Lagebericht Security 2022 Cyber-Attacken erhöhen den Druck auf IT-Sicherheitsteams

Von Matthias Maier

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Das Homeoffice gehört seit mehr als zwei Jahren zur gesellschaftliche Normalität. So schön die daraus entstandene Flexibilität für den Gros der Mitarbeiter ist, kann sie für IT-Sicherheitsabteilungen eine Herausforderung sein. Denn mit dem Anstieg des Home-Office-Betriebs nahm und nimmt parallel die Zahl der komplexen Cyber-Angriffe zu. Die Ergebnisse einer Studie von Splunk geben Aufschluss darüber, wie die Situation aktuell einzuschätzen ist und welche Strategien jetzt aufgefahren werden müssen.

Durch die Pandemie und verstärkte Fernarbeit hatten IT-Abteilungen weltweiter Unternehmen vermehrt mit Cyber-Angriffen zu kämpfen.
Durch die Pandemie und verstärkte Fernarbeit hatten IT-Abteilungen weltweiter Unternehmen vermehrt mit Cyber-Angriffen zu kämpfen.
(Bild: Splunk )

Haben Sie durch die verstärkte Fernarbeit eine Zunahme an Cyberangriffen messen können?
Haben Sie durch die verstärkte Fernarbeit eine Zunahme an Cyberangriffen messen können?
(Bild: Splunk )

Cyber-Angriffe halten die IT-Abteilungen weltweiter Unternehmen schon lange in Atem. Durch die Pandemie und verstärkte Fernarbeit wurde dies noch verschärft: 65 Prozent der internationalen und sogar 79 Prozent der deutschen Unternehmen verzeichneten in den letzten zwei Jahren einen Anstieg von Cyber-Angriffen. Knapp die Hälfte (49 Prozent) davon erlebte in dieser Zeit einen Datensicherheitsverstoß – ein Anstieg um 10 Prozent zum Vorjahr. Vor allem Ransomware-Attacken häufen sich. Bei dieser Art von Angriffen wird der Zugriff auf unternehmensinterne Daten eingeschränkt oder unterbunden, oftmals in Verbindung mit Lösegeld-Erpressungen. Der Großteil (79 Prozent) der befragten Sicherheitsteams war davon betroffen. Nur ein Viertel (26 Prozent) konnte den Angreifern durch Wiederherstellung von Backups der eigenen Daten entkommen. Bei drei Vierteln der Unternehmen hatten die Angreifer Erfolg und bekamen das Lösegeld ausgezahlt.

Waren Sie Ziel einer Ransomware-Attacke und konnten Sie den Angriff abwehren?
Waren Sie Ziel einer Ransomware-Attacke und konnten Sie den Angriff abwehren?
(Bild: Splunk )

Derartige Cyber-Angriffe bedeuten für Unternehmen aber nicht nur den Verlust oder den eingeschränkten Zugriff auf Daten, sondern kosten vor allem mehr Zeit: Während im Vorjahr 42 Prozent der Befragten über Zeit- und Ressourcenaufwand klagten, sind es dieses Jahr schon 59 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen. Durchschnittlich vermerken die Unternehmen zeitaufwendige Ausfälle zwölfmal pro Jahr. 15 Prozent der Befragten haben sogar wöchentlich oder noch häufiger mit Downtime und den Folgen zu kämpfen.

Erhöhte Arbeitsbelastung beschleunigt Kündigungswelle und verstärkt Fachkräftemangel

Neben dem Datenverlust und dem Zeitaufwand spielt eine weitere Ressource eine zentrale Rolle: Die Arbeitskraft der Mitarbeiter. Denn vermehrte Cyber-Angriffe führen zu einem steigenden Arbeitspensum in den IT-Abteilungen weltweit. Parallel zum täglichen Geschäft gilt es, Daten wiederherzustellen, Angriffe abzuwehren und neue Lösungen zu finden. Aufgrund der erhöhten Belastung gaben 70 Prozent der Befragten an, sich nach einer neuen Aufgabe umzusehen. Viele Unternehmen haben deshalb mit Kündigungswellen zu kämpfen und suchen händeringend nach geeignetem Fachpersonal. Darüber hinaus wirkt sich der Fachkräftemangel auf laufende Projekte aus, denn etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) der deutschen Unternehmen berichtet hier von Verzögerungen.

Abhilfe schaffen durch neue Technologien und Automatisierung

Damit sich die akute Lage nicht weiter verschärft, ist aktives Handeln gefragt. Durchaus haben Unternehmen schon Wege und Möglichkeiten gefunden: Über 90 Prozent der befragten Unternehmen, sowohl in Deutschland als auch weltweit, erhöhen ihre Sicherheitsbudgets. Zwei Drittel (67 Prozent) investieren verstärkt in SOAR-Technologien, während der Rest auf die Automations- und Orchestrierungsfunktionen von bestehenden SIEM-Lösungen setzt. Etwa drei Viertel (77 Prozent) der Unternehmen haben ergänzende Lösungen, wie beispielsweise Business, IT-Betrieb und Risikomanagement in ihre Cybersecurity-Analysen integriert, um die Entscheidungsfindung zu unterstützen. Drei Viertel der Unternehmen setzen auf DevSecOps.

Die Ergebnisse sind nicht nur hochinteressant, sondern zeigen auch die Relevanz für jeden, der sich mit dem Thema Cybersicherheit beschäftigt. Es wird auch in Zukunft eine Herausforderung für Unternehmen sein, ihre Sicherheitsteams aus dem „Firefighting Mode“ heraus und die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Inwieweit diese Mammutaufgabe den Unternehmen gelingt, bleibt abzuwarten.

Über die Studie: Splunk befragte gemeinsam mit der Enterprise Strategy Group (ESG) für den Lagebericht Security 2022 mehr als 1200 Sicherheitsverantwortliche aus elf Ländern und 15 Branchen zur aktuellen Sicherheitslage in Unternehmen.

Über den Autor: Matthias Maier ist Security-Experte bei Splunk.

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