Kompromittierte Mitarbeiter Mutmaßlicher Cyberangriff auf Grohe

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Ransomhub behauptet, 100 Gigabyte an Daten von Grohe gestohlen zu haben. Die Firma weist die Behauptungen zurück, es gebe keine Anzeichen für einen Cyberangriff. Auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe gab es keine Beispieldaten, doch der Hersteller Hudonsrock habe kompromittierte Anmeldedaten entdeckt.

Die Ransomware-Gruppe Ransomhub behauptet, 100 Gigabyte an Daten der Grohe AG gestohlen zu haben.(Bild:  James Thew - stock.adobe.com)
Die Ransomware-Gruppe Ransomhub behauptet, 100 Gigabyte an Daten der Grohe AG gestohlen zu haben.
(Bild: James Thew - stock.adobe.com)

Gleich zwei Unternehmen der japanischen Lixil-Gruppe will die Ransomware-Gruppe Ransomhub attackiert haben. Sowohl den amerikanischen Sanitärhersteller American Standard wie auch das deutsche Unternehmen Grohe. Angaben auf der Leak-Seite der Cyberkriminellen zufolge, wurden bei Grohe 100 Gigabyte und bei American Standard 400 Gigabyte an Daten gestohlen. Beiden Unternehmen wurde bis zum 28. Januar Zeit gegeben, um eine Lösegeldforderung zu bezahlen.

Grohe bestreitet Datenverlust

Üblicherweise veröffentlichen Ransomware-Akteure auf ihren Leak-Seiten Auszügen der gestohlenen Daten. Ransomhub tat dies in diesem Fall jedoch nicht. Medienberichten zufolge dementierte Grohe, von einem Cyberangriff betroffen zu sein. Der Zwischenfall stehe nicht im Zusammenhang mit der digitalen Infrastruktur in Europa und Grohe. Außerdem würden keine Informationen vorliegen, die auf eine Cyberattacke schließen ließen. Bei Lixil America habe es allerdings kürzlich einen „beschränkten Datensicherheitsvorfall“ gegeben, der einen Teil des dortigen Netzwerks betroffen habe. Die dortigen Experten hätten bereits Fortschritte dabei gemacht, das lokale Netzwerk und die Server wieder in Betrieb zu nehmen, die Untersuchungen würden jedoch noch andauern.

11 Grohe-Mitarbeiter kompromittiert

Hudsonrock ist Anbieter von Threat Intelligence und stellt für Unternehmen Reporte zusammen, die Informationen darüber enthalten, ob und in welchem Ausmaß sie kompromittiert sind. Auch zu Grohe gibt es Informationen. Hudsonrock zufolge wurden

  • 350 Benutzer,
  • elf Mitarbeiter und
  • 13 Anmeldeinformationen von Drittanbietern

kompromittiert. Diese Ergebnisse würden von kompromittierten Anmeldeinformationen stammen, die mit 101 URLs verknüpft seien.

Über Ransomhub

Ransomhub ist eine noch junge Gruppe, die Ransomware-as-a-Service (RaaS) anbietet. Erstmals wurde Ransomhub im Februar 2024 entdeckt und schnell dafür bekannt, dass sie auf Opfer abzielt, die eher bereit sind, hohe Lösegelder zu bezahlen. Trend Micro verfolgt Ransomhub schon lange und stellte fest, dass die Cyberkriminellen vor allem auf Cloudspeicher-Backups und falsch konfigurierte Amazon-S3-Instanzen abzielen. Außerdem verwenden sie in GoLang umgeschriebene Ransomware-Varianten, um Windows- und Linux-Systeme anzugreifen sowie C++, um ESXi-Server zu attackieren.

Doch Ransomhub arbeitee nicht allein: Die Gruppe rekrutiere sich Partner am liebsten über das Dark-Web-Forum RAMP (Russian Anonymous Marketplace). Diese Partner würden nach einer erfolgreichen Cyberattacke 90 Prozent des bezahlten Lösegelds behalten, während zehn Prozent an Ransomhub gehe.

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