Große Studie von Cisco Es gibt weniger Cyberangriffe, doch diese verursachen mehr Schaden

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Mit dem Einsatz moderner Technologien können mehr Cyberangriffe abgewehrt werden und Unternehmen fühlen sich besser vorbereitet. Ob dies jedoch dazu führt, bei einer Attacke widerstandsfähig zu bleiben, ist fraglich. Denn auch die Kriminellen arbeiten mit neuer Technologie.

Für Cyberkriminelle läuft es gut: Auch sie profitieren von KI und konnten im vergangenen Jahr mehr Schaden anrichten.(Bild:  Who is Danny - stock.adobe.com)
Für Cyberkriminelle läuft es gut: Auch sie profitieren von KI und konnten im vergangenen Jahr mehr Schaden anrichten.
(Bild: Who is Danny - stock.adobe.com)

Trotz all der Schäden, die Cyberangriffe verursachen, haben sie auch ein Gutes: Die Bedrohungen sorgen dafür, dass Unternehmen ihre Systeme besser absichern und ihre Daten somit besser schützen. Cisco hat eine Umfrage unter 8.000 Unternehmen aus 30 Ländern durchgeführt und diese zum Stand ihrer Cybersicherheit befragt. 300 der befragten Unternehmen sind aus Deutschland. „Im vergangenen Jahr haben die deutschen Cybersecurity-EntscheiderInnen erkannt, dass ihre bisherigen Schutzmaßnahmen angesichts zunehmender KI-gestützter Angriffe nicht mehr ausreichen“, sagt Dr. Michael von der Horst, Security Lead bei Cisco Deutschland.

So haben sich in diesem Jahr die Fähigkeiten der Unternehmen verbessert. So gaben 32 Prozent der Unternehmen in Deutschland an, gut oder sehr gut auf Cybergefahren vorbereitet zu sein. 2024 waren es nur 25 Prozent. Während im Vorjahr weniger als zwei Prozent der deutschen Unternehmen angaben, bestmöglich auf Cyberbedrohungen vorbereitet zu sein, sind es in diesem Jahr fünf Prozent. Somit liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz zwei, hinter Großbritannien.

Deutschland setzt auf vielfältige Technologien

Vor allem in Deutschland wird Künstliche Intelligenz (KI) besonders stark für die Absicherung von Identitäten genutzt. So setzen 51 Prozent der Unternehmen bereits vollständig auf KI, um Nutzer beim ersten Login zu erkennen – etwa über Gesichtserkennung oder Sprache. Diese erste Authentifizierung ermöglicht dann den weiteren Zugriff auf Systeme ohne Passwort. In Europa setzen dafür nur 37 Prozent vollständig auf KI. Und auch in anderen Bereichen ist KI auf dem Vormarsch: Bereits 86 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen 2025 KI für die Erkennung von Angriffen (2024: 75 Prozent), 65 Prozent für die Reaktion darauf (2024: 55 Prozent) und ebenfalls 65 Prozent für die Wiederherstellung (2024: 48 Prozent).

Um die Vertrauenswürdigkeit von Maschinen nachzuweisen, werden in Deutschland ebenfalls einige Technologien häufiger verwendet, als im Rest von Europa. Dazu zählen Machine Authentication and Integrity. In Deutschland wird dies in 55 Prozent der Unternehmen angewandt, in Europa in 47 Prozent. Machine Management wird hierzulande 52 Prozent und im restlichen Europa 43 Prozent an. Für die Netzwerksicherheit werden in Deutschland bereits zu 38 Prozent Netzwerksegmentierung eingesetzt, im Euroraum nur 30 Prozent.

Zuversichtlichkeit sinkt

Trotz des Einsatzes moderner Technologie, der wohl mit dafür verantwortlich ist, dass es Cisco zufolge 2024 weniger Cyberangriffe gab als im Vorjahr, verursachten die Vorfälle größere Schäden. Insgesamt gaben 46 Prozent der deutschen Unternehmen an im vergangenen Jahr einen Cyberangriff erlebt zu haben. 2023 waren es noch 55 Prozent. Die Schadenssumme hat sich gleichzeitig allerdings erhöht. Bei 59 Prozent lagen die durch Cyberangriffe erzeugten Schäden im Jahr bei 300.000 US-Dollar und mehr. Im Vorjahr waren solch hohe Summen nur bei 49 Prozent der Unternehmen der Fall.

Obwohl sich die Abwehrfähigkeiten deutscher Organisationen verbessert haben, erwarten 79 Prozent der Befragten innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgreiche Angriffe, davon 31 Prozent sogar sehr wahrscheinlich. Im Jahr 2024 erwarteten dies nur 73 Prozent. Denn auch die Cyberkriminellen setzen auf modernste Technologie für ihre Attacken: Cisco zufolge registrieren Unternehmen in Deutschland immer mehr KI-bezogene Sicherheitsvorfälle. Dazu zählen insbesondere KI-unterstütztes Social Engineering (49 Prozent), LLM-Diebstahl oder unautorisierter Zugang (40 Prozent), Data Poisoning (32 Prozent) und Prompt Injection (31 Prozent). Somit sind derzeit nur 33 Prozent sehr zuversichtlich, dass sie in diesem Zeitraum widerstandsfähig gegen Cyberangriffe bleiben. Im Vorjahr waren es noch 43 Prozent.

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