Apple WPS durch Unbefugte nutzbar iPhones verraten Standort von WLAN-Access-Points

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Apple verfügt über eine Datenbank, in der genaue Positionen von WLAN-Access-Points gespeichert sind. Diese Daten erhält der Konzern, weil iPhones diese zum Anbieter verschicken.

Apple WPS ermöglicht es Angreifern, ohne besondere Privilegien in kurzer Zeit eine weltweite Sammlung von Wi-Fi-BSSID-Geolokationen zu erstellen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Apple WPS ermöglicht es Angreifern, ohne besondere Privilegien in kurzer Zeit eine weltweite Sammlung von Wi-Fi-BSSID-Geolokationen zu erstellen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Angreifer können diese Daten relativ einfach nutzen. Forscher der Universität Maryland haben dieses Problem identifiziert und stellen fest, dass sich damit sogar Einzelpersonen tracken lassen.

Forscher der University of Maryland finden Datenschutzprobleme bei Apple

In der Untersuchung der University of Maryland zeigen Erik Rye und Dave Levin auf, dass Wi-Fi-basierte Positionierungssysteme (WPS) erhebliche Datenschutzprobleme verursachen können. Apple WPS ermöglicht es Angreifern, ohne besondere Privilegien in kurzer Zeit eine weltweite Sammlung von Wi-Fi-BSSID-Geolokationen zu erstellen. Dabei machen sich die Angreifer zunutze, dass nur wenige dicht belegte Regionen im MAC-Adressraum existieren. Über ein Jahr hinweg konnten die Forscher die genauen Standorte von über zwei Milliarden BSSIDs weltweit ermitteln.

Die Datenschutzbedenken werden besonders deutlich, wenn diese Daten langfristig betrachtet werden, da dadurch die Bewegungen von Geräten und deren Besitzern verfolgt werden können. Obwohl die meisten Wi-Fi-Zugangspunkte stationär sind, gibt es viele mobile Geräte wie Reise-Router, die speziell für die Mobilität ausgelegt sind. Ein besonderer Fokus der Studie liegt auf der verantwortungsvollen Offenlegung der Sicherheitslücken. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse Apple und anderen betroffenen Unternehmen wie Google, SpaceX und GL.iNet mitgeteilt. Apple hat daraufhin Maßnahmen ergriffen, um die Privatsphäre der Nutzer zu verbessern, beispielsweise durch die Möglichkeit, dass Nutzer ihre Geräte aus der WPS-Datenbank ausschließen können.

Die Studie verdeutlicht, dass solche großflächigen Datensätze es Angreifern ermöglichen, Gerätebewegungen langfristig zu beobachten. Beispiele für solche Bedrohungen umfassen die Verfolgung von Geräten in Kriegsgebieten wie der Ukraine und Gaza oder die Auswirkungen von Naturkatastrophen wie den Bränden in Maui. Zudem werden konkrete Fallstudien vorgestellt, die die Überwachung von Geräten anhand ihrer Wi-Fi-Zugangspunkte demonstrieren.

Die Autoren geben Empfehlungen, wie Betreiber von WPS und Hersteller von Wi-Fi-Zugangspunkten den Datenschutz verbessern können, und beschreiben die Maßnahmen, die Apple und andere Hersteller nach der verantwortungsvollen Offenlegung dieser Sicherheitslücke ergriffen haben.

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