Cyber-Resilienz per Fernwartung „Bluescreen of Death“ (BSOD) remote reparieren

Ein Gastbeitrag von Christy Wyatt 3 min Lesedauer

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Die Experten sind sich einig: Der „Bluescreen of Death“ (BSOD) beim Crowdstrike-Vorfall am 19. Juli 2024 war einer der größten IT-Ausfälle der bisherigen Geschichte. Wie können Netzwerke und Endpunkte im Schadensfall schnellstmöglich wieder funktionsfähig werden? Mit Cyber-Resilienz, die im Optimalfall bereits im BIOS verankert ist.

Der Crowdstrike-Ausfall war der bisher folgenschwerste „Bluescreen of Death“ (BSOD), aber es  wird das nicht das letzte Ereignis dieser Art gewesen sein.(Bild:  o_a - stock.adobe.com)
Der Crowdstrike-Ausfall war der bisher folgenschwerste „Bluescreen of Death“ (BSOD), aber es wird das nicht das letzte Ereignis dieser Art gewesen sein.
(Bild: o_a - stock.adobe.com)

Auslöser des bis dato folgenschwersten BSOD war ein fehlerhaftes Update einer weit verbreiteten Sicherheitssoftware von Crowdstrike. Die Folge: Flughäfen mussten den Betrieb einstellen, Banken, Telekommunikationsfirmen und Rundfunksender waren lahmgelegt, kritische Infrastrukturen und Kliniken waren betroffen, Bildschirme von zig-tausenden Unternehmen in aller Welt blieben bis zu 48 Stunden blau. Aller Voraussicht nach wird das nicht das letzte Ereignis dieser Art gewesen sein, denn großflächige Ausfälle durch Softwarefehler sind immer möglich. Zudem drohen folgenschwere Netzausfälle durch eine ganze Reihe anderer Ursachen, wie bewusste Angriffe, Malware oder Naturkatastrophen.

Wiederherstellung aus dem BIOS heraus mit einem Klick

Absolute Security hat Anfang August auf der internationalen Cyber-Security-Messe Black Hat 2024 in Las Vegas eine neue Funktion seiner „Secure Endpoint“-Lösung vorgestellt, die ab Werk in der BIOS-Ebene von 600 Millionen PCs führender Endgerätehersteller integriert ist und nur noch zur Aktivierung lizenziert werden muss. Die neue Funktion des in den USA ansässigen Cyber-Resilience-Spezialisten ermöglicht Kunden die Fernreparatur von Endgeräten, die von dem jüngsten BSOD-Vorfall betroffen sind, einschließlich der Identifizierung zugehöriger beschädigter Dateien, bevor diese ein BSOD-Ereignis auslösen. Diese neue Fähigkeit ergänzt Absolutes bestehende Möglichkeiten zur Fernreparatur und Rehydrierung von PC-Ausfällen, die durch Malware, Ransomware, unbefugten Zugriff und technische Fehler verursacht wurden.

Kontrolle über die komplette PC-Flotte

Unternehmen behalten mit Absolute bei ständiger Transparenz die Kontrolle über ihre PC-Flotten und erhalten umfassende Informationen über den Sicherheitsstatus all ihrer Endgeräte, um ein Comply-to-Connect-Zero-Trust-Modell zu etablieren und sicherzustellen, dass nur Endpunkte, die den Sicherheitsrichtlinien entsprechen, eine Verbindung zu den Netzwerken, Ressourcen und Daten im Unternehmen herstellen können. So wird zum einen das Risiko von Fehlern beim Erkennen und Abwehren von Gefahr verringert, zum anderen werden unbefugte Zugriffsversuche gestoppt und eine stabile Netzwerkkonnektivität aufrechterhalten.

Zentrale Aufgabe auf höchster Führungsebene

Angriffe und Störungen sind unvermeidlich – nicht alle können abgewehrt werden. Deshalb braucht es mehr als die bisher übliche Cyber-Sicherheit. Zusätzlich zu einer guten Hygiene mit regelmäßigen Backups sind Unternehmen aufgefordert, konsequent Sicherheitskontrollen auf ihren Geräten zu installieren, zu verwalten und auf dem neuesten Stand zu halten. Bei der Cyber-Resilienz geht es um die Fähigkeit, nach Störungen und Angriffen genauso stark, wenn nicht sogar stärker, wieder auf die Beine zu kommen und rasch wieder in den Arbeitsalltag zurückkehren zu können. Cyber-Resilienz muss als zentrale Aufgabe der höchsten Führungsebene in Unternehmen angesiedelt und wahrgenommen werden. Nötig sind klare Pläne, die regelmäßig überprüft und angepasst werden und in denen auch feststeht, welche Hilfsmittel das Unternehmen angesichts widriger Umstände zur Verfügung hat. Hier herrscht noch enormer Nachhol- und Handlungsbedarf.

Noch zu viele zu große Resilienz-Lücken

Diese Aussage stützt der Cyber Resilience Risk Index 2024. Dafür hat Absolute Security weltweit die Telemetriedaten von Millionen von PCs von Unternehmen und öffentlichen Institutionen analysiert, die mehr als 500 aktive Endgeräte mit Windows 10 oder 11 im Einsatz haben, auf denen die Software der US-amerikanischen Cyber-Resilienz-Spezialisten lizenziert ist. Dabei stellte sich heraus: Auf fast 14 Prozent der untersuchten Geräte fehlen Endpoint-Protection-Plattformen (EPP) komplett, auf Rechnern mit Sicherheitslösung funktionierte in 24 Prozent der untersuchten Zeit die EPP und die Software für Zero-Trust-Network-Access (ZTNA) nicht entsprechend branchenüblicher Compliance-Standards, wie sie zum Beispiel auch von der NIS-2-Richtlinie gefordert werden. Weitere große Resilienz-Lücken: Unternehmen warten oft zu lange mit den nötigen Patches und halten dabei ihre eigenen Patch-Richtlinien nicht ein. Außerdem haben über 90 Prozent der untersuchten Rechner keine ausreichende RAM-Kapazität, wie sie für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz heutzutage nötig wäre.

Ausfallsicherheit ist nur gemeinsam zu gewährleisten

Ausfallsicherheit als Teil der IT-Resilienz von Unternehmen muss in der modernen digitalen Welt oberste Priorität haben, und das gelingt nur gemeinsam. Es darf nicht darum gehen, betroffene Unternehmen an den Pranger zu stellen – im Gegenteil: Wir sind alle miteinander verbunden. Hat einer von uns oder eine Branche ein Problem, müssen viele Partner zusammenarbeiten, um dieses Problem zu lösen. Wir sollten uns stets bewusst machen, dass ein Blue Screen of Death oder andere Ausfälle jedem Unternehmen widerfahren können.

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Über die Autorin: Christy Wyatt, CEO von Absolute Security, rechnet mit weiteren großen IT-Ausfällen und setzt deshalb verstärkt auf Cyber-Resilienz, möglichst schon auf der BIOS-Ebene.

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