Notepad++-Plugins missbraucht CERT-UA warnt vor neuer Malware-Kampagne in der Ukraine

Von Marvin Djondo-Pacham 2 min Lesedauer

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Die ukrainische Cyberabwehr CERT-UA hat eine Angriffskampagne entdeckt, bei der Kriminelle eine echte Notepad++-Installation mit einem ma­ni­pu­lier­ten Plugin kombinieren. Ziel ist es, über die reguläre Plugin-Ladefunktion Schadsoftware zu starten und dauerhaft Zugriff auf Windows-Systeme zu erhalten.

CERT‑UA beobachtete eine UAC‑0099‑Kampagne, bei der ein als PDF getarntes Archiv eine legitime Notepad++‑Installation mit einem manipulierten Plugin kombiniert. (Bild:  KI-generiert)
CERT‑UA beobachtete eine UAC‑0099‑Kampagne, bei der ein als PDF getarntes Archiv eine legitime Notepad++‑Installation mit einem manipulierten Plugin kombiniert.
(Bild: KI-generiert)

Die Kampagne wird der Gruppe UAC-0099 zugeschrieben, die vor allem Organisationen in der Ukraine angreift und in der Vergangenheit mit der Bereitstellung von Erstzugängen für APT44 beziehungsweise Sandworm in Verbindung gebracht wurde. Nach Angaben des Computer Emergency Response Team of Ukraine, kurz CERT-UA, erhalten Opfer ein ZIP-Archiv mit einem VBS-Skript, das als PDF-Dokument getarnt ist. Wird die Datei geöffnet, lädt das Skript ein weiteres Archiv nach. Dieses enthält eine vollständige, legitime Kopie von Notepad++ in Version 8.8.3, ein bösartiges Plugin sowie weitere Komponenten.

Keine Notepad++-Supply-Chain-Kompromittierung

Nach aktuellem Kenntnisstand nutzen die Angreifer keine kompromittierte Notepad++-Update-Infrastruktur und keinen klassischen Supply-Chain-Angriff gegen die Software selbst. Stattdessen missbrauchen sie den regulären Mechanismus, mit dem Notepad++ Plugins lädt. Das bösartige Plugin trägt den Namen NppExport.dll und wird von CERT-UA als „LunchPoke“ identifiziert. Sobald Notepad++ gestartet wird, lädt die Anwendung die manipulierte DLL über die normale Plugin-Funktion.

LunchPoke richtet laut CERT-UA eine geplante Aufgabe in Windows ein und entpackt weitere Komponenten aus einem passwortgeschützten Archiv. Dazu gehören unter anderem RemoteLibUpdater.exe und InitTest.dll. Die Datei RemoteLibUpdater.exe wird als „BurnyBear“ bezeichnet und soll einen weiteren Loader namens MatchBoil V2 starten. Falls dieser Ablauf scheitert, enthält die Schadsoftware laut Analyse einen Fallback-Mechanismus, der die Ressourcen des betroffenen Systems durch hohe RAM- und CPU-Auslastung belasten kann.

Ziel und finale Nutzlast unklar

CERT-UA nennt weder die final ausgelieferten Payloads noch konkrete Zielorganisationen oder den übergeordneten Zweck der beobachteten Kampagne. Bekannt ist jedoch, dass die Schad­software Konfigurationen und Command-and-Control-Informationen aktualisieren sowie weitere Programme nachladen kann.

Forscher verweisen außerdem auf CVE-2025-56383, eine gemeldete DLL-Hijacking-Schwachstelle in Notepad++ 8.8.3. Das Notepad++-Team widerspricht jedoch der Einordnung als Sicherheitslücke und verweist darauf, dass das Laden von Plugins eine reguläre Funktion der Software sei.

CERT-UA rät Administratoren, Notepad++ auf Version 8.9.7 zu aktualisieren. Zusätzlich sollten 7-Zip auf Version 26.02 und WinRAR auf Version 7.23 gebracht werden. Damit sollen bekannte Schwachstellen in eingesetzten Komponenten geschlossen und die Erfolgschancen ähnlicher Angriffsketten reduziert werden.

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