Definition Continuing Professional Education Was ist CPE und was sind CPE Credits?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 5 min Lesedauer

CPE steht für Continuing Professional Education. Man versteht darunter die kontinuierliche Weiterbildung der beruflichen Fähigkeiten und des fachlichen Know-hows. CPE Credits sind Belege, mit denen sich absolvierte Weiterbildungen nachweisen lassen. Zahlreiche IT-Zertifizierungen erfordern CPE Credits.

CPE Credits sind der Nachweis für eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung (Continuing Professional Education / CPE).(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
CPE Credits sind der Nachweis für eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung (Continuing Professional Education / CPE).
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

CPE ist das Akronym für Continuing Professional Education. Die deutsche Übersetzung lautet kontinuierliche berufliche Weiterbildung. Manchmal werden auch die Bezeichnungen Continuing Professional Development (CPD) oder Continuing Education (CE) als Synonyme verwendet. Unter Continuing Professional Education versteht man das systematische Aneignen, Verbessern, Erweitern oder Erhalten der beruflichen Fähigkeiten und des fachlichen Know-hows über die komplette Dauer der Betätigung in einem bestimmten Bereich. Die kontinuierliche Weiterbildung sorgt dafür, dass die im jeweiligen Aufgabengebiet geforderten Leistungen erbracht werden können und Fachleute die an sie gestellten Anforderungen erfüllen. Dank der kontinuierlichen Weiterbildungen bleiben die Fachleute auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen. Arbeitsleistung und Arbeitseffizienz steigen. Zudem verbessert CPE die Karrierechancen. In vielen Berufsfeldern ist eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung Voraussetzung zur Ausübung bestimmter Tätigkeiten oder zur Zertifizierung in einem Fachgebiet.

Die kontinuierliche berufliche Weiterbildung kann über sogenannte CPE Credits nachgewiesen werden. Alternativbegriffe für CPE Credits sind Professional Development Units (PDU), Continuing Education Units (CEU) oder Continuing Education Credits (CEC). Bei CPE Credits handelt es sich um eine Art von Punkte- oder Belegsystem für absolvierte Weiterbildungs­maßnahmen. CPE Credits werden beispielsweise vergeben, wenn Fortbildungen, Konferenzen oder Vorträge besucht werden. Je nach Fachbereich, Qualifikation oder Zertifizierung kann die Vergabe von CPE Credits unterschiedlich gestaltet sein. Credits werden beispielsweise abhängig von den absolvierten Fortbildungsstunden oder der Art der Weiterbildungsaktivität vergeben. Je nach System beziehen sich die CPE Credits auf die investierte Zeit oder die Intensität der professionellen Weiterbildung. Viele Zertifizierungs­programme im IT- und Security-Bereich erfordern den Nachweis einer bestimmten Anzahl von CPE Credits in einem vorgegebenen Zeitraum, um die Zertifizierung aufrechtzuerhalten.

Für welche Arten von Weiterbildungen und beruflichen Aktivitäten werden CPE Credits vergeben?

Je nach Fachbereich und Qualifikationsprogramm werden CPE Credits für zahlreiche Arten von Weiterbildungen und beruflichen Aktivitäten vergeben. Die Spanne reicht vom Besuch eines Seminars über die Teilnahme an einem Workshop bis zu eigenen Lehrtätigkeiten. Typische Aktivitäten, die mit CPE Credits belohnt werden, sind beispielsweise:

  • Besuch einer Schulung
  • Teilnahme an einem praktischen Workshop
  • Teilnahme an einer Fachkonferenz
  • Besuch eines Fachvortrags
  • Absolvieren eines Webinars
  • Selbststudium durch Lesen und Durcharbeiten von Fachliteratur
  • Veröffentlichung eines Fachartikels oder einer anderen Art von Publikation
  • Vorbereiten und Abhalten eines Fachvortrags oder einer Präsentation
  • Ausübung von Lehrtätigkeiten
  • Mentoring und Coaching
  • Volunteering
  • Teilnahme an Forschungsprojekten
  • Bestehen einer Prüfung (zum Beispiel eines Online-Quiz)
  • Mitarbeit in einem Fachkomitee oder -Board
  • Mitarbeit in einem Projekt

Nachweis von CPE Credits

In welcher Form CPE Credits nachgewiesen werden, hängt ebenfalls vom jeweiligen Fachgebiet und Qualifikationsprogramm ab. In einigen Programmen werden die erworbenen CPE Credits automatisch dokumentiert und übermittelt. Es kann aber auch erforderlich sein, dass Fachkräfte ihre CPE-Aktivitäten selbst dokumentieren und an eine Institution berichten. Die Mitteilung über die erworbenen CPE Credits kann sowohl aktiv eingefordert als auch unaufgefordert in regelmäßigen Abständen erwartet werden. Oft sind die Fachkräfte oder Zertifizierten selbst dafür verantwortlich, dass die geforderten Weiterbildungen absolviert und berichtet werden. Bleiben entsprechende Meldungen aus oder die erworbenen CPE Credits entsprechen nicht den Vorgaben des jeweiligen Programms, können Zertifizierungen erlöschen. In manchen Fällen werden die geleisteten Weiterbildungsmaßnahmen nur stichprobenartig geprüft. Der Professional muss in diesem Fall seine CPE-Nachweise in einer vorgegebenen Form über einen definierten Zeitraum aufbewahren und auf Aufforderung innerhalb einer Frist vorlegen.

