ARCH-Projekt Cyberagentur will Internetkriminalität messen

Von Marvin Djondo-Pacham 1 min Lesedauer

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Mit dem Projekt „Assessing Risks and Cybercrime Harms“ (ARCH) will die Cyberagentur Schäden durch Cyberkriminalität erfassen. Neben finanziellen Verlusten sollen psychologische, organisationale und gesellschaftliche Folgen bewertet werden.

Zum Start von ARCH unterzeichnen Cyberagentur und Projektteam die Vereinbarungen für eine systematischere Erfassung von Schäden durch Cyberkriminalität. Im Bild: Dr. Nicole Hartlapp, Bettina Bubnys, Prof. Dr. Christian Hummert und Prof. David Décary-Hétu.(Bild:  Cyberagentur)
Zum Start von ARCH unterzeichnen Cyberagentur und Projektteam die Vereinbarungen für eine systematischere Erfassung von Schäden durch Cyberkriminalität. Im Bild: Dr. Nicole Hartlapp, Bettina Bubnys, Prof. Dr. Christian Hummert und Prof. David Décary-Hétu.
(Bild: Cyberagentur)

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH, kurz Cyberagentur, hat das Forschungsprojekt ARCH gestartet. Die Vertragsunterzeichnung fand am 30. April 2026 statt. Das Vorhaben ist Teil des Forschungsprogramms „Schäden durch Cyberkriminalität“.

Den Zuschlag erhielt ein Konsortium unter Leitung der Université de Montréal. Beteiligt sind außerdem Flare Systems, das Max-Planck-Institut Freiburg, das Cyberintelligence Institut und die Freie Universität Berlin.

Schäden sollen umfassender bewertet werden

Ziel des Projekts ist es, ein Modell zu entwickeln, mit dem materielle und immaterielle Schäden durch Cyberkriminalität systematisch, reproduzierbar und überprüfbar erfasst werden können. Berücksichtigt werden sollen kurze, mittlere und lange Zeiträume.

Nach Angaben der Cyberagentur fehlen in Deutschland bislang Methoden, die Schäden durch Cyberkriminalität ganzheitlich abbilden. Bisherige Betrachtungen konzentrierten sich häufig auf direkte finanzielle Verluste. ARCH soll darüber hinaus auch Folgen wie Vertrauensverlust, psychologische Belastungen, Reputationsschäden, Betriebsunterbrechungen und langfristige Folgekosten einbeziehen.

Direkte und indirekte Folgen im Blick

Das Projekt soll einen multidimensionalen Bewertungsrahmen schaffen. Dieser soll direkte, indirekte und kaskadierende Schäden in einer Schadensmatrix zusammenführen. Dadurch sollen Cybervorfälle nicht nur nach ihrer finanziellen Höhe, sondern auch nach Schwere, Dauer und gesellschaftlicher Reichweite bewertet werden können.

Geplant ist eine duale Skala: Sie soll sowohl monetäre Schäden erfassen als auch einen qualitativen Index für immaterielle Auswirkungen enthalten, etwa Stressbelastung oder Vertrauensverlust.

Relevanz für Behörden und Politik

Die Ergebnisse könnten laut Cyberagentur unter anderem für Strafverfolgungsbehörden und politische Entscheidungsträger relevant sein. Sie sollen dabei helfen, Schadensverteilungen besser zu analysieren, neue Schwerpunkte zu erkennen und Ressourcen für Prävention gezielter einzusetzen.

Auch wissenschaftlich soll ARCH einen Beitrag leisten. Das Projekt richtet den Blick nicht nur auf gestohlene Daten, sondern auch auf weiterreichende Folgen von Cyberangriffen für Einzelpersonen, Organisationen und die Gesellschaft.

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