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everRun FT (Fault Tolerant)
Grundlage der Lösung sind zwei virtualisierte Windows-Server, die parallel auf zwei physikalisch identischen Hardware-Servern laufen. Auf beiden Servern laufen virtuelle Server als gänzlich unabhängige Instanzen. Dabei werden alle Anwendungen, Datenbearbeitungen und Dateiberechnungen synchron auf beiden Systemen durchgeführt. Auf diese Weise kann der Betrieb ohne Unterbrechungen ablaufen, auch wenn auf einem System Komponenten ausfallen.
Das Prinzip der Lösung ist ganz einfach: Beide Server weisen stets den gleichen Zustand auf und verhalten sich nach außen wie ein einziges System. Die beiden physikalischen Server werden als CoServer1 und CoServer2 bezeichnet und in einem virtuellen Server zusammengefasst. Dabei ist die Bezeichnung virtuell in diesem Zusammenhang nicht ganz richtig, da es sich dabei nicht um eine Emulation handelt. Die einzelnen Komponenten werden den einzelnen Windows-Instanzen zugeordnet.
Die Vorteile dieses Konzeptes zeigen sich dabei sofort: Selbst wenn ein System komplett ausfällt, merkt der Anwender keine Verzögerung, da beide Server immer den gleichen Zustand aufweisen. Selbst wenn ein Server komplett ausfällt, können die Anwender ohne Datenverlust und Unterbrechung weiterarbeiten und sind so den Gefahren eines Failover-Systems nicht ausgesetzt. Darum ist auch klar, warum die Lösung von Marathon mit einer Verfügbarkeit von 99,999 Prozent an der Spitze der Fault-Tolerant-Produkte steht.
Obligatorische Maßnahmen für everRun FT
Es gibt allerdings auch einige Bedingungen, die von Marathon Technologies vorgegeben werden, um die Software zuverlässig und fault-tolerant auszulegen. So müssen die Server 100 Prozent identisch sein. Hierbei hat uns Dell unterstützt und zwei Poweredge 2950 mit zwei Quad Core Intel Xeon-Prozessoren mit 2,66 GHz, acht GB RAM und vier 73-GB-SAS-Festplatten in einem RAID-System zur Verfügung gestellt.
Selbst die Netzwerkkarten, die Revisionsstände der Treiber und das BIOS müssen identisch sein. Um die Kommunikation zwischen den beiden Servern auf allen Ebenen sicherzustellen, muss mindestens ein Intel Pentium-4-Prozessor mit aktiviertem HyperThreading (HT) vorhanden sein. Derzeit unterstützt die Software noch keine AMD-Prozessoren.
Eine weitere Kehrseite bei der aktuellen Version von everRun ist die Einschränkung auf einen Prozessor, sodass die virtuellen Server in unserem Fall auch keinen Gebrauch von den zwei Quad Core CPUs machen konnten. Erfreulich war jedoch die hohe Kapazität im RAM-Bereich (acht GB) unserer beiden Test-Server, die auch bitter nötig sind, da jeder Server sowohl das Basissystem als auch das virtuelle Betriebssystem betreiben muss. Hier sollte man nicht sparen, ebenso wie bei den weiteren Ressourcen und Systemanforderungen.
Des Weiteren gilt es, die Serverlizenzen zu beachten. Zum Einsatz kommen jeweils drei Lizenzen derselben Windows-Servers-2003-Version in der englischen Standard oder Enterprise Edition. Deutsche Betriebssysteme werden derzeit nicht unterstützt. Je eine Lizenz für die beiden Server und eine für die übergreifende Virtual Machine. Zudem ist mindestens Service Pack 1 auf der Installations-CD notwendig.
Auf Seiten der Datenspeicherung sind die Anforderungen an die Server durchaus auch recht anspruchsvoll. Da die Daten auf den beiden virtuellen Festplatten, die sowohl physikalisch auf den Servern oder als SAN/NAS im Netzwerk vorliegen können, von everRun stets synchron gehalten werden müssen, muss das Plattensystem performant und zuverlässig sein. Selbst beim Absturz eines der Systeme dürfen die Festplatten keine Diskrepanz zeigen und müssen sich bei einem Austausch wieder automatisch synchronisieren.
Der letzte aber nicht minder wichtige Bereich der physikalischen Server sind die Netzwerkkarten (NIC, Netzwerk Interface Card). Je nach Konfiguration und Ausbau sollten mindestens vier NICs vorhanden sein, da beide Server mit dem Netzwerk und über Kreuz mit einander verbunden sein müssen. Generell kann man das System auch mit zwei Karten betreiben, aber damit wäre die notwendige Redundanz nicht gegeben und die hohe Verfügbarkeit wäre nicht zu halten. Um möglichst hohe Übertragungsraten zu erlauben, sollte man auf Gigabit-NICs zurückgreifen, wobei dies nicht obligatorisch ist.
Seite 2: Performance und Zuverlässigkeit von everRun FT
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