Typische Fachbereiche, in denen CPE Credits nachgewiesen werden müssen

Die kontinuierliche berufliche Weiterbildung und das System der CPE Credits sind nicht auf den IT-Bereich beschränkt und finden in vielen anderen Branchen und Fachbereichen Anwendung. Dazu zählen beispielsweise Projektmanagement, Prozessmanagement, Qualitätsmanagement, Risikomanagement, Auditing, Gesundheitswesen und vieles mehr.

Im IT-Bereich ist das Continuing-Professional-Education-Prinzip und die Vergabe entsprechender Credits häufig vorzufinden. Fachbereiche, in denen entsprechende CPE-Programme existieren, sind beispielsweise der IT-Security- und Cybersecurity-Bereich, Software- und App-Entwicklung, Datenbankmanagement, Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, Big-Data, Hardwareentwicklung, Netzwerke, Cloud Computing, DevOps und DevSecOps und einige mehr. Die jeweiligen Qualifikationslevel können sehr unterschiedlich sein. Sie reichen vom Berufseinsteiger über die Fachkraft bis zum fortgeschrittenen Experten in einem bestimmten Fachbereich.

Einige Beispiele für Continuing Professional Education und das System der CPE Credits im IT-Bereich

Beispiele für die Anwendung des Systems der CPE Credits im IT-Bereich sind die Zertifizierungen der ISACA (Information Systems Audit and Control Association). Die ISACA ist ein unabhängiger, weltweiter Verband für IT-Revisoren, Wirtschaftsprüfer und Experten der Informationssicherheit und IT-Governance. Es gibt zahlreiche von der ISACA entwickelte Zertifizierungen, die eine mehrjährige Berufserfahrung und regelmäßige Weiterbildungen zur Rezertifizierung erfordern. Dazu zählen beispielsweise Zertifizierungen wie Certified Information Systems Auditor (CISA), Certified Information Security Manager (CISM), Certified Data Privacy Solutions Engineer (CDPSE) oder Certified in the Governance of Enterprise IT (CGEIT). Um entsprechende Zertifizierungen aufrechtzuerhalten, müssen eine bestimmte Anzahl an CPE Credits jährlich und in einem Zeitraum von drei Jahren beispielsweise durch den Besuch von ISACA-Konferenzen, Webinaren, Online-Trainings, Laboren oder Volunteering-Aktivitäten nachgewiesen werden. Es liegt in der Verantwortung des Zertifizierten, dass die erforderlichen CPE Credits erworben und belegt werden.

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Auch das Unternehmen Cisco betreibt ein umfangreiches CPE-Programm. Es wird als Cisco Continuing Education Programm bezeichnet. Zahlreiche Cisco-Zertifizierungen erfordern den regelmäßigen Nachweis von CE Credits zur Rezertifizierung. Zu diesen zählen Zertifizierungen wie Cisco Certified Network Associate (CCNA), Cisco Certified Network Professional (CCNP), Cisco Certified Internetwork Expert (CCIE) und andere.

Die Computing Technology Industry Association (CompTIA) macht ebenfalls regen Gebrauch vom Prinzip der CPE Credits. CompTIA ist eine weltweit aktive Zertifizierungsstelle für die IT- und Tech-Branche. Sie bietet eine Vielzahl an Zertifizierungen für IT-Experten an. Zu diesen Zertifizierungen zählen beispielsweise CompTIA A+ (IT-Grundkenntnisse), CompTIA ITF+ (IT Fundamentals), CompTIA Network+ (Netzwerkkenntnisse), CompTIA Security+ (IT-Netzwerk- und Betriebssicherheit), CompTIA Cloud+ (Implementierung, Unterhaltung und Nutzung von Cloud-Technologien), CompTIA Linux+ (grundlegende Kenntnisse für Linux-Administratoren), CompTIA Server+ (Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Serverplattformen), CompTIA CySA+ (Cybersecurity Analyst) und einige mehr. Zur Aufrechterhaltung entsprechender Zertifizierungen ist der Erwerb der von CompTIA geforderten CPE Credits nachzuweisen.

Weitere Beispiele für die Nutzung von CPE Credits zum Nachweis einer kontinuierlichen beruflichen Weiterbildung sind die Zertifizierungsprogramme von Microsoft, Amazon Web Services (AWS) oder vom International Information System Security Certification Consortium (ISC2), zum Beispiel für den Certified Information Systems Security Professional (CISSP) oder den Certified Cloud Security Professional (CCSP).

Vorteile durch eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung und das System der CPE Credits

Continuing Professional Education und das System der CPE Credits bieten zahlreiche Vorteile. Die kontinuierlichen Weiterbildungen stellen sicher, dass die in einem bestimmten Aufgabengebiet geforderten Fähigkeiten vorhanden sind und Leistungen in der gewünschten Qualität und Effizienz erbracht werden können. Fachleute bleiben dank der kontinuierlichen Weiterbildungen auf dem aktuellen Stand der Entwicklung und können ihre Fähigkeiten und ihr Know-how weiterentwickeln. Zudem verbessern sich ihre Karrierechancen und ihre Verdienstmöglichkeiten. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich bei den regelmäßigen Weiterbildungsaktivitäten Kontakte knüpfen lassen und das fachliche Netzwerk erweitert werden kann.

Für die Anbieter von Zertifizierungsprogrammen verbessert sich die Wertschätzung und Anerkennung eines erteilten Zertifikats. CPE stellt sicher, dass die zertifizierten Experten einen aktuellen und den Anforderungen der Zertifizierung entsprechenden Wissensstand besitzen und über die geforderten Fähigkeiten verfügen. Zudem verbessert es die Monetarisierungs­möglichkeiten der Zertifizierungsprogramme.

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