Oracle schließt 1.449 Sicherheitslücken War das der krasseste Patchday des Jahres?

Von Melanie Staudacher 3 min Lesedauer

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Oracle hat im Juli 2026 mit 1.449 geschlossenen Schwachstellen den bisher größten Patchday des Jahres veröffentlicht, darunter 212 kritische Si­cher­heits­lü­cken. Auch die Patch-Anzahl bei anderen Herstellern nahm im Laufe des Jahres immer mehr zu.

Oracle selbst bezeichnet den Juli-Patchday als sein bisher größtes Security-Release.(Bild:  Ar_TH - stock.adobe.com)
Oracle selbst bezeichnet den Juli-Patchday als sein bisher größtes Security-Release.
(Bild: Ar_TH - stock.adobe.com)

Oracle hat im Juli den bisher umfangreichsten Patchday aller Zeiten geliefert. Der Hersteller behob insgesamt 1.449 Schwachstellen, von denen 212 sogar kritisch sind. Dazu gehören die folgenden gravierenden Sicherheitslücken in Fusion Middleware, die dringend Aufmerksamkeit erfordern:

Insgesamt erhielt Fusion Middleware 355 Patches. Noch mehr erhielt nur die E-Mail Business Suite mit 410 Updates. Oracle bezeichnet das Critical Patch Update (CPU) vom Juli als das bisher umfangreichste Sicherheits-Release. Es spiegle die erweiterte Produktabdeckung, die KI-gestützte Identifizierung relevanter Sicherheitserkenntnisse, beschleunigte Prozesse in der Sicherheitsentwicklung sowie den erweiterten Umfang der vierteljährlichen CPUs wider. Der Hersteller empfiehlt seinen Kunden, die Updates zeitnah zu installieren und einen monatlichen Zyklus für das Einspielen von Sicherheitspatches zu etablieren.

Rekord-Patchday

Kurz zuvor hatte bereits Microsoft bei seinem Juli-Patchday einen eigenen Rekord aufgestellt. Mit 622 Schwachstellen gilt dieser als der größte Patch Tuesday Microsofts. In den vergangenen Monaten konnte man zusehen, wie die Anzahl der Sicherheitsupdates bei Herstellern, die einen regelmäßigen Patchday haben, zunahm:

Patchday / Datum Hersteller Geschlossene Schwachstellen
Juli 2026 Oracle 1.434 CVEs
Juli 2026 Microsoft 622 CVEs
Juni 2026 Google Chrome 429 CVEs
Juli 2026 Siemens 377 CVEs
April 2026 Oracle 241 CVEs
Juni 2026 Microsoft 200 CVEs
April 2026 Microsoft 167 CVEs
Mai 2026 Microsoft 118 CVEs
Januar 2026 Microsoft 112 CVEs
März 2026 Microsoft 83 CVEs
Februar 2026 Microsoft 59 CVEs

Aufgrund des Einsatzes von KI-Systemen für die Schwachstellensuche, dürften die Zahlen künftig sogar noch weiter steigen. Zuletzt hatte Adobe auf diese Entwicklung mit einem zweiten Patchday im Monat reagiert.

Oralce von UK als kritischer Drittanbieter eingestuft

Der Patchday von Oracle mit seinen gigantischen Zahlen folgt nur acht Tage auf eine Ankündigung der britischen Regierung, Oracle, Microsoft, Google Cloud und Amazon Web Services als Critical Third Party (CTP) für den britischen Finanzsektor einzustufen. Dies liegt daran, dass diese Unternehmen Dienste bereitstellen, von denen viele Banken, Versicherungen und Finanzmarktinfrastrukturen in UK abhängig sind. Eine größere Störung, zum Beispiel aufgrund eines Cyberangriffes, könnte mehrere Finanzunternehmen gleichzeitig beeinträchtigen. Diese Unternehmen und ihre Dienste gelten somit seit dem 13. Juli 2026 als systemisch relevant im Finanzsektor und werden direkt durch britische Finanzaufsichts­behörden beaufsichtigt. Durch das neue Regelwerk können die Aufsichtsbehörden Informationen einholen, die Widerstandsfähigkeit bewerten und gemeinsam mit den Drittanbietern Risiken für die Kontinuität kritischer Dienste angehen. Auch können CTP-spezifische Vorschriften durchgesetzt werden, sofern dies erforderlich ist.

Rachel Blake MP, Economic Secretary to the Treasury und City Minister, erklärt: „Wir sind ein weltweit führender Finanzplatz, und das Vertrauen in unser Finanzsystem ist für dessen Erfolg von entscheidender Bedeutung. Diese Einstufungen tragen dazu bei, die Widerstandsfähigkeit der kritischen Dienste zu gewährleisten, auf die Finanzunternehmen angewiesen sind. Sie schützen Verbraucher und Unternehmen und fördern gleichzeitig das Wirtschaftswachstum. Die Einstufungen stellen einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Resilienz des britischen Finanzsystems dar.“

Wie auch Microsoft, Google Cloud und AWS äußerte sich Oracle positiv bezüglich der nun engeren Zusammenarbeit: „Oracle unterstützt das wichtige Ziel der britischen Regierung, die operationelle Resilienz des britischen Finanzsektors zu stärken. Wir setzen uns dafür ein, eng mit den Aufsichtsbehörden und unseren Kunden aus dem Finanzsektor an diesem Ziel zu arbeiten und gleichzeitig die Regierung dabei zu unterstützen, Innovationen zu beschleunigen und das langfristige Wirtschaftswachstum zu fördern“, sagte Kevin Kimber, Senior Vice President und General Manager UK&I bei Oracle.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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