhafte Zugriffskontrollen und Authentifizierungsmechanismen, mangelhaft abgesicherte Schnittstellen (APIs), Verwendung unsicherer oder kompromittierter Bibliotheken oder Modulen, unsichere Softwarelieferketten und vieles mehr.

Maßnahmen, Verfahren und Methoden zur Sicherstellung der Anwendungssicherheit

Die zur Sicherstellung der Anwendungssicherheit zu ergreifenden technischen und organisatorischen Maßnahmen, Verfahren und Methoden berücksichtigen alle Phasen des Lebenszyklus einer Anwendung von der Entwicklung über die Installation und Bereitstellung bis zum Betrieb und zur Wartung.

Schon in der Entwicklungsphase ist darauf zu achten, dass fehlerfreie Codes erstellt und sichere Authentifizierungsmechanismen, Eingabevalidierungs-, Logging und Verschlüsselungsverfahren integriert werden. Zur Einbindung von externen Bibliotheken und Softwarekomponenten ist die Sicherheit der Softwarelieferketten zu managen und zu überwachen. Nach der Bereitstellung einer Anwendung können auch externe Komponenten wie Firewalls und andere Systeme zum Schutz der Anwendungssicherheit zum Einsatz kommen. Regelmäßige Sicherheitsaudits, Code-Reviews und Penetrationstests sorgen für eine kontinuierliche Überwachung und Einhaltung der Anwendungssicherheit.

Zu den wichtigsten Maßnahmen, Verfahren und Methoden zur Sicherstellung der Anwendungssicherheit zählen kurz zusammengefasst folgende:

  • sichere Authentifizierung der Nutzer einer Anwendung zum Beispiel per Multi-Faktor-Authentifizierung
  • Autorisierung und Kontrolle des Zugriffs auf Anwendungsfunktionen, Anwendungsressourcen und Daten
  • Umsetzung von Prinzipien wie das Least-Privilege-Prinzip
  • Verschlüsselung der übertragenen und gespeicherten Daten
  • Validierung der Benutzereingaben
  • Protokollierung der Anwendungszugriffe und Benutzeraktivitäten
  • Sicherheits- und Patchmanagement zur Aktualisierung der Anwendungssoftware bei erkannten Schwachstellen oder Fehlern
  • regelmäßige Code-Reviews
  • regelmäßige Tests der Anwendungssicherheit
  • regelmäßige Schulung der Entwickler zu Themen der Anwendungssicherheit

Vorteile durch eine hohe Anwendungssicherheit

Eine hohe Anwendungssicherheit bietet viele Vorteile. Die Implementierung von Anwendungssicherheitsmaßnahmen hilft, Cyberangriffe zu verhindern oder abzuwehren und ihre Auswirkungen zu minimieren. Kostspielige Anwendungsausfälle können vermieden und der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden. Das schützt auch die Reputation eines Unternehmens und erhält das Kundenvertrauen aufrecht. Die Anwendungssicherheit verhindert den Zugriff auf sensible Daten und schützt sie vor Missbrauch und Manipulation. Vertraulichkeit und Integrität der Daten bleiben gewahrt. Rechtliche Vorgaben wie die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) oder strenge Compliance-Richtlinien bestimmter Branchen lassen sich leichter einhalten und erfüllen. Strafen oder Probleme aufgrund von Verstößen gegen Gesetze oder Richtlinien können vermieden werden. Eine bereits in der Entwicklungsphase berücksichtigte Anwendungssicherheit trägt dazu bei, dass sich kostspielige Nacharbeiten in der Bereitstellungsphase einer Softwareanwendung vermeiden lassen. Proaktive Anwendungssicherheitsmaßnahmen wie regelmäßige Tests oder Code-Reviews verringern die Wahrscheinlichkeit für potenzielle Sicherheitsvorfälle.

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